Radon

Festlegung von Radonvorsorgegebieten für Hessen

Bis zum 31.12.2020 haben die zuständigen Behörden gem. § 121 Abs. 1 des Strahlenschutzgesetzes (StrlSchG) Gebiete in Deutschland festzulegen, für die erwartet wird, dass die über das Jahr gemittelte Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Luft in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen den Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter nach den §§ 124, 126 StrlSchG überschreitet. Dies sind die sogenannten Radonvorsorgegebiete.

Als für das Land Hessen zuständige Behörde hat das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) diesen gesetzlichen Auftrag gem. § 153 Abs. 1 Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) auf der Grundlage einer wissenschaftlich basierten Methode des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) unter Zugrundelegung geeigneter Daten umgesetzt. Für die zu treffende Vorhersage wurden entsprechend § 153 Abs. 1 Satz 2 StrlSchV Messdaten der Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Bodenluft und in Innenräumen, Messdaten der Bodenpermeabilität sowie geologische Daten verwendet. Die Technische Hochschule (THM) führt zurzeit, unterstützt vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) eine hessenweite Messkampagne zur Datenerhebung durch. Sie misst statistisch repräsentativ für ganz Hessen die Radon-222-Aktivitätskonzentration in der Bodenluft sowie die Gasdurchlässigkeit des Bodens (Bodenpermeabilität).

Gem. § 153 Abs. 2 StrlSchV kann das HMUKLV davon ausgehen, dass die über das Jahr gemittelte Radonkonzentration den Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter in einer beträchtlichen Anzahl von Gebäuden in der Luft von Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen überschreitet, wenn auf Grund der mit der wissenschaftlich basierten Methode des BfS zu treffenden Vorhersage auf mindestens 75 Prozent des jeweils auszuweisenden Gebiets der Referenzwert in mindestens 10 Prozent der Anzahl der Gebäude überschritten wird. Gem. § 153 Abs. 3 StrlSchV erfolgt die Festlegung der Gebiete innerhalb der in dem Land bestehenden Verwaltungsgrenzen. Die Betrachtungen zur Festlegung der Radonvorsorgegebiete hat das HMUKLV für Hessen innerhalb der Verwaltungsgrenzen der Landkreise und kreisfreien Städte durchgeführt.

Die Anwendung der wissenschaftlich basierten Methode des BfS auf Basis der vorliegenden Daten hat ergeben, dass für keinen der 21 hessischen Landkreise und keine der 5 kreisfreien Städte der Referenzwert von 300 Becquerel pro Kubikmeter auf mindestens 75 Prozent der Fläche in einer beträchtlichen Zahl von Gebäuden mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen überschritten wird. Damit sind die gesetzlichen Voraussetzungen für die Festlegung von Radonvorsorgegebieten für die hessischen Landkreise und kreisfreien Städte nicht gegeben. Das HMUKLV kommt deshalb in enger Zusammenarbeit mit den Bundesbehörden und nach sorgfältiger Prüfung zu dem Ergebnis, dass in Hessen derzeit keine Radonvorsorgegebiete festzulegen sind.

Es wird angestrebt, die im Hinblick auf die Festlegung von Radonvorsorgegebieten in Hessen vorgenommenen Prüfungen und Messungen mit weiterentwickelten wissenschaftlichen Methoden und einer verbesserten Datengrundlage in angemessener Zeit zu evaluieren.

Auch außerhalb von Radonvorsorgegebieten kann es vereinzelt zu Überschreitungen des Referenzwerts für die Radon-222-Aktivitätskonzentration von 300 Becquerel pro Kubikmeter in Gebäuden mit Aufenthaltsräumen oder Arbeitsplätzen kommen. Eine individuelle Messung der Radon-222-Aktivitätskonzentration in Innenräumen ist deshalb durchaus zu empfehlen. Da Radonschutz unabhängig von der Notwendigkeit der Festlegung von Radonvorsorgegebieten auch von großer Bedeutung sein kann, hält das Land Hessen für Sie ein breites Angebot an Aufklärungsmöglichkeiten und Hilfsangeboten bereit. Fragen Sie nach, lassen Sie sich beraten und handeln Sie im Sinne Ihrer Gesundheit.

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