Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Natura 2000

Vertragsnaturschutz

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Ein Eichhörnchen mit einer Nuss
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Das Land Hessen hat sich insbesondere zur Umsetzung der Natura 2000-Verordnung für den Weg des Vertragsnaturschutzes entschieden. Diese Entscheidung bezieht sich nicht nur auf die land- und forstwirtschaftlich genutzten Flächen innerhalb der FFH- und Vogelschutzgebiete, sondern soll auch in anderen Fällen angewandt werden, die einer vertraglichen Regelung zugänglich sind.

Vertagsnaturschutz im Offenland

Mit Ablauf des Jahres 2006 und dem Ende der Planungsperiode 2000 bis 2006 lief das Förderprogramm Hessisches Landschaftspflegeprogramm (HELP) aus. Noch laufende fünfjährige Veträge wurden bis einschließlich 2009 bis zum Ende der Vertragslaufzeit fortgeführt.

Die auch im Hessischen Naturschutzgesetz normierte Philosophie des Landes Hessen, bei Maßnahmen zu Schutz und Entwicklung von Natur und Landschaft freiwilligen Maßnahmen vertraglichen Vereinbarungen Vorrag vor ordnungsrechtlichen Maßnahmen, wie beispielsweise Schutzgebietsausweisungen einzuräumen, hat jedoch unverändert Bestand.

Von 2007 bis 2014 wurde die Umsetzung von Agrarumwelt- bzw. auch Vertragsnaturschutzmaßnahmen im Offenlandbereich im Rahmen des Entwicklungsplans für den ländlichen Raum über das Hessische Integrierte Agrarumweltprogramm (HIAP) umgesetzt. Dieses Programm wurde 2015 durch das inhaltlich weiterentwickelte Hessische Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflegemaßnahmen (HALM) abgelöst. Weiterführende Informationen https://umweltministerium.hessen.de/agrarumweltprogramm

Vertragsnaturschutz im Wald

Kooperation statt Konfrontation im Naturschutz – unter dieser großen Überschrift steht auch der Rahmenvertrag über den Naturschutz im Wald, der am 27. November 2002 zwischen dem Land, dem Hessischen Waldbesitzerverband, dem Hessischen Städte- und Gemeindebund und dem Hessischen Städtetag vereinbart wurde. Mit zielführenden Regelungen im Wald wird dem Vertragsnaturschutz Vorrang vor ordnungsrechtlichen Instrumenten eingeräumt.

Bis Ende 2015 wurden mit kommunalen und privaten Waldeigentümern für 23.000 ha Verträge zur Umsetzung der Schutzziele in den Natura 2000-Gebieten abgeschlossen. Die Finanzierung erfolgt aus den Mitteln der im Jahr 2003 gegründeten Stiftung Natura 2000. Die Stiftung Natura 2000 wurde vom Land mit einem Kapital in Höhe von 12,5 Millionen Euro ausgestattet, um ihre Aufgabe bewältigen zu können.