Virusbedingte Tierseuche

Afrikanische Schweinepest

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Ein Schwein
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Afrikanische Schweinepest

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine fieberhafte, ansteckende Allgemeinerkrankung der Schweine (Haus- und Wildschweine) mit seuchenhaftem Verlauf, hoher Morbidität und hoher Sterblichkeit. Verursacht wird die Erkrankung durch ein Virus (Virus der Afrikanischen Schweinepest). Im Seuchenfall sind alle Schweine im Ausbruchsbetrieb zu töten. Ein Impfstoff wird in absehbarer Zeit nicht zur Verfügung stehen.

Für den Menschen und andere Haustierarten ist die Afrikanische Schweinepest nicht gefährlich. Selbst der Verzehr infizierten Schweinefleisches birgt kein gesundheitliches Risiko.

Die Afrikanische Schweinepest ist anzeigepflichtig und kann klinisch nicht von der Klassischen Schweinepest (KSP) unterschieden werden. Eingeschleppt in nicht verseuchte Gebiete verläuft die Erkrankung bei Schweinen verheerend und ist mit enormen wirtschaftlichen Konsequenzen verbunden. Neben der Tötung und unschädlichen Beseitigung aller Schweine des betroffenen Betriebes sowie seiner Kontaktbetriebe werden großflächige Schutzzonen mit strengen Handels- und Transportverboten eingerichtet. Weitere Informationen über die ASP finden Sie beim Friedrich-Loeffler-Institut.

Ausbreitung der Seuche

In Hessen und Deutschland gibt es bisher keine Fälle. Die Afrikanische Schweinepest hat sich inzwischen weltweit ausgebreitet. Betroffen sind die Russischen Föderation, Weißrussland, die Ukraine und transkaukasische Ländern (z. B. Georgien und Armenien) aber auch alle Regionen in China, Teile von Indien, Nord- und Südkorea sowie den Philippinen.

In Teilen Afrikas und auf der italienischen Insel Sardinien ist die Seuche seit vielen Jahren endemisch.

In der EU sind die osteuropäischen Staaten wie Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, Bulgarien, Ungarn und die Slowakei betroffen. Ein Ausbruch in der Tschechischen Republik konnte erfolgreich getilgt werden. Im Rahmen des Ausbruchsgeschehens bei Wildschweinen in Belgien deuten die Untersuchungsergebnisse darauf hin, dass auch hier eine Tilgung der Seuche gelungen sein könnte. Der Ausbruch bei Hausschweinen in Griechenland scheint ebenfalls unter Kontrolle zu sein.

Zusätzlich zu den seit mehreren Jahren betroffenen Regionen in Ostpolen wurde Mitte 2019 ein weiterer Ausbruchsherd im Westen Polens festgestellt. Hier sind mittlerweile Haus und Wildschweine betroffen. Eine Eindämmung der Seuche in diesem Gebiet scheint derzeit nicht zu gelingen. Es besteht eine große Gefahr für die Verschleppung der Tierseuche durch nach Deutschland einwandernde, möglicherweise mit ASP infizierte Wildschweine. Erste Bekämpfungsmaßnahmen, wie das Aufstellen von Wildschutzzäunen und eine verstärkte Bejagung wurden eingeleitet.

Lebende Schweine und Schweinefleischprodukte aus den betroffenen Gebieten dürfen nicht in den internationalen Handel gelangen. Über Ausbrüche im Bereich der EU informiert das Friedrich-Loeffler-Institut fortlaufend und aktuell.

Verbreitung durch Essensreste

Aktiv gegen die Verbreitung von ASP können nicht nur Tierhalter und Jäger handeln, sondern auch jede Bürgerin und jeder Bürger können wirksame Maßnahmen treffen. Denn infiziertes Fleisch oder ebensolche Wurst ist für Menschen ungefährlich, aber weggeworfene Speisereste z. B. an Autobahnen oder Landstraßen werden von Wildschweinen gefressen und könnten die Ausbreitung der Seuche bedeuten. Bitte werfen Sie daher Speisereste nur in verschlossene Müllbehälter! Beachten Sie folgende Hinweise.

Vorsorgemaßnahmen zur Bekämpfung der Seuche

Erstes Ziel nach einem Ausbruch ist es deshalb, eine Weiterverbreitung der Seuche über eine größere Fläche zu verhindern. Hierzu müssen die im Seuchenausbruchsgebiet lebenden und mit dem Virus infizierten Wildschweine in dem betroffenen Gebiet gehalten werden. Da dies am besten durch eine Umzäunung des Gebietes erreicht werden kann, wird für diesen Zweck derzeit vorsorglich Zaunmaterial beschafft und eingelagert.

Es ist davon auszugehen, dass die Virus-infizierten Schweine in hoher Zahl an der Seuche sterben werden. An den Kadavern, die große Mengen an Viruspartikeln enthalten, können sich andere Schweine leicht anstecken. Aus diesem Grund müssen die Kadaver aus dem Wald entfernt werden. Dabei sind strenge Hygienevorschriften zu beachten. Zur Schulung von Bergeteams, die aus Beschäftigten von Hessen-Forst rekrutiert werden, hat das hessische Umweltministerium in ressortübergreifender Zusammenarbeit mit dem Hessischen Ministerium des Innern und für Sport die Herstellung eines Films über die sachgerechte Bergung und Beprobung von tot aufgefundenen Wildschweinen anfertigen lassen. Der Lehrfilm kann hier angeschaut werden.

Im Seuchenausbruchsfall werden Sammelplätze eingerichtet, auf denen die geborgenen Wildschwein-Kadaver sicher bis zur Abholung und Entsorgung gelagert werden. Hierzu wurden bereits auslaufsichere Sammelcontainer angeschafft.

In mehreren Landkreisen haben bereits Übungen für den Ausbruch der ASP in Hessen stattgefunden. Neben der Veterinärverwaltung sind Polizei, Feuerwehr und Firmen, die bei der Tötung und Entsorgung von Hausschweinen unterstützen können, in diese Übungen eingebunden. Weitere Übungen sollen folgen.

Verfahren zur ASP-Statusvergabe nach Artikel 3 Nummer 3 des Durchführungsbeschlusses 2014/709/EU

Um im Falle des Ausbruchs der ASP von den Ausnahmeregelungen von der Untersuchungspflicht für die zu verbringenden Schweine in Restriktionszonen Gebrauch machen zu können, besteht für Schweine haltende Betriebe in Hessen die Möglichkeit für eine freiwillige Teilnahme am „ASP-Statusverfahren“.

Mit der Teilnahme am „ASP-Statusverfahren“ verpflichten sich die Betriebe, die Vorgaben der Schweinehaltungshygiene-Verordnung einzuhalten und weitere Vorgaben zur Sicherung der Betriebe gegen den Eintrag des Virus der ASP zu erfüllen. Die Einhaltung der Hygienevorgaben sowie der Gesundheitsstatus der Schweine werden zweimal jährlich durch die Veterinärbehörde kontrolliert. Außerdem müssen jeweils die ersten zwei über 60 Tage alten Schweine, die in einer Woche in einer Produktionseinheit des Betriebes verenden, auf das Virus der ASP untersucht werden. Sämtliche Kosten des Verfahrens sind vom Tierhalter/von der Tierhalterin zu tragen. Nähere Information finden Sie in diesem Dokument .

Für die Teilnahme am Verfahren müssen sich die Interessenten mit diesem Formblatt bei der zuständigen kommunalen Veterinärbehörde anmelden.

Die Probenentnahme an verendeten Hausschweinen im Rahmen des Verfahrens darf ausnahmsweise auf dem landwirtschaftlichen Betrieb durchgeführt werden. Eine Einbindung von amtlich ermächtigten Tierärzten/Tierärztinnen kann erfolgen. Die Tierärzte/Tierärztinnen müssen eine Bestätigung nach § 7 der Schweinehaltungshygieneverordnung vorweisen können und von der für den Haltungsbetrieb zuständigen Veterinärbehörde für die Probenentnahme im Rahmen des "ASP-Statusverfahrens" ermächtigt worden sein. Diese Ermächtigung kann formlos unter Vorlage der zuvor genannten Bestätigung bei der für den Schweinehaltungsbetrieb zuständigen Veterinärbehörde beantragt werden.

Bei den verendeten Schweinen sollen im Rahmen des Verfahrens bevorzugt Tupfer-Proben verwendet werden. Eine Anleitung zur Probenentnahme finden sie hier. Tupfer-Proben können bis zu max. einer Woche gekühlt gelagert werden und müssen mindestens wochenweise zur Untersuchung an den Landesbetrieb Hessisches Landeslabor in Giessen eingesandt werden. Für die Einsendung ist ein HIT-Untersuchungsantrag zu nutzen, in dem als Untersuchungsgrund "Früherkennungsprogramm" und im Freitextfeld "Freiwilliger ASP-Status" angegeben werden muss. Der ermächtigte Tierarzt kann das Tupfer-Material für die Probenentnahme über die zuständige Veterinärbehörde vom LHL beziehen.

Merkblätter

mit ausführlichen Informationen für Landwirte und Schweinehalter sowie für Jäger werden nachstehend als Download angeboten.

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