WO NICHT NUR UNSER ESSEN HERKOMMT

Bodenschutz und Landwirtschaft

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Acker
© HLNUG

Böden sind unsere Existenzgrundlage. Ihre Bedeutung für die Landwirtschaft und damit auch für unsere Ernährung ist dabei wohl die Augenfälligste: Auf Acker- und Grünlandböden werden Nahrungs- und Futtermittel erzeugt, von denen wir abhängen. Die Böden sind in den verschiedenen Phasen der Bewirtschaftung mehr oder weniger sichtbar und selbst der bodenkundliche Laie kann unterschiedliche Färbungen oder vielleicht sogar Hinweise auf die Durchfeuchtung der Böden erkennen. Auch landwirtschaftlich genutzte Böden bieten Lebensraum für unzählige Bodenorganismen, im besten Fall sogar für gefährdete Arten wie den Feldhamster oder bodennistende Wildbienen. Zudem spielen sie eine bedeutende Rolle im Wasserhaushalt, in verschiedenen Stoffkreisläufen sowie im Klimageschehen.

Landwirtschaftliche Böden sind aufgrund ihrer häufig intensiven Nutzung verschiedenen Gefährdungen ausgesetzt. Hierzu zählt insbesondere die Erosion, also der Abtrag von Bodenmaterial durch (Niederschlags)Wasser. Die Erosion durch Wind ist in Hessen von untergeordneter Bedeutung. Der Verlust an Substanz beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit der Böden: Humus- und Nährstoffgehalt, Wasserspeichervermögen und Filterraum werden vermindert. Durch Erosion können Trübstoffe und unerwünschte Nährstoffe in Gewässer eingetragen werden und die Lebensgemeinschaften dort beeinträchtigen. Zudem kann es auf den Flächen, auf denen sich erodierte Böden ablagern, zu Sach- oder Personenschäden kommen.

In Hessen stellt der Bodenschutz verschiedene Instrumente zur Verfügung, um diesen Problemen zu begegnen:

Wesentliche Datengrundlage ist der vom Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) entwickelte Erosionsatlas . Die darüber verfügbaren Daten erlauben eine kleinräumige und detaillierte Bewertung der Erosionsneigung landwirtschaftlicher Flächen.

Als Beitrag zu einem wirksamen Erosionsschutz befindet sich eine Handreichung zur Anlage von Erosionsschutzstreifen in Vorbereitung. Sie gibt unmittelbar in der Praxis verwendbare Hinweise und beschreibt anhand von Steckbriefen unterschiedliche Möglichkeiten der Begrünung und der Position von Erosionsschutztreifen im Relief.

Vor dem Hintergrund der Zunahme massiver Bodenerosion durch Starkregenereignisse wurde ein Ablaufschema zum Vorgehen für die Gefahrenabwehr von schädlichen Bodenveränderungen auf Grund von Bodenerosion durch Wasser entwickelt und näher erläutert. Damit werden die Regierungspräsidien als obere Bodenschutzbehörden in Hessen bei der rechtssicheren Umsetzung der entsprechenden Anforderungen aus der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung unterstützt.

Neben dem Schutz der Böden vor Erosion ist ein weiteres zentrales Handlungsfeld das Aufbringen von Bodenmaterial auf landwirtschaftliche Flächen. Weitere Informationen zu diesem Thema, insbesondere zur bestehenden Anzeigepflicht, finden Sie hier . Dort steht die Arbeitshilfe „Aufbringung von Bodenmaterial zur landwirtschaftlichen oder erwerbsgärtnerischen Bodenverbesserung“ zur Verfügung. Sie erklärt die komplexe Prüfung der Zulässigkeit entsprechender Maßnahmen. Die Arbeitshilfe enthält Checklisten und Merkblätter, die sowohl den Vollzugsbehörden als auch den Vorhabenträgern die Beurteilung bzw. die ordnungsgemäße Durchführung erleichtern.

Im Jahr 2021 wurde der Lössboden zum Boden des Jahres gewählt. Seine hervorragenden Eigenschaften für die Landwirtschaft wurden bereits vor Jahrhunderten erkannt: der Lössboden zeichnet sich durch hohe Fruchtbarkeit und Erträge aus und ist leicht zu bearbeiten. Lössböden kommen auch in weiten Teilen Hessens vor. Sie illustrieren anschaulich das gesamte Spektrum von der natürlichen Bodenbildung über die Bewirtschaftung, Besiedlung und Beeinträchtigung durch den Menschen.

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