Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Besonders schützenswert

Grundwasser

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Eine Wasserpumpe an einem Brunnen
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Grundwasser ist ein wesentliches Element des Naturhaushaltes. Es ist Teil des Wasserkreislaufs und erfüllt wichtige ökologische Funktionen. Für Mensch, Tier und Pflanze ist das Grundwasser die wichtigste Ressource zum Überleben und gilt daher als besonders schützenswert.

Oberflächennahe Grundwasservorkommen versorgen Pflanzen mit Wasser und bilden wertvolle Feuchtbiotope. Das Grundwasser tritt in Quellen zu Tage und speist Bäche und Flüsse. Qualität und Menge des Grundwassers beeinflussen damit auch die Oberflächengewässer. Mehr als 70 Prozent des Trinkwassers stammen aus dem Grundwasser. Es ist daher die wichtigste Trinkwasserressource Deutschlands. In Hessen wird 95 Prozent des Trinkwassers aus Grundwasser gewonnen. 

Das im Untergrund Hessens gespeicherte statische Grundwasserdargebot (alternativ auch: statischer Grundwasservorrat) beträgt rund 57 Milliarden m3. Mit dem Begriff „statisch“ wird ausgedrückt, dass diese Wässer in der Regel am kurzfristigen unterirdischen Kreislauf nicht beteiligt und deswegen auch nicht nutzbar sind. Im Gegensatz zu dem statischen Grundwasserdargebot ist die jährlich unter mittleren Niederschlagsverhältnissen sich neubildende Grundwassermenge (= maximal nutzbares dynamisches Grundwasserdargebot) wesentlich geringer. Umgerechnet auf die Fläche Hessens werden im langjährigen Mittel (1971 bis 2000) jährlich rund 2,13 Milliarden m³ Grundwasser neu gebildet. Demgegenüber werden jährlich rund 407 Millionen m³ Grundwasser entnommen.

Im Sinne eines vorsorgenden quantitativen Grundwasserschutzes verfügt Hessen nahezu als einziges Bundesland flächendeckend über 3 auf die Ebene der Regierungsbezirke Darmstadt, Gießen und Kassel bezogene regionale Wasserbilanz-Studien

  • Wasserbilanz Rhein-Main 
  • Wasserbilanz Mittelhessen
  • Wasserbilanz Nordhessen.

Die Wasserbilanzen enthalten wichtige Informationen, Daten und Aussagen über

  • die aktuelle wasserwirtschaftliche Versorgungssituation
  • den Wasserbedarf in den nächsten Jahren und Jahrzehnten (so genannte Wasserbedarfsprognosen).

Sie bilden eine wesentliche Grundlage für Planungen einer nachhaltigen Grundwasserbewirtschaftung, von Grundwasserentnahmen und der Trinkwasserverteilung in Hessen.

Zur laufenden Überwachung des Gewässerzustandes verfügt das Land über eine Vielzahl gewässerkundlicher Messstellen, an denen vom Hessischen Landesamt für Umwelt und Geologie (HLUG) oder von den Regierungspräsidien Messungen und Untersuchungen durchgeführt werden.

Die Überwachung der Grundwasserbeschaffenheit in Hessen basiert auf den Daten zweier Messnetze. Zum einen sind dies Messstellen des Landesgrundwasserdienstes (rund 350) und zum anderen Messstellen, die im Rahmen der Rohwasseruntersuchungsverordnung (RUV) untersucht werden (rund 3.500). Mit diesen Messprogrammen wird eine Vielzahl von Parametern untersucht, um die Grundwasserbeschaffenheit zu überwachen. Die Grundwasserstände und Quellschüttungen vom Landesgrundwasserdienst Hessen gemessen. In Hessen gibt es 895 Grundwassermessstellen sowie 60 Messstellen zur Quellschüttung (insgesamt 955). Die Gesamtzahl aller Messstellen einschließlich der aufgelassenen beträgt 1.400. 

Anzahl der Grundwassermessstellen seit dem Jahr 1910
Jahr Zahl der Messstellen
1920 38
1930 50
1940 63
1950 172
1960 638
1970 836
1980 887
1990 956
2000 983
2010 967
2013 955