Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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Verbraucherinformationen zu mit Fipronil belasteten Eiern

Stand: 10. August 2017

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Eierschalen
© Natika / Fotolia.com

Nachdem Anfang August auch erstmals im hessischen Einzelhandel aus den Niederlanden stammende und mit Fipronil belastete Eier gefunden wurden, hat das Hessische Verbraucherschutzministerium umgehend gehandelt.

Im Folgenden finden Sie einen Überblick über die Maßnahmen, die erfolgt sind und derzeit umgesetzt werden. Diese Informationen werden aktualisiert, sobald sich Veränderungen ergeben.

Eier aus dem Verkehr ziehen

Am 2. August hat das Hessische Verbraucherschutzministerium die Hessische Schnellwarnstelle beim Regierungspräsidium Darmstadt und das zuständige Lebensmittelüberwachungsamt gebeten, unverzüglich alle lebensmittelrechtlichen Maßnahmen zu ergreifen, um die möglicherweise belasteten Eier aus dem Verkehr zu nehmen.

Umfangreiche Recherche der Lieferketten

Die Behörden der Lebensmittelüberwachung recherchieren derzeit alle Lieferketten, um in Erfahrung zu bringen, wohin in Hessen die besagten Eier geliefert wurden. Es werden alle betroffenen Lebensmitteleinzelhändler informiert und angehalten, eventuell belastete Ware aus den Regalen zu räumen.

Erlass regelt Stichproben in Betrieben

Das Hessische Verbraucherschutzministerium hat mit einem Erlass die örtlich zuständigen Veterinärbehörden aufgefordert, eine Untersuchung der gewerblichen Legehennen- und Masthennenbetriebe in Hessen durchzuführen. Dies wird einige Zeit in Anspruch nehmen.

Aufbau einer eigenen Analytik im Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL)

Der Landesbetrieb Hessisches Landeslabor (LHL) baut derzeit die geeignete Labor-Infrastruktur für eine eigene Analytik zur Feststellung von Fipronil in Eiern und anderen Lebensmitteln auf. In der Zwischenzeit nutzt es für die Untersuchungen von Fipronil externe, akkreditierte Labore.

Bereits gekaufte Eier zurückgeben

Verbraucherinnen und Verbraucher können ihre bereits gekauften Eier aus bekanntermaßen belasteten Chargen im Lebensmitteleinzelhandel zurückgeben. Hier können sich Verbraucherinnen und Verbraucher über die betroffenen Chargen-Nummern informieren.

Bitte um Mithilfe

Wer derzeit im Einzelhandel noch Eier der betroffenen Chargen vorfindet, wird gebeten, dies den zuständigen Kreisbehörden mitzuteilen. Eine Liste der Behörden finden Sie hier (PDF).

Anwendung von Dega-16 in Hessen

Derzeit wird Hinweisen nachgegangen, dass Fipronil unerlaubt einem zugelassenen Präparat zur Parasitenbekämpfung (Dega-16) beigemischt wurde. Darüber sollen die landwirtschaftlichen Betriebe keine Kenntnis gehabt haben. Vor diesem Hintergrund wäre den betroffenen Legehennenhalterinnen und -haltern aktuell kein vorsätzlicher Verstoß gegen geltendes Lebensmittelrecht vorzuwerfen.

Erste Rückmeldungen aus einzelnen Kreisen lassen darauf schließen, dass die bisher überprüften hessischen Betriebe das Reinigungsmittel Dega-16 nicht verwendet haben.

Risikobewertung zu Fipronil

Fipronil ist ein Wirkstoff aus der Gruppe der Phenylpyrazole. Es ist ein Kontaktgift mit schneller und lang anhaltender Wirkung gegen Flöhe, Haarlinge, Läuse, Zecken, Raubmilben, Herbstgrasmilben und Räudemilben. Fipronil darf nicht bei lebensmittelliefernden Tieren angewendet werden.

Nach derzeitigem wissenschaftlichen Kenntnisstand ist eine akute gesundheitliche Gefährdung der betrachteten Verbrauchergruppen, einschließlich Kinder, unwahrscheinlich.

Zur Beurteilung einer Gesundheitsgefährdung wird ein Referenzwert verwendet. Dieser ist definiert als diejenige Substanzmenge pro Kilogramm Körpergewicht, die über die Nahrung mit einer Mahlzeit oder innerhalb eines Tages ohne ein erkennbares gesundheitliches Risiko für Verbraucherinnen und Verbraucher aufgenommen werden kann.

Das Bundesinstitut für Risikoforschung hat einen Fipronilgehalt von 0,72 mg pro Kilogramm für Eier ermittelt, bei dem für keine der betrachteten Verbrauchergruppen, einschließlich Kinder, zu einer Ausschöpfung des oben genannten Referenzwertes kommt. Bei der Risikobewertung wurden sowohl verarbeitete als auch unverarbeitete Erzeugnisse berücksichtigt.

In Deutschland wurden bisher Eier mit Gehalten von Fipronil von bis zu 0,45 mg/Kilogramm Eier festgestellt. Eine akute gesundheitliche Gefährdung ist daher unwahrscheinlich. Das Umweltministerium rät dennoch weiterhin zu Vorsicht beim Verzehr von Eiern.

Fragen und Antworten zu Fipronil finden Sie auf den Internetseiten des Bundesinstituts für Risikoforschung.