Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Produktsiegel und -logos

Regionalfenster

Das Logo des Regionalfensters

Regionalfenster

Das "Regionalfenster" für Lebensmittel sorgt ab 2014 bundesweit für mehr Transparenz: Ab Januar 2014 können Verbraucher mit dem "Regionalfenster" auf einen Blick erkennen, welche Lebensmittel tatsächlich aus der auf der Verpackung angegebenen Region kommen. Damit erhalten Verbraucher eine bundesweit einheitliche und verlässliche Kennzeichnung für regionale Produkte. Vorausgegangen ist eine Testphase im Jahr 2013. Von November 2011 bis Januar 2012 erarbeiteten die Marketinggesellschaft GUTES AUS HESSEN (MGH) und das Forschungsinstitut für biologischen Landbau (FiBL) federführend im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das Gutachten "Entwicklung von Kriterien für ein bundesweites Regionalsiegel". Die daraus folgende Diskussion hatte zum Ergebnis, dass der Ansatz eines "Regionalfensters" vielversprechend ist.

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Bio-Siegel – HESSEN

Das Bio-Siegel – HESSEN zeigt dem Verbraucher, dass ein ökologisch erzeugtes Produkt aus der Region stammt. Dafür wurde das bundesweit verwendete Bio-Siegel mit einem Hinweis zur Herkunft ergänzt. Seit dem Jahr 2006 gibt es dieses Zeichen für Hessen.

2010 wurde das Bio-Siegel – HESSEN um einen weiteren Anhang ergänzt: das Logo der Europäischen Union für ökologisch erzeugte Produkte.

Dies ermöglicht den Unternehmen, statt dreier verschiedener Logos nur noch ein Logo auf der Verpackung ihrer Produkte anzugeben, denn die Auszeichnung mit dem europäischen Bio-Zeichen ist Pflicht.

Hinter dem Bio-Siegel – HESSEN stehen, ähnlich wie bei der Qualitätsmarke „Geprüfte Qualität – HESSEN“, besondere Anforderungen an die Erzeuger, Verarbeiter und Vermarkter hinsichtlich der Qualität und der nachvollziehbaren Herkunft ihrer Produkte.

Grundlage ist die EU-Öko-Verordnung (EG) Nr. 834/2007.

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Geprüfte Qualität – HESSEN

Die Qualitätsmarke „Geprüfte Qualität – HESSEN“ wurde von der Marketinggesellschaft GUTES AUS HESSEN e. V. zusammen mit dem Land Hessen entwickelt. Das wichtigste Ziel dieses Systems ist, dem Verbraucher qualitativ hochwertige und sichere Nahrungsmittel zu bieten, deren Herkunft deutlich zu erkennen ist.

Die Qualitätsmarke „Geprüfte Qualität – HESSEN“ wurde dafür im Jahr 2003 von der Europäischen Kommission zugelassen. Sie garantiert:

Qualität

Die Unternehmen, die dieses Zeichen für ihre Produkte verwenden dürfen, müssen zusätzliche, über dem gesetzlichen Niveau liegende Vorgaben und Qualitätsstandards erfüllen. Diese sind für Erzeuger, Verarbeiter und Vermarkter festgeschrieben.

Sicherheit

Die Vorgaben werden im Rahmen eines umfangreichen Qualitätssicherungssystems ständig kontrolliert und abgesichert, sodass auf diese Weise die hohe Qualität, die Unbedenklichkeit und die Herkunft der Erzeugnisse vom Erzeuger bis zur Ladentheke nachgewiesen werden können.

Nachvollziehbare Herkunft

Um die Eigenschaft „Regionalität“ zu erfüllen, müssen die Erzeugnisse zum größten Teil aus der genannten Region stammen. Einschränkungen sind dann möglich, wenn einige Bestandteile nicht aus der Region bezogen werden können oder der Bezug in der Region in erheblichem Maße unwirtschaftlich wäre.

Grundsätzlich gilt, dass Monoprodukte, also unverarbeitete Produkte wie Obst und Gemüse oder Fleisch, aus der angegebenen Region stammen müssen, um mit der Qualitätsmarke „Geprüfte Qualität – HESSEN“ gekennzeichnet werden zu dürfen. Bei verarbeiteten Produkten muss mindestens die Hauptzutat, wie beispielsweise das Fleisch in Wurstwaren, aus der angegebenen Region kommen. In einigen Regionen kann die Herkunft sogar kleinräumiger als „Hessen“ ausgewiesen werden, z. B. im Odenwald. Dort werden Schweine aus dem Odenwald in einem Schlachthof vor Ort geschlachtet und in Odenwälder Metzgereien zu Fleisch- und Wurstwaren verarbeitet und verkauft. Diese Erzeugnisse dürfen das Zeichen „Geprüfte Qualität – ODENWALD“ tragen.  

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Geografische Herkunftsangaben und traditionelle Spezialitäten

Produkte, deren Besonderheit mit ihrem geografischen Ursprung zusammenhängt, erkennen Sie an den EU-Logos „geschützte Ursprungsbezeichnung“ (g. U.) oder „geschützte geografische Angabe“ (g. g. A.).

Geschützte Ursprungsbezeichnung (g. U.)

Ein Erzeugnis, welches das Gütesiegel einer geschützten Ursprungsbezeichnung (g. U.) trägt, verfügt nachweislich über Merkmale, die nur aus der natürlichen Umgebung und den Erzeugerfähigkeiten in der jeweiligen Produktionsregion resultieren können.

Geschützte geografische Angabe (g. g. A.)

Ein Erzeugnis, welches das Gütezeichen einer geschützten geografischen Angabe (g. g. A.) trägt, hat ein bestimmtes regionales Merkmal oder wird allgemein mit einer bestimmten Region in Verbindung gebracht. Mindestens eine Stufe des Herstellungsprozesses muss in dieser Region erfolgen. 

Garantiert traditionelle Spezialität (g. t. S.)

Erzeugnisse, die eine traditionelle Zusammensetzung aufweisen und/oder mit traditionellen Verfahren hergestellt oder verarbeitet wurden tragen das EU-Logo „garantiert traditionelle Spezialität (g. t. S.).

Hintergrund für die Entwicklung der Zeichen

Zahlreiche mittelständische Unternehmen mit regionaler Bindung suchen nach Möglichkeiten, um sich von anderen Mitbewerbern abzuheben. Sie betonen den regionalen Bezug und weisen sowohl in den Produktbezeichnungen als auch in der Außendarstellung auf ihre Herkunft hin. Sie versuchen, das positive Image ihrer Region für sich zu nutzen. Dies gilt auch für die Regionen Hessens.

Um diese Instrumente verstärkt einsetzen zu können, hat die Europäische Union die Verordnung (EWG) 2081/92 zum Schutz von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen für Agrarerzeugnisse und Lebensmittel erlassen. Die Verordnungen wurden zwischenzeitlich reformiert und sind als Verordnung (EG) Nr. 510/2006 und 509/2006 sowie Verordnung (EG) Nr. 1898/2006 als Durchführungsverordnung der Verordnung 510/2006 in Kraft getreten.

Mit diesem Schutz im Sinne der Verordnung kann der Zutritt zu den internationalen Märkten im Sinne einer „Türöffnerfunktion“ erleichtert werden. Darüber hinaus wird die missbräuchliche Nutzung von geografischen Angaben und Ursprungsbezeichnungen erschwert. Die überwiegend mittelständisch geprägten Firmen der deutschen Land- und Ernährungswirtschaft haben bisher im Gegensatz zu ihren Mitbewerbern aus den europäischen Mittelmeerländern diese Chancen wenig genutzt. 

Weitere Informationen finden Sie auch auf den Seiten der Europäischen Kommission unter dem Stichwort „EU-Qualitätspolitik für Agrarerzeugnisse“.

Das Regierungspräsidium Gießen hat Informationen zur Überwachung und Kontrolle der europäischen Herkunftszeichen in Hessen in einem Faltblatt zusammengefasst, dass Sie hier herunterladen können.

EU-anerkannte traditionelle Produkte tragen das EU-Logo „garantiert traditionelle Spezialität" (g. t. S.). Informationen über alle eingetragenen Produktbezeichnungen finden Sie in der DOOR-Datenbank.

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Logo Bio-Siegel

Bio-Siegel

Das Bio-Siegel kann auf freiwilliger Basis zusätzlich zum verpflichtenden EU-Bio-Logo genutzt werden, das alle vorverpackten, ökologisch erzeugten Lebensmittel aus der EU tragen müssen. Mit dem Bio-Siegel können Produkte und Lebensmittel gekennzeichnet werden, die nach den EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau produziert und kontrolliert wurden. Diese EU-weit gültigen Rechtsvorschriften garantieren einheitliche Standards für den ökologischen Landbau.

 

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Das EU-Bio-Logo

EU-Bio-Logo

Das EU-Bio-Logo ist seit dem 1. Juli 2010 verbindlich für alle vorverpackten, ökologisch erzeugten Lebensmittel, die in einem EU-Mitgliedsstaat hergestellt werden und die strengen Normen der EU-Rechtsvorschriften für den ökologischen Landbau erfüllen.

Unverpackte Bioprodukte, die aus der EU stammen oder importiert werden, können auf freiwilliger Basis mit dem Bio-Logo gekennzeichnet werden.

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Ohne Gentechnik-Siegel

Ohne Gentechnik-Siegel

Das vom BMEL entwickelte „Ohne Gentechnik“-Siegel dürfen nur Produkte tragen, die nachweislich keine gentechnisch veränderten Bestandteile enthalten. Für tierische Lebensmittel gilt darüber hinaus, dass für einen jeweils genau bestimmten Zeitraum vor Gewinnung des Lebensmittels den Tieren keine als "gentechnisch verändert" gekennzeichneten Futtermittel verfüttert worden sein dürfen. Dies wird von der Lebensmittelkontrolle der Bundesländer überwacht. Vergeben wird das Siegel durch den Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e. V. im Auftrag des BMEL.

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Fairtrade-Siegel

Fairtrade-Siegel

Das Fairtrade-Siegel des gemeinnützigen Vereins TransFair steht für verbesserte Lebens- und Arbeitsbedingungen von Bauern und Beschäftigten. Kinderarbeit und Zwangsarbeit sind verboten, bestimmte Arbeitnehmerrechte werden vereinbart und für Kleinbauern stabile Mindestpreise festgelegt. Auch bestimmte Umweltstandards müssen eingehalten werden. Ob die Produzenten in Afrika, Asien und Lateinamerika und der Karibik diese Standards einhalten, wird unabhängig geprüft.

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Marine Stewardship Council

MSC-Siegel für nachhaltige Fischerei

Der Marine Stewardship Council (MSC) bewertet die Nachhaltigkeit von Fischereien anhand verschiedener Grundsätze und Kriterien. Er bietet ihnen die Möglichkeit, umweltgerechtes Verhalten von einer unabhängigen Stelle bestätigen zu lassen. Geprüft werden auch die Rückverfolgbarkeitssysteme von Unternehmen, die Fisch aus zertifizierten Fangbetrieben verwenden.