Fachwerkhaus mit einem Baum im Vordergrund

Dorfentwicklung

Ziel der hessischen Dorfentwicklung ist es, die Dörfer im ländlichen Raum als attraktiven und lebendigen Lebensraum zu gestalten.

Um die Vielfalt dörflicher Lebensformen, das bau- und kulturgeschichtliche Erbe sowie den individuellen Charakter der hessischen Dörfer zu erhalten, sollen die Innenentwicklung gestärkt, die Energieeffizienz gesteigert und der Flächenverbrauch verringert werden.

Aufgabe der Gemeinden bei der Dorfentwicklung ist es, eine kommunale Gesamtstrategie auf der Grundlage eines integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes (IKEK) zu erarbeiten. Dabei sind die Bürgermitwirkung ebenso wie der Aufbau von sozialen und kulturellen Netzwerken zur Stärkung der Daseinsvorsorge eigenständige Programmziele. Es kommt auf alle im Dorf an!

Antragsverfahren

Antragsberechtigte sind der Gemeinde-Vorstand oder der Magistrat. Der Antrag zur Aufnahme der Kommune als Förderschwerpunkt in das Dorfentwicklungsprogramm ist bei den Landrätinnen und Landräten zu stellen.

Die Antragsunterlagen müssen enthalten:

  • den Antrag mit Aufnahmebegründung, insbesondere im Hinblick auf demografischen Wandel, Innenentwicklung, Infrastruktur und Nahversorgung sowie überörtliche und interkommunale Kooperationen,
  • den Antragsbeschluss des Kommunalparlaments,
  • den Beschluss des Kommunalparlaments, dass im Förderzeitraum keine zur Innenentwicklung konkurrierenden Baugebietsausweisungen erfolgen oder geplant werden.

Fördermaßnahmen

  • Dorfentwicklungsplanungen und Dienstleistungen
  • lokale Basisinfrastruktur und öffentliche Daseinsvorsorge
  • Umnutzung, Sanierung und Neubau im Ortskern
  • Freiflächen und Ortsbild
  • Städtebaulich verträglicher Rückbau

Grundlagen für eine Förderung

Maßnahmen der Dorfentwicklung werden in den anerkannten Förderschwerpunkten auf der Grundlage eines Integrierten kommunalen Entwicklungskonzeptes durchgeführt. Sie sind nach dem „Leitfaden für integrierte kommunale Entwicklungskonzepte“ (siehe Download-Bereich) zu erstellen.

Weitere Fördergrundlage ist der städtebauliche Fachbeitrag, der die Abgrenzung der örtlichen Fördergebiete für private Vorhaben sowie die Kriterien für eine ortstypische Bauweise mit entsprechenden Gestaltungsempfehlungen (auch für Neubauten) festlegt.

Fördergebiete

Seit 2012 werden nur noch Gesamtkommunen mit allen Orts-/Stadtteilen und ausnahmsweise interkommunale Kooperationen als ein Dorfentwicklungsschwerpunkt in das Förderprogramm aufgenommen.

Dörfer im Sinne dieser Richtlinien sind ländlich geprägte Orte:

  • In Orts-/Stadtteilen mit bis zu 2.000 Einwohnern werden grundsätzlich nur Fördergebiete der Dorfentwicklung ausgewiesen.
  • In Orts-/Stadtteilen mit 2.000-6.000 Einwohnern können sowohl Fördergebiete der Dorfentwicklung als auch Städtebaufördergebiete ausgewiesen werden. Die Fördergebiete müssen klar voneinander abgegrenzt sein und dürfen sich nicht überschneiden. Eine Doppelförderung auf der gleichen Fläche wird damit ausgeschlossen.
  • In den Kernstädten mit über 6.000 Einwohnern ist eine Projektförderung aus der Dorfentwicklung nicht möglich. Sie sind grundsätzlich dem Anwendungsbereich der Städtebauförderung zugeordnet.

Förderschwerpunkte der Dorfentwicklung werden nur in der Förderkulisse ländlicher Raum anerkannt.

Fördeprogramm Dorfmoderation

Das Förderprogramm "Dorfmoderation" ist ein Angebot für Kommunen, die nicht als Förderschwerpunkt der Dorfentwicklung anerkannt sind. Gefördert werden Ausgaben für Moderations- und Beratungsdienstleistungen sowie die Erstellung von kommunalen Entwicklungskonzepten zu allen Themen, die die Zukunftsfähigkeit der Kommune betreffen.

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