Ein naturnaher Gewässerabschnitt der Fulda

Flüsse und Bäche

Hessen ist durchzogen von Quellen, Bächen und Flüssen. Insgesamt durchziehen rund 23.600 km Bäche und Flüsse das Bundesland Hessen. Hierbei verlaufen rund 18.600 km Fließstrecke in freier Landschaft und etwa 3.200 km sind bebauten Bereichen zuzuordnen. Je vielfältiger ein Gewässer samt seiner Ufer und Auen ist, desto wertvoller ist es als Lebensraum.

Nachdem über viele Jahrzehnte der Mensch in die Gewässerökosysteme eingegriffen hat, sind natürliche oder naturnahe Flüsse und Bäche selten geworden. Sie wurden begradigt und ausgebaut, in den Ortslagen wurden sie oftmals in ein starres Betonbett gezwängt oder verrohrt, Ufersäume wurden gerodet und Auenflächen zur besseren Bewirtschaftung durch Entwässerung trockengelegt. Die Gewässer in Hessen sind deshalb vielfach in einem naturfernen Zustand.

Die WasserrahmenrichtlinieÖffnet sich in einem neuen Fenster fordert u.a. den guten ökologischen Zustand der oberirdischen Gewässer zu erhalten bzw. bis Ende 2015 (mit Verlängerung bis spätestens 2027) zu erreichen. Hierfür muss eine entsprechende Gewässerstruktur vorhanden sein.

Naturnahe Gewässer und Uferzonen weisen eine Vielfalt verschiedener Lebensräume auf. Diese dienen den dort lebenden Arten u.a. als Nahrungs- und Laichhabitate. Essenziell für naturnahe Gewässer sind neben vielfältigen Strukturen unter anderem auch die ökologische Durchgängigkeit und die Beschattung. Die Durchgängigkeit ist meist durch Querbauwerke wie Wehre unterbrochen und zerschneidet beispielsweise Wanderfischarten, wie Aal und Lachs, den Weg zwischen den Laich- und Futterhabitaten. Die Beschattung ist, vor allem vor dem Hintergrund des Klimawandels, sehr wichtig, um eine Erhöhung der Wassertemperatur zu verhindern. Vor allem in besonderen Bereichen wie den Bachquellen kann bereits ein geringer Temperaturanstieg negative Auswirkungen auf das Ökosystem haben.

Um die hessischen Gewässer wieder in einen naturnahen Zustand zu bringen, sollte an stärker verbauten Gewässerabschnitten durch Renaturierungen eine eigendynamische Gewässerentwicklung ermöglicht werden. Auch der Verbleib von Totholz im Gewässer trägt zu einer eigendynamischen Entwicklung der Gewässer bei.

Renaturierter Bach

Zurück zur Natur

100 Wilde Bäche für Hessen

Mit dem Programm unterstützt das Land die Kommunen bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie. Durch Renaturierungen werden Bäche aus ihrem Betonbett befreit und naturnah gestaltet.

Förderung

Das Land Hessen unterstützt die gewässerunterhaltungspflichtigen Kommunen, um die Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Sowohl Maßnahmen zur Gewässerentwicklung als auch Hochwasserschutzmaßnahmen werden gemäß der „Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Gewässerentwicklung und zum Hochwasserschutz“ gefördert. Zusätzlich bietet die Landesregierung den Gewässerunterhaltungspflichtigen zur Unterstützung den Einsatz von Gewässerberaterinnen und -beratern an.

Flussgebietgemeinschaften

Die Wasserbehörden der Länder haben sich an allen großen Flüssen zu Flussgebietsgemeinschaften zusammengeschlossen.

Die FGG Rhein hat zum 1. Januar 2012 ihre Arbeit mit einer ständigen Geschäftsstelle in Worms aufgenommen. Sie befasst sich mit wasserwirtschaftlichen Problemen am Rhein ab dem Abfluss des Rheins aus dem Bodensee bis zur deutsch-niederländischen Grenze. Die Deutsche Kommission zur Reinhaltung des Rheins (DK Rhein) wurde zeitgleich aufgelöst.

Acht deutsche Bundesländer im Einzugsgebiet des Rheins und der Bund legen innerhalb der FGG Rhein abgestimmte Positionen zu wasserwirtschaftlichen Themen im deutschen Rheineinzugsgebiet fest.
Die FGG Rhein leistet einen wichtigen Beitrag zur Umsetzung der EG-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), der EG-Hochwasserrisikomanagementrichtlinie (HWRM-RL) und der EG-Meeresstrategierahmenrichtlinie (MSRL). In internationalen Angelegenheiten erfolgt eine Abstimmung der deutschen Position für die Sitzungen der Internationalen Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR).

 

 

Internationale Kommission zum Schutz des Rheins (IKSR) Öffnet sich in einem neuen Fenster

 

Flussgebietsgemeinschaft Rhein (FGG Rhein)Öffnet sich in einem neuen Fenster

Die FGG Weser ist 2003 aus der bereits 1964 gegründeten Arbeitsgemeinschaft zur Reinhaltung der Weser (ARGE Weser) hervorgegangen. In der FGG Weser sind sieben Bundesländer, die die Einzugsgebiete der Werra, Fulda, Weser und Jade und ihrer Nebenflüsse berühren, zusammengeschlossen. Hauptaufgabe ist, wie bei der FGG Rhein, die Umsetzung der WRRL, der MSRL und der HWRM-RL. Eine besondere Herausforderung im Einzugsgebiet der Weser ist die Salzproblematikaus dem Kalibergbau. In der zentralen Geschäftsstelle der FGG Weser in Hildesheim werden die gemeinsamen Arbeiten der Bundesländer koordiniert.

 

Flussgebietsgemeinschaft Weser (FGG Weser)Öffnet sich in einem neuen Fenster

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