Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Trinkwasser und Heilquellen

Wasserschutzgebiete

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Ein Schild mit der Aufschrift "Wasserschutzgebiet"
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In Hessen wird der weit überwiegende Teil des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen. Zum Schutz dieser lebensnotwendigen Ressource dienen vielfältige Aktivitäten, wie die Ausweisung von Wasserschutzgebieten. 2006 waren in Hessen etwa 1.740 Trinkwasserschutzgebiete und 23 Heilquellenschutzgebiete mit einer Fläche von über 7.969 km2 ausgewiesen. In besonders schützenswerten Gebieten werden standortbezogen Regeln für die Flächennutzung festgelegt. So sind bestimmte Handlungen und Zustände, die das Grundwasser gefährden könnten, verboten, oder es sind gewisse Vorsichtsmaßnahmen einzuhalten.

Die Ver- und Gebote sind zum größten Teil aus allgemeinen Erfahrungen abgeleitet und gelten für alle Wasserschutzgebiete. Dazu kommen individuell auf die zu schützenden Gewinnungsanlagen abgestimmte Regelungen, die von Schutzgebiet zu Schutzgebiet variieren.

Weiterhin sind die einzelnen Schutzgebiete in die Schutzzonen I, II und III mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen unterteilt. Innerhalb der näher zur Gewinnungszone gelegenen Bereiche gelten schärfere Verbote als in den weiter entfernten.

Zone III (Weitere Schutzzone):
Sie wird, wenn irgend möglich, bis zur Grenze des Einzugsgebietes der Fassung ausgedehnt und erfasst damit das gesamte, der Fassung zufließende Grundwasser. Eine Unterteilung in die Zonen IIIA und IIIB ist möglich (in den Detailkarten gelb, bzw. bei Unterteilung: A = gelb und B = orange dargestellt).

Zone II (Engere Schutzzone):
Diese Zone wird in der Regel so abgegrenzt, dass die Fließzeit des Grundwassers vom äußersten Rand der Schutzzone bis zur Fassung mind. 50 Tage beträgt. In dieser Zeit können bakteriologische Verunreinigungen abgebaut werden (in den Detailkarten blau dargestellt).

Zone I (Fassungsbereich):
In diesem Bereich um die Wassergewinnungsanlage und in ihrer unmittelbaren Umgebung (bis ca. 50 m) muss jegliche Verunreinigung unterbleiben. Eine Flächennutzung, gleich welcher Art, ist daher nicht zugelassen (in den Detailkarten rot dargestellt).

Richtschnur bei der Ausweisung der Schutzgebiete sind die Verwaltungsvorschriften für die Festsetzung von Wasserschutzgebieten, die das Ausweisungsverfahren beschreiben und die Muster-Wasserschutzgebietsverordnung, die die zur Anwendung kommenden Ver- und Gebote vorgibt und von den Regierungspräsidien an die jeweils örtlichen Besonderheiten angepasst wird.