Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Hochwasser und andere Naturgefahren

Eigenvorsorge – Was bedeutet das konkret?

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Versicherung sammeln Geld für den Notfall
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Nach § 5 Abs. 2 des Gesetzes zur Ordnung des Wasserhaushalts (Wasserhaushaltsgesetz) vom 31.07.2009 ist jede Person, die durch Hochwasser betroffen sein kann, im Rahmen des ihr Möglichen und Zumutbaren verpflichtet, geeignete Vorsorgemaßnahmen zum Schutz vor nachteiligen Hochwasserfolgen und zur Schadensminderung zu treffen, insbesondere die Nutzung von Grundstücken den möglichen nachteiligen Folgen für Mensch, Umwelt oder Sachwerte durch Hochwasser anzupassen.

  • Sie können durch bauliche Maßnahmen wesentlich dazu beitragen, Schäden durch Wasser zu verringern.
  • Mit dem Abschluss einer Elementarschadenversicherung sichern Sie sich im Schadensfall auch finanziell ab und verhindern so wirtschaftliche Notlagen.
  • Sie können sich frühzeitig durch eine Unwetter- oder HochwasserApp warnen lassen, um entsprechende Maßnahmen zu ergreifen. Durch richtiges und umsichtiges Verhalten können Sie Schäden reduzieren und verhindern, sich und andere unnötig in Gefahr zu bringen (kein Aufenthalt im Keller oder überschwemmungsgefährdeten Räumen, Abarbeiten Ihres persönlichen Notfallplans etc.).

Auch nachträglich haben Sie zahlreiche Möglichkeiten, durch einfache Maßnahmen und Nachbesserungen die Schäden an Ihrer Immobilie (gemietet oder selbst genutztes Eigentum) im Schadensfall deutlich zu verringern. Wichtig ist, die versicherten Objekte den allgemein anerkannten Regeln der Technik entsprechend zu gestalten oder ggfls. anzupassen.

In Bezug auf Schäden durch eindringendes Wasser achten Sie z.B. darauf,

  • Haustechnik und Elektrizitätsanlagen aus dem Keller heraus auf höhere Ebenen zu verlagern.
  • Teppich- und Holzböden aus gefährdeten Räumen zu entfernen und ggfls. zu fliesen.
  • Wandverkleidung entsprechend wasserresistent zu gestalten (z.B. Fliesen).
  • Holztreppen durch Steintreppen zu ersetzen.
  • Heizöltanks gegen Aufschwimmen zu sichern oder gleich in einem überschwemmungssicheren Bereich zu lagern.
  • keine hochwertigen, wasserempfindlichen oder umweltgefährdenden Materialien im Keller zu lagern.
  • Tür- und Fensteröffnungen sowie Lichtschächte und Kellereingänge durch bauliche Maßnahmen gegen Hochwasser zu sichern (dabei auch auf die Auftriebssicherheit des Gebäudes/der Gebäudeteile zu achten).
  • Kanalanschluss im Haus durch Rückstausicherung bzw. Hebeanlage zu ergänzen.
  • einen Notfall- und Gefahrenabwehrplan zu erstellen.

Die Nichtbeachtung einzelner Empfehlungen kann u.U. zu Versicherungsausschlüssen oder Leistungskürzungen führen.

Weiterführende Informationen:

Eine fundierte Beratung zur baulichen Vorsorge und zum Objektschutz erhalten Sie durch Architekten. Eine Liste aller in Hessen eingetragenen Architekten und Architektinnen finden Sie bei der Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen unter www.akh.de

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