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Europäische Innovationspartnerschaft

Ziel der EIP-Agri ist die Förderung der Innovation und die Verbesserung des Wissensaustauschs. Durch die Gründung Operationeller Gruppen sollen Land- und Forstwirtschaft, Forschung, Beratung und Unternehmen des Agrar-, Forst- und Nahrungsmittelsektors stärker verknüpft und Innovationen in der Land- und Forstwirtschaft sowie Problemlösungsansätze bei umwelt- und klimarelevanten Problemstellungen effektiv angestoßen werden. Die geplante Innovation kann sich auf neue, aber auch auf herkömmliche Praktiken in einem neuen geografischen oder Umweltkontext stützen. Insbesondere soll eine schnellere und stärkere Überleitung wissenschaftlicher Erkenntnisse in die Praxis realisiert werden. Dies soll zur Stärkung der Verbindung zwischen Praxis, Forschung und Innovation führen.

Aufgrund der spezifischen Gegebenheiten in Hessen sind dabei insbesondere folgende thematische Schwerpunkte für die Umsetzung der EIP-Agri zu beachten:

  1. Verbesserung der Wertschöpfung landwirtschaftlicher Produkte durch innovative Verarbeitungs- und Vermarktungsprogramme zum Aufbau und Qualifizierung regionaler Wertschöpfungsketten.
  2. Diversifizierung landwirtschaftlicher Aktivitäten, u. a. in Richtung sozialer Funktionen, z. B. Gesundheitsfürsorge, soziale Integration, gemeinschaftsgestützte Landwirtschaft und Umwelt- und Ernährungsbildung.
  3. Eindämmung des Klimawandels und Anpassung an seine Folgen.
  4. Entwicklung effektiver, umweltgerechter und/oder ökologischer Anbau- und Nutzungsverfahren, Verbesserung der Produktivität der Pflanzenproduktion und des Gartenbaus über standortangepasste Sorten, Düngung und Bodenbearbeitung.
  5. Verbesserung der Tierhaltung durch tiergerechte und leistungsorientierte Haltungs- und Zuchtverfahren.
  6. Stärkung der Zusammenarbeit und der Aktivitäten auf der Grundlage lokaler Strategien außerhalb von LEADER.
  7. Förderung von Wissensaustausch und Vernetzung insbesondere im Rahmen des landwirtschaftlichen Wissens- und Innovationssystems (AKIS).

Außerhalb der v. g. thematischen Schwerpunkte können in begründeten Fällen weitere Innovationsvorhaben gefördert werden, wenn diese mit den Zielen der EIP-Agri nach Artikel 77 der GAP-SP Verordnung übereinstimmen und einen Bezug zu den im GAP-Strategieplan 2023-2027 auf der Grundlage einer Stärken-Schwächen-Analyse herausgearbeiteten Handlungsbedarfe haben.

Interessierte Gruppen können fortlaufend vor einer Teilnahme an einem formellen Auswahlverfahren oder der Einreichung eines Aktionsplans beim Hessischen Innovationsdienstleister für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum (IDL), dem Institut für Ländliche Strukturforschung (IfLS) in Frankfurt unverbindlich beraten lassen.

Die Unterlagen stehen auf der Internetseite der Bewilligungsstelle (RP-Gießen)Öffnet sich in einem neuen Fenster im Download-Bereich zur Verfügung.

Das formelle Auswahlverfahren für die Anerkennung als OG gliedert sich zwei Stufen.

Zur ersten Stufe hat die potenzielle OG sowohl per Post als auch per E-Mail einen AktionsplanÖffnet sich in einem neuen Fenster beim IDL einzureichen, der das Vorhaben detailliert darstellt und als Anlage eine schriftliche Vereinbarung über die Zusammenarbeit enthält. Ein EIP-Beirat, der aus Vertreterinnen und Vertretern der Bewilligungsbehörde, des Fachministeriums sowie Beratung, Forschung / Wissenschaft und Praxis besteht, wird über die eingereichten Vorhaben in Bezug auf den innovativen Ansatz des Vorhabens ein Votum abgeben.

Im Anschluss reicht die OG einen Förderantrag bei der Bewilligungsbehörde ein. 

Die Antragsunterlagen können auf der Internetseite der Bewilligungsstelle (RP-Gießen) im Download-BereichÖffnet sich in einem neuen Fenster heruntergeladen werden.

Förderrechtliche Grundlagen

Maßgeblich für die Förderung sind die „Richtlinien des Landes Hessen zur Förderung von Innovation und Zusammenarbeit in der Landwirtschaft und in ländlichen Gebieten sowie der Digitalisierung in der Landwirtschaft (RL-IZ)“ vom 18. September 2023. Die Richtlinien können im DownloadbereichÖffnet sich in einem neuen Fenster heruntergeladen werden.

Die Förderung umfasst:

  • Förderung der Einrichtung und der laufenden Ausgaben der Zusammenarbeit innerhalb einer OG, die für die Umsetzung eines Innovationsvorhabens gegründet wird (u. a. Ausgaben der Vorbereitung und Gründung einer OG, Sach- und Personalausgaben, Ausgaben für Öffentlichkeitsarbeit).
  • Förderung von Ausgaben für die Durchführung eines einzelnen Innovationsvorhabens (u. a. Sach- und Personalausgaben, Ausgaben für Studien, Untersuchungen, Analysen und Tests, Ausgaben für Maschinen, Instrumente und Ausrüstungsgegenstände einschl. der dafür erforderlichen baulichen Anlagen, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Durchführung des innovativen Vorhabens stehen).

Eine sogenannte Operationelle Gruppe (OG) muss aus mindestens zwei Mitgliedern bestehen, davon mindestens ein Unternehmen der landwirtschaftlichen Primärproduktion. Unter dem Begriff „Landwirtschaft“ bzw. „Landwirtschaftliche Unternehmen“ werden alle Akteure der Bereiche Landwirtschaft, Gartenbau, Weinbau sowie Forsten subsummiert.

Mitglieder einer OG können sein:

  • Unternehmen der Landwirtschaft, des Garten- und Weinbaus, der Forstwirtschaft,
  • Unternehmen des vor- und nachgelagerten Bereichs der Landwirtschaft,
  • Forschungs- und Versuchseinrichtungen,
  • Beratungs- und Dienstleistungsunternehmen oder -einrichtungen, Verbände, Vereine, berufsständische Organisationen und Körperschaften des öffentlichen Rechts,
  • sonstige Unternehmen,
  • natürliche Personen

OG können als rechtsfähige Organisationen geführt werden, bei denen ein für die inhaltliche und finanzielle Tätigkeit der OG hauptverantwortlicher Vorhabensträger (Mitglied) als Koordinator der OG zu bestimmen ist. Die Mitglieder einer OG haben ihre Beziehungen zueinander in einer schriftlichen Vereinbarung zu regeln.

  • Der Gesamtbetrag der gewährten Zuwendungen je Vorhaben ist auf maximal 600.000 Euro begrenzt.

  • Im Fall von Ausgaben für Investitionen können zusätzlich Zuwendungen mit bis zu einer Höhe von 200.000 Euro gewährt werden (für KMU).
  • Das Vorhaben einer OG muss innerhalb des Förderzeitraums von 2023-2027 beantragt und bewilligt sein.
  • Die Förderung ist auf einen Zeitraum von maximal fünf Jahren ab dem Datum der Bewilligung begrenzt.
  • Für laufende Ausgaben der Zusammenarbeit einer Operationellen Gruppe beträgt der Fördersatz 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben.
  • Für Ausgaben für die Durchführung eines einzelnen Innovationsvorhabens beträgt der Fördersatz ebenfalls 100 Prozent der förderfähigen Ausgaben, ausgenommen Investitionsausgaben.
  • Für Investitionsausgaben (Maschinen, Instrumente, Ausrüstungsgegenstände und sonstige langlebige Wirtschaftsgüter, einschließlich der dafür erforderlichen baulichen Anlagen in landwirtschaftlichen Unternehmen der Urproduktion, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Durchführung des innovativen Vorhabens entstehen) beträgt der Fördersatz 50 % der förderfähigen Ausgaben.
  • Personalausgaben werden in Form von Standardeinheitskosten („Pauschalen“) nach vier Leistungsgruppen mit jährlicher Aktualisierung der Werte der Leistungsgruppen (vgl. Anlagen 1 und 2 der RL-IZ) gefördert. Die aktuell geltenden Standardeinheitskostensätze für Personalausgaben.

Die OG muss ihren Sitz in Hessen haben.

Gemeinsame Vorhaben mit anderen Bundesländern / EU-Mitgliedstaaten auf Basis entsprechender Vereinbarungen sind möglich.

Das Vorhaben muss eine Problem- oder Fragestellung aus Hessen aufgreifen.

Die Einreichung eines Aktionsplanes sowie eine schriftliche Vereinbarung über die Zusammenarbeit als wichtigste Bestandteile des Förderantrags erfolgt zu festgelegten Stichtagen.

Für die jeweiligen Auswahlstichtage müssen die Anträge nebst Aktionsplan und einer schriftlichen Vereinbarung über die Zusammenarbeit zu festgelegten Fristen bei der Bewilligungsstelle vorgelegt werden. Die Termine für die Fristen und Auswahlstichtage.Öffnet sich in einem neuen Fenster

Für die einzureichenden Aktionspläne zur Anerkennung des Vorhabens als Bestandteil eines Antrages sind detaillierte Informationen zu der Tätigkeit der Kooperation erforderlich. Die Formulare für den Aktionsplan stehen auf der Internetseite der Bewilligungsstelle (RP-Gießen) im Download-Bereich zur Verfügung. Bei Interesse wenden Sie sich bitte an den Hessischen Innovationsdienstleister (IfLS, Frau Thietje) oder die Bewilligungsbehörde (RP Gießen, Herrn Dr. Becker, Frau Drube oder Frau Hartert).

Weitere Informationen

Alle Antragsunterlagen, Stichtage, Muster, Richtlinien und Beratung rund um die Förderung der Innovation und Zusammenarbeit finden Sie beim RegierungspräsidiumÖffnet sich in einem neuen Fenster Gießen.

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