Prävention

Hochwasserrisikomanagement

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Sandsäcke und ein Schild mit der Aufschrift "Hochwasser"
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Als Hochwasser im Sinne des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) bezeichnet man „die zeitlich beschränkte Überschwemmung von normalerweise nicht mit Wasser bedecktem Land, insbesondere durch oberirdische Gewässer oder durch in Küstengebiete eindringendes Meerwasser.

Hochwasser kann ganze Gebiete und Existenzen zerstören und zu großen Schäden führen. Auch wenn Hochwasser letztlich nicht verhindert werden kann, ist es wichtig, Strategien zu entwickeln, um die Hochwassergefahr und die durch Hochwasser möglichen Schäden zu verringern. Die Verknüpfung der Hochwassergefahr mit den durch Hochwasser möglichen Schäden wird als Hochwasserrisiko bezeichnet. Das hessische Hochwasserschutzkonzept, das darauf abzielt, dieses Risiko zu vermindern, basiert auf einer Vielzahl von Einzelmaßnahmen und Projekten, die das Land Hessen in einem „Aktionsplan Hochwasser“ koordiniert hat.

Der Hochwasserschutz in Hessen begründet sich im Wesentlichen auf dem technischen Hochwasserschutz, dem Hochwasserflächenmanagement und der Hochwasservorsorge. Seit 2003 investiert  Hessen jährlich über 20 Millionen Euro an staatlichen Mitteln in den Hochwasserschutz. Einen großen Stellenwert nimmt darin die Förderung kommunaler Hochwasserschutzmaßnahmen ein.

Die in deutsches Recht umgesetzte Richtlinie 2007/60/EG vom 23. Oktober 2007 (Hochwasserrisikomanagementrichtlinie) der Europäischen Union fordert, in den Flusseinzugsgebieten abgestimmte Risikomanagementpläne zu erstellen.

Hierzu waren gemäß § 73 WHG die Gebiete zu bestimmen, in denen ein signifikantes Hochwasserrisiko besteht und für die deswegen Risikomanagementpläne zu erstellen sind. Die in Hessen seit 1995 mit Hilfe des Retentionskatasters Hessen systematisch erfassten Überschwemmungsgebiete an 4.820 Kilometern Gewässerstrecke bildeten für diese Bestimmung eine wichtige Grundlage. Die hessischen Risikogebiete sind hier benannt. Die dazugehörige Übersichtskarte, die eine Übersicht der Risikomanagementpläne bietet, ist verfügbar . Die Bearbeitung war durch Erlass vom 4. Juni 2007 an die Regierungspräsidien in Darmstadt, Gießen und Kassel veranlasst worden.

Unter Hochwasserrisikomanagementpläne sind, nach Auswählen der entsprechenden Risikogebiete, Gefahren- und Risikokarten verfügbar. Aus der Bestimmung der Risikogebiete sowie der Darstellung der Gefahren und Risiken waren bis zum 22. Dezember 2015 Risikomanagementpläne abzuleiten und zu veröffentlichen. Nach § 75 WHG sind „alle Pläne bis zum 22. Dezember 2021 und danach alle sechs Jahre unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Auswirkungen des Klimawandels auf das Hochwasserrisiko zu überprüfen und erforderlichenfalls zu aktualisieren.“

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