Schwarzbach

Spurenstoffstrategie

Das Wasser im Hessischen Ried ist vielen Belastungen ausgesetzt und gleichzeitig ein bedeutender Trinkwasserlieferant für den Ballungsraum Rhein-Main. Einige Fließgewässer bestehen bei Niedrigwasser zu nahezu 100 Prozent aus Einleitungen von geklärtem Abwasser, gleichzeitig werden 50 bis 60 Prozent des Trinkwassers für den Ballungsraum Rhein-Main hier gewonnen.

Ziel der Spurenstoffstrategie für das Hessische Ried ist es, die Gewässerqualität im Ried zu verbessern und die dortigen Grundwasservorkommen langfristig für die Trinkwassernutzung zu schützen. Sie legt notwendige Maßnahmen zur Vermeidung von Spurenstoffeinträgen in die Oberflächengewässer und das Grundwasser des Hessischen Rieds fest. Aus den Erfahrungen die im Hessischen Ried gemacht werden, sollen Erkenntnisse für ganz Hessen gewonnen werden.

Die Spurenstoffstrategie sieht vor, die Einleitung von Spurenstoffen durch gewerbliche Direkt- und Indirekteinleiter zu reduzieren. Dabei wird zum einen auf Information und Aufklärung von Gewerbetreibenden gesetzt zum anderen auf entsprechende Erlaubnis- bzw. Genehmigungserteilung. Auch Bürgerinnen und Bürger können ihren Beitrag leisten: Flüssige Altmedikamente werden teilweise über die Toilette in die Kläranlage entsorgt, wodurch die Gewässer zusätzlich belastet werden. Durch die Sanierung undichter Abwasserkanäle können Grundwasserbelastungen im städtischen Raum vermieden werden. Das Umweltministerium geht deshalb auf Anlagenbetreiber zu, um die Sanierung undichter Kanäle im Hessischen Ried zu beschleunigen. Das Land achtet bei der öffentlichen Beschaffung auf die Verwendung umweltfreundlicher Materialien und Mittel achten zum Beispiel weniger Pflanzenschutzmitteln auf landeseigenen Flächen und der Verwendung umweltfreundlicher Putzmittel in öffentlichen Einrichtungen. Ein weiterer Bestandteil der Spurenstoffstrategie ist der Ausbau ausgewählter kommunaler Kläranlagen mit einer vierten Reinigungsstufe zur Spurenstoffelimination.

Weiterhin soll ein Dialogforum den Umsetzungsprozesses begleiten. Das Dialogforum wird den Fachaustausch von Wasserbehörden, Kommunen, Wasserversorgern, Umweltverbänden, Industrie und Landwirtschaft sowie Akteuren aus dem Gesundheitswesen zum Thema Minderung von Spurenstoffeinträgen ermöglichen und die gemeinsame Arbeit an Lösungen unterstützen.

Dieses Gutachten, das vor dem Hintergrund der Frage der Notwendigkeit und Machbarkeit der Sanierung der Landgrabensedimente erstellt wurde, wertet mehr als 20 bereits seit 1990 erstellte Gutachten zu der Belastungssituation und den Sanierungsmöglichkeiten des Landgrabens sowie aktuelle Messdaten aus.

Das Gutachten kommt zu dem Ergebnis, dass die Belastung mit Schadstoffen im Sediment des Landgrabens seit 2003 zurückgegangen ist. Außerdem wird deutlich, dass diese Schadstoffe im Bodensediment gut gebunden sind, solange diese nicht entnommen werden, verbleiben sie im Bodensediment. Darüber hinaus schützt das Bodensediment das Grundwasser vor dem Eindringen von Schadstoffen aus dem Abwasser. Eine Sanierung des Landgrabens birgt zwei Gefahren: Zum einen würde das Abwasser wegen des entnommenen Bodensediments direkt ins Grundwasser gelangen. Zum anderen könnten die Schadstoffe aus dem Bodensediment freigesetzt werden und damit auch in das Oberflächenwasser und das Grundwasser gelangen. In beiden Fällen wäre die Grundwasserqualität zur Trinkwassergewinnung beeinträchtigt. Die klare Empfehlung des Gutachtens lautet daher zum aktuellen Zeitpunkt auf eine Sanierung des Landgrabens zu verzichten. Die Landesregierung wird dieser Empfehlung folgen.

Die Landesregierung wird stattdessen die Verbesserung der Wasserqualität weiter vorantreiben. Mit der Umsetzung der im Rahmen der „Spurenstoffstrategie Hessisches Ried“ vorgesehenen Maßnahmen wie dem Ausbau der vierten Reinigungsstufe an relevanten Kläranlagen, der Reduzierung zusätzlicher Belastungen aus sonstigen Einleitungen wird eine weitere Minderung der Schadstoffeinträge erreicht.