Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Energieeinsparungen

Energieeffizienz von Abwasserbehandlungsanlagen

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Sparschwein geformt aus Stromkabel
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Kommunale Kläranlagen verbrauchen in Deutschland über 4,4 Milliarden Kilowattstunden Strom im Jahr und sind damit der größte kommunale Stromverbraucher – noch vor dem Verbrauch der Schulen (rund 3 Milliarden Kilowattstunden) und der Straßenbeleuchtung (3,3 Milliarden Kilowattstunden). Studien zeigen, dass aktuell nur rund 20 Prozent der Anlagen in Deutschland auf einem modernen energetischen Niveau sind. Es wird geschätzt, dass durch Energiesparmaßnahmen und Optimierung des Betriebes bis zu 25 Prozent des gesamten Stromverbrauchs von Kläranlagen eingespart werden können.

Arbeitshilfe zur Verbesserung der Energieeffizienz von Abwasserbehandlungsanlagen

Durch eine umfassende Analyse der Energieeffizienz einer Kläranlage und die Durchführung der notwendigen Maßnahmen, lassen sich in vielen Fällen Energieeinsparungen bzw. eine höhere Energieeffizienz erzielen. Wie die Praxis zeigt, können diese Analysen und die Durchführung der Maßnahmen, z. B. einer besseren verfahrenstechnischen Steuerung, auch einen Beitrag dazu liefern, die Betriebsstabilität der Anlagen und damit die Reinigungsleistung zu verbessern.

Die Orientierung an einheitlichen Standards kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, die Beauftragung zu vereinfachen und die Vergleichbarkeit der Ergebnisse zu gewährleisten. Hierzu wurde die Arbeitshilfe zur Verbesserung der Energieeffizienz von Abwasseranlagen (Stand: 23. August 2011) erarbeitet. Die Erstellung von Energieanalysen entsprechend dieser Arbeitshilfe wurde vom Land Hessen zwischen 2011 und 2015 erfolgreich finanziell gefördert.

Co-Vergärung in Faulbehältern

Faulbehälter von Kläranlagen sind häufig nur zu 50 Prozent ausgelastet. Durch die Mitbehandlung von Co-Substraten und eine Optimierung des Faulbehälterbetriebs kann die Gasgewinnung und die Stromerzeugung erheblich gesteigert werden.

Für die Zulassung einer Co-Vergärung in kommunalen Abwasserbehandlungsanlagen ist es zweckmäßig, die im Einzelfall zu beachtenden technischen und rechtlichen Randbedingungen, die Zulässigkeit bezüglich bestimmter Substrate, das Prüfverfahren und das Zulassungsverfahren konkreter zu beschreiben sowie die zuständigen Behörden zu nennen. Daher wurde eine Arbeitshilfe erstellt, die sich an die Anlagenbetreiber und Vollzugsbehörden in Hessen richtet. Diese Arbeitshilfe kann als Grundlage für die Zulassung von Faulbehältern zur Co-Vergärung herangezogen werden.