Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
"Guthaben" anlegen

Ökopunkte

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Frosch auf Seerosenblatt
© Barbara Siegert / HMUELV

Statt Schäden an der Natur nachträglich wieder gut zu machen, können auch Maßnahmen zugunsten der Natur vorlaufend vor dem eigentlichen Eingriff durchgeführt werden. Ander als bisher, "Kredite" an der Natur aufzunehmen, die später wieder zurückgezahlt werden müssen,  geht die "Ökokonto"-Regelung davon aus, dass erst ein Guthaben auf dem Konto der Natur angelegt wird, das später abgebucht wird. Ökokonto-Maßnahmen haben den Vorteil, dass sie i.d.R. weniger Platz benötigen als nachträglich durchgeführte Maßnahmen. Der Handel mit derartigen „Aufwertungsrechten“ wird „Ökopunkte-Handel“ genannt.

Das Land bestärkt alle, die Ökokonto-Maßnahmen herstellen wollen. Dies gilt insbesondere für solche Maßnahmen, die gleichzeitig dazu dienen, die Schwerpunktflächen des hessischen Naturschutzes, die Natura 2000-Gebiete, in ihrem Zustand zu verbessern. Solche Maßnahmen haben nach der neuen Kompensationsverordnung in der Regel Vorrang gegenüber anderen Maßnahmen.

Aber es gibt auch andere Beispiele für Ökokonten:

  • Entsiegelungsmaßnahmen oder Rückbau baulicher Anlagen;
  • Maßnahmen zur Beseitigung von Hindernissen für die Tierwanderung (Querungshilfen, Wildbrücken);
  • Maßnahmen zur Renaturierung von Fließgewässern einschließlich der Uferbereiche und zur Herstellung der Durchgängigkeit für wandernde Fischarten;
  • Maßnahmen zur Wiederherstellung von Kulturbiotopen, wie Alleen, Trocken- oder Magerrasen sowie Maßnahmen auf erosionsgefährdeten Hängen, Moorstandorten oder Standorten mit hohem Grundwasserstand, soweit diese in ein Nutzungskonzept eingebunden sind oder die
  • Wiederherstellung von Weinbergstrockenmauern und Steillagenflächen im Weinbau

Im Rhein-Main-Gebiet ist der Versuch unternommen worden, Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, insbesondere auch im Rahmen von Ökokonto-Regelungen, weitgehend in ein Regionalpark-Konzept umzusetzen. Ein Ziel ist hierbei, den Flächenbedarf möglichst zu konzentrieren und die Aufwertung von Natur und Landschaft ganz konkret erlebbar zu machen. Regionalparkgesellschaften führen auch für Dritte Ökokonto-Maßnahmen durch.