Zu sehen sind die 17 Ziele als Plakate aufgehängt an einer Kette.

Bildung für nachhaltige Entwicklung

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vermittelt Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln. Sie versetzt Menschen in die Lage, Entscheidungen für die Zukunft zu treffen und dabei abzuschätzen, wie sich das eigene Handeln auf künftige Generationen oder das Leben in anderen Weltregionen auswirkt.

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Bildung für nachhaltige Entwicklung befasst sich mit:

  • globalen Zusammenhängen und Herausforderungen wie dem Klimawandel oder globaler Gerechtigkeit;
  • den komplexen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Ursachen dieser Probleme.

Weltaktionsprogramm BNE, Agenda 2030 und Nationaler Aktionsplan

Mit einer Neuorientierung und Stärkung der Rolle von Bildung und Lernen zur Förderung einer nachhaltigen Entwicklung wurde 2015 das „Weltaktionsprogramm Bildung für nachhaltige Entwicklung“ als Folgeprogramm und aufbauend auf den Erkenntnissen der UN-Dekade BNE ausgerufen. Das Weltaktionsprogramm versteht sich als Beitrag zur „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“, die im September 2015 von den Vereinten Nationen verabschiedet wurde und 17 Ziele – die Sustainable Development Goals (SDGs) – umfasst. Bildung wird dabei als zentraler Beitrag zur Zielerreichung herausgestellt. Alle Menschen sollen Zugang zu inklusiver, chancengerechter und hochwertiger Bildung sowie die Möglichkeit zum lebenslangen Lernen haben. Zudem wird BNE erstmals dezidiert als eigenes Unterziel definiert: Alle Lernenden sollen bis zum Jahr 2030 über das Wissen und die Fähigkeiten verfügen, um nachhaltige Entwicklung zu befördern.

Die 17 Sustainable Development Goals

Ziel 1: Armut in jeder Form und überall beenden
Ziel 2: Ernährung weltweit sichern
Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen
Ziel 4: Hochwertige Bildung weltweit
Ziel 5: Gleichstellung von Frauen und Männern
Ziel 6: Ausreichend Wasser in bester Qualität
Ziel 7: Bezahlbare und saubere Energie
Ziel 8: Nachhaltig wirtschaften als Chance für alle
Ziel 9: Industrie, Innovation und Infrastruktur
Ziel 10: Weniger Ungleichheiten
Ziel 11: Nachhaltige Städte und Gemeinden
Ziel 12: Nachhaltig produzieren und konsumieren
Ziel 13: Weltweit Klimaschutz umsetzen
Ziel 14: Leben unter Wasser schützen
Ziel 15: Leben an Land
Ziel 16: Starke und transparente Institutionen fördern
Ziel 17: Globale Partnerschaft

Der Nationale Aktionsplan BNE

Der deutsche Beitrag zum Weltaktionsprogramm wurde im Juni 2017 in Form des Nationalen Aktionsplans BNE (NAP) veröffentlicht. Der NAP definiert als übergreifendes Ziel BNE langfristig strukturell in der deutschen Bildungslandschaft zu verankern. Im hessischen Umweltministerium wird dieses Ziel innerhalb der non-formalen Bildung insbesondere im Rahmen der Hessischen Nachhaltigkeitsstrategie verfolgt. Hier kommt der Bildung für nachhaltige Entwicklung eine besondere Bedeutung und Schlüsselfunktion zu. Die Akteure der vorhandenen BNE-Landesstrukturen sind über den Runden Tisch BNE miteinander vernetzt. Dieses Gremium arbeitet daran, prioritäre Maßnahmen aus dem NAP für Hessen herauszustellen, mit bereits bestehenden Strukturen zu verbinden und weiterzuführen. Das Weltaktionsprogramm ist integraler Bestandteil der hessischen Initiativen und Auszeichnungen „Umweltschule“, „Schuljahr der Nachhaltigkeit“, regionale Netzwerke BNE und der Dachmarke „Nachhaltigkeit lernen in Hessen“.

Zertifizierte Bildungsträger

Die Umweltbildung in Hessen hat sich insbesondere im Verlauf der Weltdekade der Vereinten Nationen von 2005 bis 2014 zu einer „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ gewandelt. Die Themen, Inhalte und Methoden sind vielfältiger und bunter geworden, was die Auswahl für die potentiellen Nutzer von Bildungsangeboten schwieriger gemacht hat. Aus diesem Grund hat das Umweltministerium Qualitätskriterien und ein Zertifizierungssystem erarbeitet, dasgemeinsam von drei Ministerien in Hessen, dem Umwelt-, Kultus- und Sozialministerium, vergeben wird.

Mit festgelegten Qualitätsstandards stellt das Land einen hohen Anspruch für mehr Nachhaltigkeit in Kindergärten und Schulen sicher. Das Zertifikat „Bildungsträger für nachhaltige Entwicklung" gibt Schulen und Kindergärten Hilfestellung und Transparenz bei der Auswahl geeigneter und qualifizierter Bildungspartner und ihrer Angebote. Die hessischen Qualitätsstandards entsprechen hierbei den Kriterien, die in einer länderoffenen Arbeitsgruppe im Jahr 2017 erarbeitet wurden.

Um das Zertifikat zu erhalten, müssen die Antragsteller bestimmte Qualitätskriterien erfüllen sowie im Rahmen einer Selbstevaluation nachweisen, dass sie mit ihren Angeboten die primären Zielgruppen Schule und Vorschule erreichen und dabei die zu Grunde liegenden Bildungsstandards berücksichtigen. Die Zertifizierung gilt für einen Zeitraum von zunächst drei Jahren, das Verfahren selbst ist für die Antragsteller kostenlos.

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