Baum aus der Froschperspektive gen Himmel

Wald in Hessen

Die hessischen Wälder erfüllen vielfältige Funktionen. Sie sind Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sorgen für gesunde Luft und sauberes Wasser, tragen durch die Bindung von Kohlendioxid wesentlich zum Klimaschutz bei und sind gerade in den ländlichen Räumen Hessens ein wichtiger Wirtschaftsfaktor.

Insgesamt umfasst die Waldfläche in Hessen 894.180 Hektar, das sind etwa 42 Prozent der Landesfläche. Mit diesem Waldanteil liegt Hessen zusammen mit Rheinland-Pfalz an der Spitze der Bundesländer, vor dem Saarland mit 39,9 Prozent, Baden-Württemberg mit 38,4 Prozent und Bayern mit 36,9 Prozent Waldfläche. Größter Waldbesitzer in Hessen ist das Land, ihm gehören 38 Prozent der gesamten Waldfläche. 36 Prozent sind Körperschaftswald. Dieser verteilet sich auf 418 Gemeinden beziehungsweise Städte. Nur acht hessische Gemeinden besitzen keinen Wald. Ein Viertel der Waldfläche ist Privatwald einschließlich Gemeinschaftswald. Ein Drittel des Privatwaldes ist bäuerlicher Kleinprivatwald. In Hessen gibt es rund 60.000 Waldbesitzende, wobei es sich überwiegend um Kleinprivatwaldbesitzende handelt.

Baumartenanteile im hessischen Wald

 
Eiche Buche sonst. Laubholz Fichte Kiefer Sonst. Nadelholz
14% 31% 14% 22% 10% 9%

Die Waldverteilung ist in Hessen sehr unterschiedlich. In der Wetterau und dem Gießener Becken beträgt der Waldanteil nur 15 Prozent. Hier dominieren fruchtbare Böden, die schon seit frühester Zeit landwirtschaftlich genutzt werden. Auch in der Rhein-Main-Ebene ist der relativ geringe Waldanteil von 26 Prozent zum einen auf die nährstoffreichen landwirtschaftlich genutzten Böden, zum anderen aber auch auf den extrem hohen Flächenbedarf für den Bau von Siedlungen und Industrieanlagen und die Verkehrserschließung im Ballungsraum zurückzuführen.

Hohe Waldanteile mit über 50 Prozent gibt es im Odenwald, Spessart, Taunus, nördlichen hessischen Schiefergebirge und im Weserbergland. In diesen Gebieten steigt der Waldanteil weiter, weil Landwirtinnen und Landwirte weniger ertragreiche Böden aufgeben. Im Ballungsraum, wo der Wald insbesondere wegen seiner Ausgleichs- und Erholungsfunktionen einen besonders hohen ökologischen Wert in unserer Landschaft darstellt, stagniert der Waldanteil beziehungsweise geht er zurück.

Struktur der Forstwirtschaft in Hessen

Im Jahre 2005 waren in Hessen gut 1.000 reine Forstbetriebe ansässig. Die meisten Forstbetriebe in Hessen (59 Prozent) sind kleinere Betriebe mit Flächengrößen bis 200 Hektar. Sie bewirtschaften fünf Prozent der gesamten Forstbetriebsfläche. Etwa ein Viertel (26 Prozent) sind mittlere Betriebe mit Flächen zwischen 200 und 1.000 Hektar - 16 Prozent der Forstbetriebsfläche sind in ihrem Besitz. Der mit Abstand größte Teil der Gesamtforstbetriebsfläche, nämlich 79 Prozent, entfällt auf die großen Betriebe mit über 1.000 Hektar Fläche.

Der Wald stellt - insbesondere in ländlichen Regionen - einen wichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Allein im sogenannten Cluster "Forst und Holz" arbeiten rund 57.000 Menschen in 11.000 Unternehmen in Hessen. Davon entfielen allerdings rund 30.000 Beschäftigte allein auf das Verlags- und Druckgewerbe in Hessen. Wesentliche Arbeitgeber waren außerdem der Bereich der Herstellung von Möbeln, Schmuck, Musikinstrumenten, Sportgeräten, Spielwaren und sonstigen Erzeugnissen (rund 8.600 Beschäftigte) sowie das Papiergewerbe mit ca. 7.600 Beschäftigten, gefolgt vom Holzgewerbe (ohne Herstellung von Möbeln) mit rund 5.300 Beschäftigten. Die Branchen der Holzwirtschaft erzielten im Jahr 2003 in Hessen eine aggregierte Bruttowertschöpfung von rund 3,3 Milliarden Euro. Der aggregierte Jahresumsatz der hessischen Holzwirtschaft belief sich in 2004 auf etwa 11,3 Milliarden Euro, was einem Anteil am deutschlandweiten Umsatz dieses Wirtschaftsbereiches von rund 6 Prozent entspricht.