Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Erhaltungszustand

Steckbriefe, Gutachten & Hilfskonzepte zu FFH-Arten

hmuelv-Äskulapnatter

Eine Äskulapnatter im Unterholz
© Bernd Rüblinger / HMUELV

Der Fachbereich Naturschutz des Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie erstellt landesweite Artenhilfskonzepte im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz für in Hessen besonders bedrohte Arten der Anhänge II und IV der FFH-Richtlinie. Priorität hatten dabei die Arten, deren Erhaltungszustand im hessischen Beitrag zum Nationalen Bericht 2007 gemäß FFH-Richtlinie mit „rot“ (ungünstig - schlecht) bewertet wurde. Bearbeitet wurden zunächst die neun Arten Wechsel- und Knoblauchkröte, Frauenschuh, Bachmuschel, Blauschillernder Feuerfalter, Schwarzer Apollo, Große Moosjungfer, Mopsfledermaus und Feldhamster. Neben einer ausführlichen populationsbezogenen Analyse der aktuellen Situation der jeweiligen Art in Hessen auf der Grundlage der vorhandenen Daten (u.a. Populationsgröße, Vernetzungsgrad, Hauptgefährdungen) wurden Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen definiert. Der Schwerpunkt liegt dabei auf konkreten flächenbezogenen Maßnahmenvorschlägen an den derzeitigen Habitaten als eindeutige Handlungshinweise für die zuständigen Fachbehörden.

Durch gemeinsame Workshops mit den lokalen Akteuren (Untere Naturschutzbehörden, Forstämter, Untere Wasserbehörden, Ämter für den ländlichen Raum, Naturschutzverbände und Vereine) und eine Begleitung der Maßnahmen durch die Fachgutachter soll der Weg „von der Theorie in die Praxis“ möglichst kurz und effektiv gestaltet werden.

Seit 2008 beauftragt FENA die Gutachter der Artenhilfskonzepte mit der fachlichen Beratung bei der Umsetzung vor Ort.
Für die FFH-Arten hat FENA die aktuell zur Verfügung stehenden Artensteckbriefe, Artgutachten und Artenhilfskonzepte auf dieser Webseite zusammengestellt und im Natureg-Viewer dargestellt.

Artikel 17-Berichterstattung

Mit der Ausweisung der FFH-Gebiete ist auch die Verpflichtung verbunden, die für einen güns­tigen Erhaltungszustand der Lebensraumtypen und Arten erforderlichen Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen langfristig zu gewährleisten. Nach Art. 17 der FFH-Richtlinie ist vorgesehen, dass die Mitgliedsstaaten alle 6 Jahre über die getroffenen Erhaltungs­maß­nahmen, die Bewertung der Auswirkungen der Maßnahmen auf den Erhaltungszustand und die Überwachung des Erhaltungszustandes berichten (auch Art. 11). Damit einher geht ein allgemeines Monitoring des Erhaltungszustandes aller Arten und Lebensraumtypen von ge­meinschaftlichem Interesse. Der zweite Nationale Bericht der Bundesrepublik Deutschland  umfasst den Berichtszeitraum 2001 – 2006. Sein Schwerpunkt liegt in der Ermittlung von Daten zur Verbreitung und zum Erhaltungszustand der LRT und Arten. Alle Bundesländer haben dazu einen Beitrag geleistet, jeweils bezogen auf ihren Anteil an der jeweiligen biogeographischen Region und auf der Grundlage des aktuell vorhandenen Wissens.

Auf der Grundlage der aktuellen Grund­datenerhebungen, der landes­weiten Artgutachten, der Hessischen Biotopkartierung sowie der Forsteinrichtungsdaten hat FENA für Hessen die Bewertung für 42 LRT des Anhanges I und 132 Arten der Anhänge II, IV und V vorgenommen. LRT und Arten der EU-Osterweiterung 2004 wurden für den aktuellen Bericht aufgrund noch unzureichender Kenntnisse nicht berücksichtigt.

"Ampel" in Hessen - im Bericht nach Art. 17 LRT Arten
Günstig 11 37
Ungünstig - unzureichend 8 23
Ungünstig - schlecht 23 21
Unbekannt   51*
Summe 42 132

* davon 6 Bärlappe, 29 Torfmoose, 5 Flechten

Gemäß Art. 17 Abs. 2 der FFH-Richtlinie hat die Europäische Kommission auf der Basis der von den Mitgliedstaaten erstellten Berichte einen ersten zusammenfassenden Bericht ausgearbeitet. Dieser wurde veröffentlicht und den Mitgliedstaaten, dem Europäischen Parlament, dem Rat und dem Wirtschafts- und Sozialausschuss zugeleitet.

Erhaltungszustand der Brutvogelarten Hessens

Analog zur Bewertung des Erhaltungszustandes von Lebensraumtypen und Arten nach Artikel 17 der FFH-Richtlinie wurde der Erhaltungszustand der hessischen Brutvogelarten von der Staatlichen Vogelschutzwarte für Hessen, Rheinland-Pfalz und Saarland bewertet. Auf der Grundlage aktueller Grunddatenerhebungen, der Roten Liste der bestandsgefährdeten Brutvogelarten Hessens (Rote Liste Hessens 2006) und weiterer Fachgutachten erfolgte eine Bewertung von 186 Arten.