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Vorhaben Biosphärenregion

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Wandern und Barfußpfad
© Hess. Umweltministerium

Woher kommt die Idee der Biosphärenregion?

Die Idee, dass die Anerkennung der Region als UNESCO-Biosphärenregion dabei helfen könnte, zukünftige Herausforderungen gemeinsam im Stadt-Land-Verbund zu meistern, kam zunächst aus bürgerschaftlicher Initiative.

Das UNESCO-Programm „Mensch und die Biosphäre“ (MAB – Man and the Biosphere) umfasst bisher vor allem ländlich geprägte Modellregionen. Genau deshalb könnten Main-Taunus, Wiesbaden und Rheingau-Taunus gemeinsam gute Chancen bei einer Antragsstellung an die UNESCO haben: Für dynamisch wachsende Metropolregionen gibt es kaum modellhafte Ansätze für nachhaltige Entwicklung. Dabei spielen städtische Regionen eine wichtige Rolle beim Erhalt der biologischen Vielfalt der Erde und beim Klimaschutz; schließlich wohnen weltweit die meisten Menschen in Ballungsräumen.

Im Jahr 2017 beschlossen daher der Hessische Landtag, die Stadtverordnetenversammlung Wiesbaden sowie die Kreistage Rheingau-Taunus und Main-Taunus, eine ergebnisoffene, partizipative Prüfung der Machbarkeit einer Biosphärenregion in Auftrag zu geben.

Die Machbarkeitsstudie Biosphärenregion

Die Machbarkeitsstudie bietet einen Überblick über die Ergebnisse der Prüfung der formalen und gesellschaftlichen Machbarkeit. Erarbeitet wurde die Studie in einem breit angelegten Fach- und Beteiligungsprozess unter intensiver Einbindung von Kommunen, Verbänden, Vereinen, Interessensvertreterinnen und -vertretern, regionalen Institutionen, Nichtregierungsorganisationen sowie Bürgerinnen und Bürgern.

Aus dem Beteiligungsprozess geht hervor, dass die Chancen in den Bereichen Mobilität und Infrastruktur, Bauen und Siedlungsentwicklung, Tourismus und Naherholung, Soziales, Energie und Klima, Natur und Umwelt, Kulturlandschaften, Forschung und Bildung überwiegend Chancen gesehen werden. Für Industrie und Unternehmen war das Meinungsbild etwas zurückhaltender, allerdings in der Tendenz auch positiv.

Ebenso hat die Prüfung des Potenzials der Region, UNESCO-Biosphärenregion zu werden, ergeben, dass die Region die für eine Antragsstellung notwendigen Kriterien Repräsentativität, Flächengröße und Abgrenzung, Biodiversität sowie Verwaltung und Organisation erfüllen kann.

Weitere Informationen zu dem Ablauf und den Ergebnissen der Machbarkeitsstudie

Sachstand Sommer 2020

Die breite öffentliche Diskussion um die Biosphärenregion ist durch die Corona-Pandemie unterbrochen worden. Umweltministerin Hinz äußerte sich zur derzeitigen Sachlage in einem Brief an die Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Kommunen wie folgt: „Von Anfang an habe ich betont, dass es eine Biosphärenregion nur geben kann, wenn die Region das will und sich die Kommunen klar dafür aussprechen“. Aufgrund eines Votums vom 9. Juni 2020, in dem sich der Kreistag des Rheingau-Taunus-Kreises gegen die Biosphärenregion aussprach, stehe der Kreis jedoch nicht mehr hinter dem Projekt, so Hinz.

„Wir hatten auf Wunsch der Stadt Wiesbaden und der beiden Landkreise in den Jahren 2018 und 2019 eine breit angelegte, sehr beteiligungs- und ergebnisoffene Machbarkeitsstudie erarbeitet. Nun ist aber ein Initiator dieser Studie offiziell ausgestiegen und dies, obwohl wir den kommunalen Gremien wegen der Corona-Pandemie ausdrücklich mitgeteilt haben, dass der Entscheidungsprozess nicht wie geplant bis zum Sommer durchgeführt sein muss. Wir wollten die Diskussion nächstes Jahr in Ruhe wiederaufnehmen“, erklärte die Umweltministerin weiter.

Das Umweltministerium hat die Vorbereitungen für eine Antragstellung daher vorerst eingestellt.

Hinz bedauere, dass der Kreistag des Rheingau-Taunus-Kreises die Debatte vorzeitig beendet hat. Das Angebot des Landes, eine Biosphärenregion zu unterstützen, wenn die Kommunen in der Region das wollen, bleibe aber bestehen.

Die Umweltministerin dankt den Bürgermeisterinnen und den Bürgermeistern für ihr Interesse am Thema Biosphärenregion und dem Austausch hierzu.

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