Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Erdwärmesonden

Der Betrieb einer Erdwärmesonde ist eine Benutzung des Grundwassers, die grundsätzlich erlaubnispflichtig ist. Das Land Hessen hat „Anforderungen des Gewässerschutzes an Erdwärmesonden“ erarbeitet, die für Erdwärmesonden bis zu einer Leistung von 30 kW gelten. Die derzeit geltende Fassung vom 21. März 2014 wurde im Staatsanzeiger vom 21. April 2014 veröffentlicht (Seite 383). Bei Beachtung dieser Anforderungen wird das wasserrechtliche Erlaubnisverfahren erheblich erleichtert.

Die Leistung von 30 kW ist ausreichend für Ein- und Zweifamilienhäuser, bei guter Wärmedämmung auch für Häuser mit mehr Wohneinheiten. Auch bei Erdwärmesondenanlagen mit einer größeren Leistung können diese Anforderungen für die Beurteilung der Maßnahme herangezogen werden.

In den genannten Anforderungen des Gewässerschutzes an Erdwärmesonden sind folgende Punkte geregelt

  • Anwendungsbereich
  • Verwendung von wassergefährdenden Stoffen (Wärmeträgermittel)
  • Durchführung und Ausbau der Bohrung / Einwandige Anlagenteile
  • Abstände zu Nachbargrundstücken
  • Verwaltungsverfahren
  • Weitere Grundlagen und Hinweise
  • Gängige Wärmeträgermittel
  • Antragsunterlagen für Erdwärmesonden

Maßgebend für die wasserwirtschaftliche Beurteilung der Erdwärmenutzung ist die Einstufung in „günstige“, „ungünstige“ und „unzulässige Gebiete“. Hierfür sind geologische und wasserwirtschaftliche Gründe maßgebend. In „günstigen Gebieten“ ist ein Erlaubnisverfahren mit vereinfachten Antragsunterlagen ausreichend. Die hydrogeologische Stellungnahme einer geeigneten Hydrogeologin/eines geeigneten Hydrogeologen oder des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie ist nicht erforderlich. Durch diese Regelung wird der Verwaltungsaufwand verringert, außerdem sparen die Bürgerinnen und Bürger Zeit und Kosten.

Für die Erdwärmenutzung in „ungünstigen Gebieten“ ist grundsätzlich eine hydrogeologische Stellungnahme erforderlich. Aus dieser Stellungnahme ergeben sich die Auflagen, die bei der Bohrung zu beachten sind.

Unzulässig ist die Erdwärmenutzung in den Schutzzonen I, II, III und IIIA von Wasserschutzgebieten oder in vergleichbaren Zonen von Heilquellenschutzgebieten (unzulässige Gebiete).