Waldreichstes Bundesland

Wald in Hessen

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Perlgrasboden in hessischem Buchenwald - © Thomas Ulrich
© Thomas Ulrich

Die Waldfläche in Hessen beträgt etwa 894.180  ha - fast die Hälfte (42,3 Prozent) des Bundeslandes sind von Wald bedeckt. Mit diesem Waldanteil liegt Hessen zusammen mit Rheinland-Pfalz an der Spitze der Bundesländer, vor dem Saarland mit 39,9 Prozent, Baden-Württemberg mit 38,4 Prozent und Bayern mit 36,9 Prozent Waldfläche. Größter Waldbesitzer in Hessen ist das Land, ihm gehören 38 Prozent der gesamten Waldfläche. 36 Prozent sind Körperschaftswald. Dieser verteilet sich auf 418 Gemeinden beziehungsweise Städte. Nur acht hessische Gemeinden besitzen keinen Wald. Ein Viertel der Waldfläche ist Privatwald einschließlich Gemeinschaftswald. Ein Drittel des Privatwaldes ist bäuerlicher Kleinprivatwald. In Hessen gibt es rund 60.000 Waldbesitzer, wobei es sich überwiegend um Kleinprivatwaldbesitzer handelt.

Baumartenanteile im hessischen Wald
Eiche Buche sonst. Laubholz Fichte Kiefer sonst. Nadelholz
14 % 31 % 14 % 22 % 10 % 9 %

Die Waldverteilung ist in Hessen sehr unterschiedlich. In der Wetterau und dem Gießener Becken beträgt der Waldanteil nur 15 Prozent. Hier dominieren fruchtbare Böden, die schon seit frühester Zeit landwirtschaftlich genutzt werden. Auch in der Rhein-Main-Ebene ist der relativ geringe Waldanteil von 26 Prozent zum einen auf die nährstoffreichen landwirtschaftlich genutzten Böden, zum anderen aber auch auf den extrem hohen Flächenbedarf für den Bau von Siedlungen und Industrieanlagen und die Verkehrserschließung im Ballungsraum zurückzuführen.

Hohe Waldanteile mit über 50 Prozent gibt es in Odenwald, Spessart, Taunus, Nördlichem hessischen Schiefergebirge und im Weserbergland. In diesen Gebieten steigt der Waldanteil weiter, weil Landwirte weniger ertragreiche Böden aufgeben. Im Ballungsraum, wo der Wald insbesondere wegen seiner Ausgleichs- und Erholungsfunktionen einen besonders hohen ökologischen Wert in unserer Landschaft darstellt, stagniert der Waldanteil beziehungsweise geht er zurück.

Staatswald

Der Landesbetrieb Hessen-Forst besitzt landeseigene forstfiskalische Grundstücke von insgesamt rund 344.150 Hektar (Betriebsfläche Stand 01.01.2018). Davon sind rund 341.516 Hektar landeseigener Wald im Sinne des Hessischen Waldgesetzes (Nachhaltigkeitsbericht Hessen-Forst 2016). Hierin enthalten sind auch die Flächen des Nationalparks Kellerwald-Edersee. Hessen-Forst verwaltet daneben auch landwirtschaftlichen Grundbesitz, andere Flächen, die nicht Wald sind (z.B. Naturschutzflächen, Unland, Gewässer) und einen umfangreichen Gebäudebestand. Die mit Bäumen bestockte Waldfläche der Hessischen Forstämter und des Nationalparks Kellerwald-Edersee (Eigentum Hessen-Forst) machen rund 319.500 Hektar aus (=Baumbestandsfläche). Der Staatswald in Hessen ist gekennzeichnet durch in den letzten Jahrzehnten stark gestiegene Laubholzanteile, eine deutliche Zunahme der Baumartenvielfalt und ein durchschnittlich hohes Baumalter. Heute stocken auf circa 54 Prozent der Staatswaldfläche Laubbäume.

Baumarten

Ist 20161

Ziel 2050

Eichen

12 %

13 %

Buche

35 %

37 %

andere Laubbäume hoher Lebensdauer

4 %

6 %

andere Laubbäume niedriger Lebensdauer

3 %

2 %

Laubbäume

54 %

58 %

Fichte / Tannen

23 %

23 %

Douglasie

4 %

8 %

Lärche

6 %

6 %

Kiefer, Strobe

13 %

5 %

Nadelbäume

46 %

42 %

Gesamt

100 %

100 %

1 Ergebnis Forsteinrichtung Staatswald, Flächenanteile Hauptschicht

Überlagerungsfrei erfüllt der Staatswald in unterschiedlicher Intensität auf insgesamt 160.000 ha Fläche und damit auf der Hälfte der Baumbestandsfläche besondere Naturschutzfunktionen.

Landesforstverwaltung

Oberste Forstbehörde ist das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Obere Forstbehörde sind die Regierungspräsidien. Die Aufgaben der Unteren Forstbehörden werden von den Forstämtern und in den Bereichen Waldrodung, Aufforstung und Wald beanspruchenden Maßnahmen in Zusammenarbeit mit den Landräten/Oberbürgermeistern wahrgenommen.

Informationen zur Forstverwaltung bei den Regierungspräsidien erhalten Sie hier:

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