Gruppenfoto Menschen haben Förderbescheid und LEADER- Schilder in der Hand.

Hessisches Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt, Weinbau, Forsten, Jagd und Heimat

Landwirtschafts-Staatssekretär übergibt Förderbescheide im Lahn-Dill-Kreis

Der Staatssekretär im Hessischen Landwirtschaftsministerium, Daniel Köfer, hat das europäische Regionalförderprogramm LEADER gewürdigt. Es stärke die Regionen und trage zur Gleichwertigkeit der Lebensverhältnisse in Stadt und Land bei, sagte Köfer am Freitag vor Vertretern von Kommunen in Aßlar-Werdorf (Lahn-Dill-Kreis).

Er übergab dort gemeinsam mit dem Ersten Kreisbeigeordneten Roland Esch Förderbescheide in Höhe von über 260.000 Euro. Köfer sagte: „Das Besondere ist das gemeinsame Engagement von politischen Entscheidungsträgern und weiteren Aktiven vor Ort. Auf der Grundlage einer gemeinsam erarbeiteten Lokalen Entwicklungsstrategie entwickeln Verbände, Initiativen, Kommunen und Betriebe Maßnahmen zur Umsetzung der formulierten Ziele und erhalten für die Umsetzung Fördermittel aus unserer Regionalentwicklung. Deshalb passen LEADER-Projekte immer wie maßgeschneidert in die Region und entfalten dort ihre Wirkungskraft.“

Die geförderten Maßnahmen im Lahn-Dill-Kreis

Die Stadt Aßlar plant den Einbau einer rollstuhlgerechten Retirade im Nebengebäude des Schlosses im Stadtteil Werdorf, damit  Menschen mit körperlichen Einschränkungen die Möglichkeit haben, die Museumsbereiche auf Terrainebene sowie kulturelle Veranstaltungen auf dem Schlosshof nutzen zu können. Das 75.000 Euro teure Projekt wird mit rund 37.000 Euro gefördert.

Die Stadt Leun möchte die Attraktivität des Bornhäuschens im Stadtteil Biskirchen ausbauen. Konkret handelt es sich um Sanierungsarbeiten am Fachwerk. Zudem wird es ein neues Raumkonzept für das Museum geben, welches auch die grafische Gestaltung der Tafelinhalte sowie die benötigte museale Ausstattung beinhaltet. Das 130.000 Euro teure Projekt wird mit rund 76.000 Euro gefördert.

Die Gemeinde Lahnau will einen Sozialkoordinator einstellen, um künftige Herausforderungen im sozialen Bereich besser koordinieren zu können. Dabei geht es unter anderem um den Aufbau einer Beratungs- und Anlaufstelle für Vereine und Ehrenamtliche in Lahnau (Qualifizierungsangebote, Fördermöglichkeiten etc.) sowie für die Lahnauer Bürger und Bürgerinnen. Die geplanten Gesamtkosten für zwei Jahre belaufen sich auf 130.000 Euro netto. Die Förderung beträgt rund 81.000 Euro.

Der Lahn-Dill-Kreis will ein Kooperationsprojekt Potenzialanalyse Karbonisierung auf den Weg bringen. Die knapp 24.000 Euro teure Maßnahme wird mit rund 16.000 Euro gefördert. Ziel ist es, einen Überblick über den aktuellen Stand der verfügbaren und erprobten Anlagentechnik zu geben, die nutzbaren Biomassequellen im Lahn-Dill-Kreis zu ermitteln und eine mögliche Verwendung von Pflanzenkohle aufzuzeigen. Dazu soll auch Bezug zur allgemeinen Bodenbeschaffenheit im Kreisgebiet genommen und Verfahren zur Bodenverbesserung bzw. dauerhaften Speicherung von Pflanzenkohle aufgezeigt werden. Neben diesem Überblick sollen mithilfe einer vereinfachten Wirtschaftlichkeitsbewertung beispielhafte Projekte im Kreisgebiet aufgezeigt werden.

Außerdem gibt es eine Förderung zur Existenzgründung der Brotkultur Hüttenberg. Deren Betreiber besitzt eine Ausnahmebewilligung zum Backen von Sauerteigbrot und ist in die Handwerksrolle eingetragen. Als wichtiger Aspekt für die Rohstoffe steht das Thema Nachhaltigkeit und Regionalität. Mehlsorten und Saaten von einer regionalen Mühle bezogen. Die Förderung umfasst neben baulichen Umbauten auch Ausstattungsgegenstände. Die Bäckerei wurde bereits am 1. März eröffnet. Zunächst wird sie immer freitags geöffnet sein. Die Investitionskosten betragen knapp 170.000 Euro, die Förderung 50.000 Euro.

Hintergrund:

LEADER steht kurz für "Liaison entre actions de développement de l'économie rurale“ (deutsch: Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) und ist eine EU-Förderstrategie zur Mobilisierung und Umsetzung der Entwicklung in ländlichen Gemeinschaften. Eine Lokale Entwicklungsstrategie (LES) und die Einrichtung einer Lokalen Aktionsgruppe (LAG) als Träger der lokalen Entwicklungsstrategie sind Voraussetzung für die Anerkennung als Fördergebiet.

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