Flussarm (Werra) durchfließt eine grüne Naturlandschaft.

Grünes Band Hessen

Das Grüne Band ist ein Korridor weitgehend unberührter Natur entlang der ehemaligen deutschen Grenze. Mit der Ausweisung des Grünen Bandes soll der ehemalige Grenzstreifen als Erinnerungslandschaft mit landeskundlicher, wissenschaftlicher und kulturhistorischer Bedeutung bewahrt werden.

Die stark befestigten Sicherungsanlagen entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze führten dazu, dass sich in dieser dünn besiedelten Region eine einzigartige Naturlandschaft mit schützenswerten Biotopstrukturen entwickeln konnte.

Vom Eismeer bis zum Schwarzen Meer: Ein europäisches Grünes Band

Nach dem Fall des „Eisernen Vorhanges“ entstanden erste Initiativen mit dem Ziel, den ehemaligen Grenzstreifen mit der Bezeichnung „Grünes Band“ als Erinnerungslandschaft und gleichzeitig als Biotopverbundsystem für den Natur- und Artenschutz zu erhalten. In Deutschland haben bereits die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen den Streifen als Nationales Naturmonument verankert.

Auch der hessische Koalitionsvertrag für die 20. Legislaturperiode sieht vor, die Flächen im Anschluss an das Grüne Band Thüringen auch auf der hessischen Seite als Nationales Naturmonument (NNM) auszuweisen.

Gemeinsam mit den anderen Umweltministerien wurde bei der im Herbst 2019 stattfindenden Umweltministerkonferenz (UMK) sich einstimmig für ein Grünes Band Deutschland ausgesprochen. Aktuell bereitet das Hessische Umweltministerium ein Gesetz vor, das noch 2022 in den Hessischen Landtag eingebracht und das Grüne Band als Nationales Naturmonument verankern soll.

- Stand Aug. 2022

Grünes Band Hessen

Das „Grüne Band Hessen“ verläuft auf einer Länge von rund 260 Kilometer durch drei Landkreise und 21 Kommunen. Dabei ist das es bereits zum Teil in bestehenden (Natur-)Schutzgebiete einbezogen.

Inhaltlich ist es in drei Zonen und kulturhistorische Erinnerungspunkte gegliedert.

Das Grüne Band gliedert sich inhaltlich in drei Zonen und kulturhistorische Erinnerungspunkte:

Zone I: Kernflächen (29% der Gesamtfläche)

Diese Zone besteht aus Flächen mit herausragender naturschutzfachlicher Bedeutung. Schon heute stehen diese Flächen als Naturschutzgebiete oder Kernflächen von Hessen- Forst unter besonderem Schutz. In der Zone I gelten die Vorschriften wie sie in Naturschutzgebieten grundsätzlichen geregelt bzw. bereits vorhanden sind. Zone I umfasst somit die Kernbereiche des geplanten Naturmonumentes.


Zone II: Bestehende Schutzgebiete (56% der Gesamtfläche)

Bereiche mit besonderer naturschutzfachlicher Bedeutung finden sich in Zone II. Ein großer Anteil ist Bestandteil des Natura2000-Netzes der EU (FFH- und Vogelschutzgebiete) und weist ebenfalls schon heute einen Schutzstatus auf. Hier sind entsprechende Entwicklungsziele in Verbindung mit einhergehenden Förderprogrammen
umzusetzen. Der Vertragsnaturschutz spielt hier eine große Rolle.


Zone III: Förderzone (15% der Gesamtfläche)

In Zone III finden sich landwirtschaftlich genutzte Flächen ohne derzeitige besondere naturschutzfachliche Bedeutung. Diese Flächen haben jedoch eine unverzichtbare Verbundfunktion. Die Umsetzung von Maßnahmen soll mittel- bzw. langfristig über freiwillige Vereinbarungen (z. B. Nutzungsvereinbarungen, Ankauf,
Pacht) erfolgen.

  • Ca. 260 km Länge
  • 3 Landkreise mit 21 Kommunen
  • Ca. 8.260 ha
  • Lückenschluss im europäischen Grünen Band durch die Verbindung vorhandener Schutzgebiete
  • Grenzübergreifender Biotopverbund mit Thüringen
  • Gezielte Förderung touristischer und landwirtschaftlicher Entwicklung

Durch kulturhistorische Erinnerungspunkte im gesamten Grenzgebiet wie zum Beispiel die Orte des Wanfrieder Abkommens oder Point Alpha, die besonders hervorgehoben werden und eine Förderung erfahren, sollen auch die bereits bestehenden touristischen Infrastruktur gestärkt werden. Durch die Erweiterung des Grünen Bandes in Hessen kann so  gleichberechtigt mit dem Grünen Band in Thüringen die Erinnerungskultur entlang der hessisch-thüringischen Grenze um Aspekte aus dem ehemals westdeutschen Blickwinkel vervollständigt werden. Damit gehört auch der hessische Teil entlang der „Zonengrenze“ zur einzigartigen Erinnerungslandschaft des Grünen Bandes.

Das Grüne Band ist weit mehr als ein Naturschutzprojekt. Es ist ein Stück lebendige Geschichte und zeigt durch seine wichtigen Erinnerungsorte und durch die natürliche Entwicklung der Lebensräume, wie eine ehemals hochgerüstete Grenze mit Todesstreifen zu einem verbindenden
Lebensraum werden kann.

Priska Hinz Hessische Umweltministerin

UNESCO-Welterbe als langfristiges Ziel

Die Gesamtheit des Grünes Bands ertreckt sich auf 12.000 Kilometern vom Eismeer bis zum Schwarze Meer. Hessen ist damit Teil eines internationales Projekts und arbeitet gemeinsam mit anderen Ländern daran, das Grüne Band zum UNESCO-Welterbe zu machen. Als erstes westdeutsches Bundesland ist es damit Teil dieses europäischen Leuchtturmprojekts für den Erhalt der Artenvielfalt und die Bewahrung eines wichtigen Teils unserer Geschichte.

Übersichtskarte Grünes Band Deutschland

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