Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Jagdwesen

Jagd in Hessen

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Schattenwurf eines Hochsitzes im Wald
Schattenwurf eines Hochsitzes im Wald
© HMUKLV

Hessen ist trotz seiner dichten Besiedlung ein wildreiches Land. Während Arten der strukturreichen, kleinräumigen Wiesen- und Feldlandschaften wie z.B. das Rebhuhn weiterhin mit den Entwicklungen im Naturraum der vergangenen Jahre und Jahrzehnte kämpfen, erhöht sich der Bestand der kulturfolgenden Arten wie Rehwild, Wildschwein und Waschbär stetig. Nie zuvor hat es in Hessen u.a. so viele Wildschweine und Füchse, Hirsche und Waschbären gegeben wie heute.

Die Jagd ist so alt wie die Menschheit, untrennbar mit deren Geschichte und der Entwicklung verbunden und gleichzeitig überaus aktuell und unverzichtbar.

In einem reich strukturierten Bundesland wie Hessen kommt der Jagd eine entscheidende Rolle zu. Sie dient dem Kompromiss zwischen Wildtierschutz, Land- und Forstwirtschaft, Verbesserung der Sicherheit im Straßenverkehr für Mensch und Wildtier sowie der Gewinnung von hochwertigen Lebensmitteln.

Da für die Regulierung der Wildtiere gegenwärtig die natürlichen Feinde wie Wolf und Luchs eine unbedeutende Rolle spielen, wird diese Aufgabe von rund 23.000 Jägerinnen und Jägern in Hessen übernommen.

Durch eine geregelte Jagdausübung wird einerseits sichergestellt, dass die Wildarten erhalten bleiben und gleichzeitig deren Populationen nicht übermäßig ansteigen.

Zu große Wildtierpopulationen finden in ihrem Lebensraum nicht ausreichend natürliche Nahrung. Die Wildtiere stillen dann vermehrt auf den Wiesen und Feldern der Landwirte ihren Hunger. Die dabei entstehenden Fraß-, Tritt- und Wühlschäden können für die Landwirte erheblich, in manchen Fällen sogar existenzbedrohend sein. Ebenso auf dem Speiseplan der großen Schalenwildarten stehen Knospen und Rinde der Waldbäume. Dies verursacht nicht nur erhebliche finanzielle Einbußen für die Waldbesitzer, sondern schafft an den Bäumen Eintrittspforten für Pilze, welche über Jahre hinweg die Bäume schwächen und instabil machen.

Das bei der Jagd gewonnene Wildfleisch, von den Jägerinnen und Jägern als Wildbret bezeichnet, ist außerordentlich vielseitig und schmackhaft. Wildbret ist fettarm und reich an Eiweißen, Mineralstoffen und Vitaminen. Da das Fleisch von Wildtieren aus freier Natur stammt, handelt es ich um Fleisch direkt aus der Natur von aller bester Güte.

In Hessen wird auf rund 1.800.000 ha Wald und Feld die Jagd ausgeübt. Davon übt der Landesbetrieb HESSEN-FORST mit seinen Förstern und Jagdgästen auf ca. 240.000 ha (13 Prozent) die Jagd aus. 87 Prozent der hessischen Jagdfläche werden durch die private Jägerschaft betreut. Die hessischen Jägerinnen und Jäger übernehmen Verantwortung in ihren Jagdrevieren. Die Jagdverwaltung unterstützt sie dabei und stellt die Einhaltung der jagdrechtlichen Normen sicher.

Jagdverwaltung

Oberste Jagdbehörde ist das für das Jagdwesen zuständige Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Obere Jagdbehörde ist landesweit das Regierungspräsidium Kassel. Die Aufgaben der unteren Jagdbehörde werden in den Landkreisen vom Kreisausschuss und in den kreisfreien Städten vom Magistrat als Aufgaben zur Erfüllung nach Weisung wahrgenommen. Im Nationalpark nimmt das Nationalparkamt die Aufgaben der unteren Jagdbehörde wahr.

Hier erhalten Sie Informationen bei der Oberen Jagdbehörde: RP Kassel