Die Agenda 2030 mit ihren 17 Zielen zu globalen Nachhaltigkeit.1.	Armut beenden. 2.	Ernährung sichern 3.	Gesundes Leben für alle 4.	Bildung für alle  5.	Gleichstellung der Geschlechter 6.	Wasser und Sanitärversorgung für alle  7.	Nachhaltige und moderne Energie für alle 8.	Nachhaltiges Wirtschaftswachstum und menschenwürdige Arbeit 9.	Widerstandsfähige Infrastruktur und nachhaltige Industrialisierung 10.	Ungleichheit verringern  11.	Nachhaltige Städte und Siedlungen  12. Nachhaltige Konsum- und Produktionsw

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) befähigt Kinder, Jugendliche und Erwachsene zukunftsfähig zu denken und zu handeln. Sie versetzt Menschen in die Lage abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt. So ermöglicht uns BNE, verantwortungsvolle und nachhaltige Entscheidungen zu treffen.

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Leitlinie für die Bildungsarbeit sind die weltweiten Ziele für nachhaltige Entwicklung der Agenda 2030 der Vereinten Nationen, die Sustainable Development GoalsÖffnet sich in einem neuen Fenster, sowie das globale Aktionsprogramm „BNE 2030“ und der Nationale Aktionsplan BNE.

Die 17 Ziele der nachhaltigen Entwicklung

Im September 2015 wurde von den Vereinten Nationen die Agenda 2030 mit ihren 17 ZielenÖffnet sich in einem neuen Fenster einer nachhaltigen Entwicklung verabschiedet. BNE wird in einem eigenen Unterziel aufgeführt: Alle Lernenden sollen bis zum Jahr 2030 über das Wissen und die Fähigkeiten verfügen, um eine nachhaltige Entwicklung zu befördern.

Im Zusammenhang mit der Agenda 2030 wurde im Jahr 2020 das globale Aktionsprogramm „BNE 2030“ ausgerufen, das die Ziele des Weltaktionsprogramms von 2015 bis 2019 fortführt. Der deutsche Beitrag zum Programm BNE 2030 wird durch den Nationalen Aktionsplan BNE strukturiert. Ziel ist es, BNE strukturell in der deutschen Bildungslandschaft zu verankern.

  • Ziel 1: Armut in jeder Form und überall beenden
  • Ziel 1: Armut in jeder Form und überall beenden
  • Ziel 2: Ernährung weltweit sichern
  • Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen
  • Ziel 4: Hochwertige Bildung weltweit
  • Ziel 5: Gleichstellung von Frauen und Männern
  • Ziel 6: Ausreichend Wasser in bester Qualität
  • Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie
  • Ziel 8: Nachhaltig wirtschaften als Chance für alle
  • Ziel 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
  • Ziel 10: Weniger Ungleichheiten
  • Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
  • Ziel 12: Nachhaltig produzieren und konsumieren
  • Ziel 13: Weltweit Klimaschutz umsetzen
  • Ziel 14: Leben unter Wasser schützen
  • Ziel 15: Leben an Land
  • Ziel 16: Starke und transparente Institutionen fördern
  • Ziel 17: Globale Partnerschaft

  

BNE im Umweltministerium

Für zahlreiche Umweltfachthemen ist in Hessen das Umweltministerium zuständig: von Abfall über Biodiversität, Boden, Ernährung, Klimaschutz, Landwirtschaft, Natur-, Ressourcen- und Verbraucherschutz bis hin zu Wald und Wasser.

Diese Themen werden in pädagogische Angebote für Kinder, Jugendliche und Erwachsene umgesetzt. Die Angebote sind im Sinne einer Bildung für nachhaltige EntwicklungÖffnet sich in einem neuen Fenster gestaltet, d.h. sie vernetzen Themen, schauen auf den eigenen Alltag und die globalen Auswirkungen und wie man Veränderungen zugunsten der nachhaltigen Entwicklung selbst umsetzen kann. Das Umweltministerium ist dabei für die non-formale, außerschulische Bildung zuständig. Es arbeitet aber auch immer wieder mit Schulen, eng zusammen. Im „Schuljahr der Nachhaltigkeit“Öffnet sich in einem neuen Fenster lernen Grundschulkinder zwei Jahre lang in fächerübergreifenden Lernwerkstätten, was Klimaschutz, biologische Vielfalt und nachhaltige Ernährung miteinander verbindet. Dabei arbeiten Umweltpädagoginnen und -pädagogen im Tandem mit den Lehrkräften. Dieses Konzept wird auch bei der KlimabildungÖffnet sich in einem neuen Fenster, einer Maßnahme des Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025 genutzt: Im Klima-Schuljahr der Nachhaltigkeit für die Primarstufe, der Lernwerkstatt Klimawandel für die Sekundarstufe I und Angeboten zur Ernährungsbildung wie der Werkstatt Ernährung oder dem Bauernhof als Klassenzimmer.

Um diese pädagogischen Angebote landesweit umzusetzen, arbeitet das Umweltministerium in allen Projekten in landesweiten Netzwerken mit Vereinen, Verbänden, Wirtschaft oder Wissenschaft zusammen. Neun regionale BNE-NetzwerkeÖffnet sich in einem neuen Fenster bieten Plattformen für den Austausch von Umweltzentren, Schulen, Kitas, Vereinen, Firmen und anderen Bildungsinteressierten.

Das Netzwerk SchulgärtenÖffnet sich in einem neuen Fenster stellt die Bedeutung des Lernortes für die BNE heraus und bringt über 300 engagierte Lehrkräfte, außerschulische Pädagoginnen und Pädagogen sowie Gartenfreunde zusammen. Auch Schulen werden durch tragfähige landesweite Netzwerke unterstützt: So werden die mehr als 200 UmweltschulenÖffnet sich in einem neuen Fenster seit mehr als zehn Jahren von elf Umweltbildungszentren bei BNE-Projekten beraten. Die Umweltschulen sind ein Netzwerk unter dem Dach „Nachhaltigkeit lernen in Hessen“Öffnet sich in einem neuen Fenster, unter dem sich weitere Schulen vernetzen. Dieses Zusammenspiel von pädagogischen Angeboten und Netzwerken bildet das Herz der vielfältigen Bildungsprojekte.

Vertreterinnen und Vertreter der Bildungspartner aus Verwaltung, Zivilgesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft sind seit 2015 am Runden Tisch BNEÖffnet sich in einem neuen Fenster vereint, mit dem Ziel, den Nationalen Aktionsplan BNE in Hessen umzusetzen und BNE in allen Bildungsbereichen strukturell zu verankern. Der Runde Tisch BNE wird deshalb bis zum Ende der Agenda 2030 fortgeführt.

Bildung für nachhaltige Entwicklung stellt als umfassendes Bildungskonzept hohe Anforderungen an die pädagogische Praxis und die gesamte Organisation der Bildungsarbeit. Als eines der ersten Bundesländer hat Hessen 2013 eine BNE-Zertifizierung eingeführt. Um das Zertifikat „Bildungsträger für nachhaltige Entwicklung" zu erhalten, müssen die Antragsteller festgelegte Qualitätskriterien erfüllen sowie im Rahmen einer Selbstevaluation nachweisen, dass sie mit ihren Angeboten die primären Zielgruppen Schule und Vorschule erreichen und dabei die zu Grunde liegenden Bildungsstandards berücksichtigen. Die Zertifizierung gilt für einen Zeitraum von zunächst drei Jahren, das Verfahren ist für die Antragsteller kostenlos.

BNE-Zertifikate sind bisher an mehr als 60 Bildungseinrichtungen und Einzelanbieter verliehen worden und müssen alle drei Jahre erneuert werden. Ein weiterer Qualitätsnachweis ist das langjährig etablierte Zertifikat der WaldpädagogikÖffnet sich in einem neuen Fenster. Für Zielgruppen wie Schulen und Kitas erleichtern die Zertifikate die Auswahl qualitativ hochwertiger BNE-Anbieter in ihrer Region. Auch bei den Schulen wird die Qualitätsentwicklung gewürdigt: Mit den Auszeichnungen zur Umweltschule oder zum Schuljahr der Nachhaltigkeit wird das gemeinsame Engagement der Schulgemeinde sichtbar gemacht. Mit vielen Schulen anderer Auszeichnungen vernetzen sie sich unter dem Dach „Nachhaltigkeit lernen in Hessen“.

Das Zertifikat ist die Voraussetzung zur Mitarbeit in den Bildungsprojekten des Umweltministeriums: Alle Projektnehmer in der Klimabildung, die Beratungseinrichtungen der Umweltschulen, die Koordinierungsstellen der BNE-Netzwerke und die Partner im BNE-Pakt des Landes sind BNE-zertifiziert.

Das Umweltministerium hat mit 15 regional bedeutsamen Umweltbildungs- und Nachhaltigkeitszentren im Jahr 2020 einen bundesweit einzigartigen Pakt für eine starke Bildung für nachhaltige Entwicklung geschlossen. Ziel des Paktes ist es, die Angebote der Partner zu verstetigen und weiterzuentwickeln, die landesweite Vernetzung zu stärken und die gemeinsame Qualitätsentwicklung voranzutreiben.

Alle Zentren sind BNE-zertifizierte Bildungsträger und bereits seit Jahren wichtige Partner für die Landesregierung in der Umsetzung der BNE. Sie beraten und koordinieren die hessischen Umweltschulen auf regionaler Ebene, sowie die regionalen BNE-Netzwerke und setzen Klimabildungsprojekte im Rahmen des Klimaschutzplans um. Sie wandeln komplexe Themen wie Biodiversität, Klima- oder Ressourcenschutz in begreifbare Bildungsangebote um und bieten

diese in Schulen, Kitas, Hochschulen sowie in außerschulischen Veranstaltungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene an. Pro Jahr nehmen etwa 100.000 Menschen die Angebote wahr.

Folgende Umweltbildungseinrichtungen sind Partner des BNE-Paktes:

  • AZN Naturerlebnishaus Heideberg
  • Beratungsstelle ökologische Bildung, Bad Homburg
  • Lernbauernhof Armada, Wiesbaden
  • Holz- und Technikmuseum Wettenberg
  • Jugendwaldheim Roßberg
  • Kollektiv von morgen, Marburg
  • Naturschutzhaus Weilbacher Kiesgruben, Flörsheim
  • Naturschutzzentrum Bergstraße, Bensheim
  • Hofgut Oberfeld, Darmstadt
  • Umweltbildungszentrum Licherode
  • Umweltlernen in Frankfurt
  • Umweltzentrum Hanau
  • Umweltzentrum Fulda
  • Wassererlebnishaus Fuldatal
  • WeltGarten Witzenhausen

Klimabildung gegen Klimawandelleugnung

Seit 2018 werden Projekte zur Klimabildung entwickelt und umgesetzt. Sie sind an den Prinzipien der BNE ausgerichtet, stärken Kompetenzen im Bereich Klimaschutz und helfen dabei, Klimabildung als Querschnittsthema im Bildungskontext zu verankern. Bis Ende 2021 haben die Angebote mehr als 75.000 Personen erreicht.

In der hessischen Klimabildung wirken Behörden und Bildungspartner zusammen. Verschiedene Ministerien und Fachbehörden wie die Landesenergieagentur, das Fachzentrum Klimawandel und Anpassung und der Landesbetrieb Landwirtschaft sind dabei. Sie alle präsentieren ihre Angebote auf dem hessischen KlimabildungsportalÖffnet sich in einem neuen Fenster. Viele der Projekte wurden am 7. April 2022 auf der digitalen FachtagungÖffnet sich in einem neuen Fenster „Die Große Transformation im Kleinen – Klimabildung für nachhaltige Entwicklung in Hessen“ präsentiert.

  • Die Lernwerkstatt KlimawandelÖffnet sich in einem neuen Fenster für die Sekundarstufe I behandelt die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Klimawandels, Folgen und Anpassungen sowie erneuerbare Energien. Mit interaktiven Lernstationen wie einem eigens entwickelten CO2-Flipper erhalten Schülerinnen und Schüler einen spielerischen Zugang zu Phänomenen wie dem Treibhauseffekt.
  • In einem Klima-Schuljahr der NachhaltigkeitÖffnet sich in einem neuen Fenster werden Lernwerkstätten zu Klimaschutz, Energie und Ernährung in Grundschulen durchgeführt und Angebote für die Sekundarstufe I entwickelt und erprobt.
  • Das Projekt Kooperation Klimabildung und EnergieberatungÖffnet sich in einem neuen Fenster stärkt die Zusammenarbeit zwischen Umweltpädagogen und Energiefachleuten.
  • Die Wanderausstellung „Klima auf Tour“Öffnet sich in einem neuen Fenster ist ein niedrigschwelliges Angebot, um Bürgerinnen und Bürger für den Klimaschutz zu sensibilisieren. Auf der Basis von Lastenrädern wurden Pop-up-Stände zu klimarelevanten Themen entwickelt. Diese machen an zentralen Orten wie Marktplätzen Halt und laden die Menschen vor Ort ein, sich auf interaktive Weise mit Fragestellungen zu Ernährung, Konsum und Energie auseinanderzusetzen.
  • Ganze Schulgemeinschaften haben in dem Projekt der Deutschen Umwelthilfe e.V. mit Förderung des Umweltministeriums zehn klimafreundliche SchulhöfeÖffnet sich in einem neuen Fenster geplant. Eine digitale Tool-Box und ein Handlungsleitfaden stehen digital für alle zur Verfügung. Für Klimaanpassungsmaßnahmen wie Entsiegelung, Begrünung und Beschattung können Kommunen als Schulträger Mittel aus der Hessischen Klimarichtlinie beantragen. Die Kombination von fachlich-planerischer und finanzieller Unterstützung bei Baumaßnahmen ist ein Erfolgsprojekt und trägt zur Verankerung von Klimaschutz in der Kommune bei.
  • KlimalehrpfadeÖffnet sich in einem neuen Fenster laden von Nord- bis Südhessen dazu ein, auch in der Freizeit das Thema zu erkunden: In Wiesbaden informiert der interaktive Lehrpfad anhand der Themen Biodiversität, Nutztierhaltung und Wassernutzung über die Wechselwirkungen von Klima und Landwirtschaft.
  • Klimaangepasstes und ressourcenschonendes Gärtnern sowie regionale und saisonale Ernährung sind Themen der Fortbildungsangebote im Netzwerk SchulgärtenÖffnet sich in einem neuen Fenster mit inzwischen mehr als 300 Mitgliedern.
  • Ernährungsbildung ist ebenfalls eine prioritäre Maßnahme des Integrierten Klimaschutzplans Hessen 2025. Sie umfasst eine Vielzahl von Einzelinitiativen und Projekten des Umweltministeriums, wie z.B. die Initiative „Bauernhof als Klassenzimmer“, die Werkstatt Ernährung, die Kinder-Kochkurse oder den Ernährungsführerschein des Bundeszentrums für Ernährung (BZfE).
  • Weitere Angebote zur Klimabildung, zum Beispiel des Sozialministeriums, der Landesenergieagentur und des Wirtschaftsministeriums oder von HessenForst zu „Wald und Klima“Öffnet sich in einem neuen Fenster sind ausführlich auf dem KlimabildungsportalÖffnet sich in einem neuen Fenster vorgestellt.
Hessische Umweltministerium Priska Hinz

In Hessen ist kein Platz für Klimawandelleugnung, Verschwörungserzählungen und rechtsextreme Ideologien. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass für den CO2-Anstieg in der Erdatmosphäre der Mensch verantwortlich ist. Trotzdem gibt es Interessensgruppen, die Zweifel an der Klimakrise streuen.

Priska Hinz Umweltministerin

Diesen Desinformationen, Verschwörungstheorien und rechten Erzählungen treten wir zusammen mit hessischen BNE-Netzwerken und Umweltbildungszentren in der gemeinsamen Bildungsarbeit entschieden entgegen.

Die Erklärung findet nun Eingang in die Bildungsangebote des Umweltministeriums: Klimawandelleugnung wird als eigenes Thema in die Lernwerkstatt Klimawandel aufgenommen. Damit steht ab Ende 2022 hessenweit ein fachlich anspruchsvolles Lernangebot für die Sekundarstufe I bereit. Neben Zahlen, Fakten und Experimenten zu naturwissenschaftlichen Zusammenhängen erfahren Schülerinnen und Schüler den Klimawandel als ganzheitliches und nicht zuletzt bildungspolitisches Thema.

Auch bei der Qualifizierung der BNE Pädagoginnen und Pädagogen bleibt das Thema im Fokus. Zukünftig werden in den BNE-Netzwerken Fortbildungen zum Umgang mit Fake News und zur Kommunikation mit Klimawandelleugnern angeboten.

Die Erklärung ist das Ergebnis einer Veranstaltungsreihe, die Engagierte im Bereich der BNE für die Unterwanderung von Naturschutz- und Nachhaltigkeitsthemen durch rechtsextreme Gruppen und Desinformationen durch Klimawandelleugnung sensibilisiert hat. Unterstützt wurde die Veranstaltungsreihe durch die Fachstelle Radikalisierungsprävention und Engagement im Naturschutz (FARN e.V.), die die historischen und aktuellen Verknüpfungen des deutschen Natur- und Umweltschutzes mit extrem rechten und völkischen Strömungen untersucht.

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserem Portal zur Klimabildung. Öffnet sich in einem neuen Fenster