Abgase steigen aus einem Kraftwerk in den Himmel

Treibhausgasbilanz und CO2-Bericht

Die hessische Treibhausgasbilanz sowie der CO2-Bericht dokumentieren die Entwicklung der Treibhausgasemissionen im Land Hessen.

Sie werden durch das Hessische Statistische Landesamt (HSL) erstellt. Der Treibhausgasbericht umfasst die Treibhausgase Kohlenstoffdioxid (CO2), Methan (CH4), Lachgas (N2O) und seit dem Bilanzjahr 2019 erstmalig auch die fluorierten Treibhausgase, die sogenannten F-Gase.

Neben der jährlichen Treibhausgasbilanz wird auch ein jährlicher CO2-Bericht erstellt, der nur das Treibhausgas CO2 umfasst. Allerdings ist CO2 für knapp 90 Prozent des Emissionsgeschehens in Hessen verantwortlich. Die Daten zu CO2 liegen bereits ein halbes Jahr vor der Gesamttreibhausgasbilanz vor.

Überblick Ergebnisse

  • Im Jahr 2020 wurden in Hessen insgesamt 32,5 Millionen Tonnen CO2 emittiert. Die CO2-Gesamtemissionen nahmen gegenüber dem Vorjahr um 2,5 Millionen Tonnen bzw. 7,2 Prozent ab. Im Vergleich zu 1990 verringerten sie sich um 11,3 Millionen Tonnen bzw. 25,7 Prozent.
  • Die mengenmäßig gewichtigsten CO2-Emittenten sind in Hessen der „Verkehrssektor“ und der Sektor „Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen“.
  • Der Rückgang der Verkehrsemissionen seit 1990 fällt im Vergleich zu den anderen Emissionssektoren am schwächsten aus. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich der CO2-Ausstoß des Verkehrs aufgrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie außergewöhnlich stark – von einem Fortbestand dieses Trends kann man allerdings nicht ausgehen.
  • Der Sektor „Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen“ weist in Hessen langfristig die stärkste absolute Emissionsreduktion auf. Seit 2011 ist das Emissionsniveau des Sektors jedoch (mit witterungsbedingten Ausschlägen) relativ konstant.
  • Ähnlich verhält es sich für die hessische Industrie, die ihren CO2-Ausstoß gegenüber 1990 zwar prozentual am stärksten senkte, jedoch seit 2009 keine signifikanten Emissionsrückgänge mehr aufweist.
  • Am deutlichsten reduzierten sich zuletzt die CO2-Emissionen des hessischen Energiesektors. Hier spiegelt sich die bundesweit beobachtbare Entwicklung zu einer emissionsärmeren bzw. emissionsfreien Stromerzeugung wider.

  • In Hessen wurden 2019 39,1 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente (CO2eq) emittiert.
  • Hierbei machte Kohlenstoffdioxid 89,3 Prozent des erfassten Emissionsgeschehens aus (34,9 Millionen Tonnen CO2), auf Methan entfielen 4,7 Prozent, auf Lachgas 3,3 Prozent und auf die F-Gase 2,7 Prozent der CO2-Äquivalente.
  • Die Emissionen der Treibhausgase gingen insgesamt seit 1990 um rund 24,6 Prozent zurück: Der Rückgang betrug bei Kohlenstoffdioxid 20,2 Prozent, bei Methan 66,2 Prozent und bei Lachgas 23,6 Prozent. Bei den F-Gasen stiegen die Emissionen um 9,4 Prozent.
  • Die Treibhausgasemissionen im Jahr 2019 haben sich gegenüber dem Vorjahr von 39,3 Millionen Tonnen CO2eq um 0,2 Millionen Tonnen CO2eq auf 39,1 Millionen Tonnen CO2eq verringert. Der Anstieg der F-Gas-Emissionen ist vor allem auf den verstärkten Einsatz von Kältemitteln in Kälte-und Klimaanlagen zurückzuführen. Seit 2017 ist ein Abwärtstrend beobachtbar.
  • Der hessische Energiesektor (Energieerzeugung/-umwandlung) konnte seinen CO2-Ausstoß mit minus 8,1 Prozent am stärksten reduzieren. Ursächlich dafür war wie in den Vorjahren eine weitere Verschiebung zur Nutzung weniger emissionsintensiver Energieträger. Insbesondere der rückläufige Einsatz von Stein- und Braunkohle ist hier bedeutsam.
  • Entgegen dem aktuellen Trend der anderen Sektoren stiegen die energiebedingten CO2-Emissionen des Sektors „Haushalte, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen“ 2019 im Vergleich zum Vorjahr mit 6,2 Prozent deutlich an. Die Emissionen werden hauptsächlich vom Heizbedarf bzw. dem Einsatz von Heizöl und Erdgas bestimmt. Die Schwankungen in den jährlichen Witterungsbedingungen (milder Winter 2018 vs. kühler Winter 2019) haben einen maßgeblichen Anteil an der Entwicklung. Eine wichtige Rolle spielten zudem niedrigere Heizölpreise, die sich durch angepasstes Kaufverhalten bilanziell in der Treibhausgasbilanz niederschlagen.
  • Von den Treibhausgasen zeigte Methan die deutlichste Emissionsreduktion gegenüber dem Vorjahr (- 129 000 t CO2eq bzw. - 6,5 Prozent). Der überdurchschnittliche Rückgang beruht u.a. auf einer geringeren Menge an abgelagerten organischen Abfällen.

Emissionshandel in Hessen

Deutsche Emissionshandelsstelle - zentraler Ansprechpartner

In Hessen nahmen in der 3. Handelsperiode (2013-2020) 96 Anlagen am EU-weiten Emissionshandel teil. Seit 2021 ist die 4. Handelsperiode (2021-2030) im europäischen Emissionshandel gestartet.