Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Naturnahe Gewässer

Renaturierung

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Gewässer in Nordhessen
© Barbara Weber / HMUELV

Das Erscheinungsbild unserer Bäche und Flüsse ist das Ergebnis eines Gestaltungsprozesses, den natürliche Prozesse und vorangehende Generationen eingeleitet haben. Nachdem über viele Jahrzehnte der Mensch in die Gewässerökosysteme eingegriffen hat, sind natürliche oder naturnahe Flüsse und Bäche selten geworden. Sie wurden begradigt und ausgebaut,in den Ortslagen wurden sie oftmals in ein starres Betonbett gezwängt oder verrohrt, Ufersäume wurden gerodet und Auenflächen zur besseren Bewirtschaftung durch Entwässerung trocken gelegt. Die Gewässer in Hessen sind deshalb vielfach in einem naturfernen Zustand.

Die Wasserrahmenrichtlinie fordert u.a. den guten ökologischen Zustand der oberirdischen Gewässer zu erhalten bzw. bis Ende 2015 (mit Verlängerung bis spätestens 2027) zu erreichen. Er ist neben einer guten stofflichen Qualität durch Lebensgemeinschaften gekennzeichnet, die nur gering von den gewässertypischen Verhältnissen abweichen. Hierfür muss eine entsprechende Gewässerstruktur (Morphologie, Durchgängigkeit) vorhanden sein. Je vielfältiger ein Gewässer samt seiner Ufer- und Auen ist, desto wertvoller ist es als Lebensraum.

Die Beseitigung gewässermorphologischer Defizite ist ein Handlungsschwerpunkt der Wasserwirtschaft. Entsprechende Maßnahmen werden im Rahmen des Landesprogramms Naturnahe Gewässer gefördert.

Zusätzlich bietet die Landesregierung den Gewässerunterhaltungspflichtigen zur Unterstützung den Einsatz von Gewässerberatern an, die im Zusammenspiel mit den unteren und oberen Wasserbehörden ihre Kenntnisse in die kommunalen Planungsprozesse einbringen. Der Einsatz der Gewässerberater hat im September 2012 begonnen.

Förderung

Das Land Hessen hat von 2008 bis 2012 rund 315 Millionen Euro in den Gewässerschutz (ohne Aufwendungen für Maßnahmen des Hochwasserschutzes) investiert. Maßnahmen zur Gewässerentwicklung als auch Hochwasserschutzmaßnahmen werden gemäß der „Richtlinie zur Förderung von Maßnahmen zur Gewässerentwicklung und zum Hochwasserschutz“ vom 31. Januar 2017 im Rahmen der Landesprogramme „Naturnahe Gewässer“ und „Hochwasserschutz“ gefördert.

Seit dem Jahr 2000 werden für Renaturierungsmaßnahmen pro Jahr zwischen 5 bis 10 Millionen Euro bereitgestellt. Das Land Hessen unterstützt die gewässerunterhaltungspflichtigen Kommunen, um die Gewässer in einen guten ökologischen Zustand zu bringen. Die im Staatsanzeiger veröffentlichte Anlage 4 der Förderrichtlinie ist als Formular gestaltet worden und steht Ihnen als Download zur Verfügung. Nur mit diesem Formular kann ein Antrag auf Förderung einer Maßnahme zur Gewässerentwicklung, einer Hochwasserschutzmaßnahme oder auf Anerkennung von naturschutzrechtlichen Ersatzmaßnahmen gestellt werden.

Das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (HMUKLV) entscheidet im Rahmen der verfügbaren Haushaltsmittel und Wichtigkeit der Maßnahmen. Die Förderung der Bereiche Gewässerentwicklung und Hochwasserschutz wird mit dieser Richtlinie harmonisiert.

Die Finanzierung des kommunalen Eigenanteils liegt - trotz hoher Fördersätze des Landes (bis zu 90 Prozent) – bei der angespannten Haushaltslage der Kommunen das größte Problem. Seit Juli 2012 ist für Maßnahmen innerhalb von Natura 2000-Gebieten sogar eine 100prozentige Finanzierung durch Landesmittel möglich.