Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Hinweis

Verbraucherinformationen zu mit Fipronil belasteten Eiern

Stand: 1. September 2017

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Eierschalen
© Natika / Fotolia.com

 

Nachdem Anfang August auch erstmals im hessischen Einzelhandel aus den Niederlanden stammende und mit Fipronil belastete Eier gefunden wurden, hat das Hessische Verbraucherschutzministerium umgehend gehandelt.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Maßnahmen, die seitdem umgesetzt wurden. Diese Informationen werden aktualisiert, sobald sich Veränderungen ergeben.

Eier aus dem Verkehr ziehen

Am 2. August hat das Hessische Verbraucherschutzministerium die Hessische Schnellwarnstelle beim Regierungspräsidium Darmstadt und das zuständige Lebensmittelüberwachungsamt gebeten, unverzüglich alle lebensmittelrechtlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die möglicherweise belasteten Eier aus dem Verkehr zu nehmen.

Erlass regelt Stichproben in Betrieben

Das Hessische Verbraucherschutzministerium hat die örtlich zuständigen Veterinärbehörden schon frühzeitig  aufgefordert, eine Untersuchung der gewerblichen Legehennen- und Masthähnchenbetriebe in Hessen, insbesondere bei Tierhaltungen mit mehr als 10.000 Tieren durchzuführen. Dabei sollte v. a. die mögliche Verwendung von DEGA 16 überprüft werden.

Überprüfung von Stichproben im Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL)

Beim LHL sind bisher 154 Proben von Eiern sowie Hühnerfleisch und anderen eihaltigen Lebensmitteln zur Untersuchung auf Rückstände von Fipronil von den kommunalen Vollzugsämtern eingereicht worden (Stand 1. September 2017). Dabei handelt es sich um  Proben von Eiern, Hühnerfleisch und Eiprodukten (zum Beispiel Kuchen, Nudeln, Mayonnaise). Die Proben stammen zum Teil aus dem Groß- und Einzelhandel und zum Teil aus Legehennen- und Masthähnchenbetrieben. Es waren zum Großteil Proben aus hessischen Betrieben.

Zwischenstand der Untersuchungen (Stand: 1. September 2017)

In den bisher eingereichten Proben konnten bislang in 114 Proben keine Fipronil-Rückstände nachgewiesen werden. Es wurden noch nicht alle Proben vom LHL untersucht und es werden weiterhin Proben genommen.  

Insgesamt wurden in zwei Eierproben Rückstände von Fipronil nachgewiesen. In beiden Fällen handelt es sich um Eiern aus den Niederlanden, die inzwischen vom Markt zurückgerufen wurde. Einen weiteren Befund gab es in untersuchtem Eierlikör. Dieser stammt aus einem anderen Bundesland. Die betroffene Charge Eierlikör war an zwei hessische Lebensmittelunternehmen geliefert und dort verarbeitet worden, als diese noch nicht von einer Belastung ausgehen konnten. Von jedem verarbeiteten Lebensmittel wurden amtliche Proben entnommen. Diese waren negativ oder deutlich unter der zugelassenen Höchstgrenze.

Bereits gekaufte Eier zurückgeben

Das Verbraucherschutzministerium rät beim Kauf und Verzehr von Eiern und verarbeiteten Eiprodukten weiterhin zur Vorsicht. Verbraucherinnen und Verbraucher können ihre bereits gekauften Eier aus bekanntermaßen belasteten Chargen im Lebensmitteleinzelhandel zurückgeben.

Hier können sich Verbraucherinnen und Verbraucher über die betroffenen Chargen-Nummern informieren. 

Rückruf der belasteten Chargen

Des Weiteren wurde der Rückruf der belasteten Eier aus dem Handel kontinuierlich überwacht.

Anwendung von Dega-16 in Hessen

Es wurde den Hinweisen nachgegangen, dass Fipronil unerlaubt einem zugelassenen Präparat zur Parasitenbekämpfung (Dega-16) beigemischt wurde. Inzwischen liegen Rückmeldungen aus den Ämtern vor, nach denen 91 Betriebe, davon 43 Betriebe mit mehr als 10.000 Tieren, überprüft wurden. Dabei ergaben sich keinerlei Hinweise auf die Verwendung von Dega-16.

Risikobewertung zu Fipronil

Fipronil ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Phenylpyrazole. Es ist ein Kontaktgift mit schneller und lang anhaltender Wirkung gegen Flöhe, Haarlinge, Läuse, Zecken, Raubmilben, Herbstgrasmilben und Räudemilben. Fipronil darf nicht bei lebensmittelliefernden Tieren angewendet werden.

Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand ist eine akute gesundheitliche Gefährdung der betrachteten Verbrauchergruppen, einschließlich Kinder, unwahrscheinlich.

Zur Beurteilung einer Gesundheitsgefährdung wird ein Referenzwert verwendet. Dieser ist definiert als diejenige Substanzmenge pro Kilogramm Körpergewicht, die über die Nahrung mit einer Mahlzeit oder innerhalb eines Tages ohne ein erkennbares gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher aufgenommen werden kann.

Das Bundesinstitut für Risikoforschung hat einen Fipronilgehalt von 0,72 mg pro Kilogramm für Eier ermittelt, bei dem für keine der betrachteten Verbrauchergruppen, einschließlich Kinder, zu einer Ausschöpfung des oben genannten Referenzwertes kommt. Bei der Risikobewertung wurden sowohl verarbeitete als auch unverarbeitete Erzeugnisse berücksichtigt.

In Deutschland wurden bisher Eier mit Gehalten von Fipronil von bis zu 0,45 mg/Kilogramm Eier festgestellt. Eine akute gesundheitliche Gefährdung ist daher unwahrscheinlich. Das Umweltministerium rät dennoch weiterhin zu Vorsicht beim Verzehr von Eiern.