Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Für ein nachhaltiges Hessen

Nachhaltigkeitsstrategie

Logo Nachhaltigkeitsstrategie Hessen (quer)

Logo der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen

Im Jahr 2008 hat die Hessische Landesregierung die Nachhaltigkeitsstrategie Hessen ins Leben gerufen. Ihr Ziel: die gute Lebensqualität, die vielfältige Landschaft und die hohe Wirtschaftskraft Hessens auch für zukünftige Generationen erhalten. Möglich wird dies durch einen neuen Politikstil, den die Nachhaltigkeitsstrategie maßgeblich prägt. Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Gesellschaft entwickeln im Dialog gemeinsame, innovative Lösungen. So wird Nachhaltigkeit zur Initiative eines ganzen Landes Der Ministerpräsident ist Schirmherr der Nachhaltigkeitsstrategie und macht das Thema Nachhaltigkeit in Hessen damit zur »Chefsache«.

Nachhaltigkeit gemeinsam gestalten

Nur wenn wir nachhaltige Entwicklung als selbstverständliche Voraussetzung in allen Entscheidungen und Handlungen verankern, können wir Hessen wirklich zukunftsfähig machen. Deshalb dient die Nachhaltigkeitsstrategie als Plattform für alle Akteure – von Gesellschaft über Unternehmen bis hin zur Politik und Verwaltung – um gemeinsam an neuen Lösungen und innovativen Ideen für ein nachhaltiges Hessen zu arbeiten. Sämtliche Perspektiven, Anliegen und Fragestellungen sind willkommen, denn die Nachhaltigkeitsstrategie bietet Raum für einen gemeinsamen gesellschaftlichen Such- und Lernprozess. Diese Form der Zusammenarbeit schafft Transparenz und sichert ein breites Engagement, um aus aktuellen Herausforderungen wie dem Klimawandel, der Ressourcenverknappung oder dem demografischen Wandel Chancen für eine lebenswerte Zukunft in Hessen zu generieren.

Mit ihren zahlreichen Veranstaltungen, Themen und Aktivitäten bietet die Nachhaltigkeitsstrategie Hessen Anknüpfungspunkte für verschiedenste Zielgruppen:

  • Bürgerinnen und Bürger  werden aktiviert, sich in ihrem Alltag beispielsweise für Umwelt- und Klimaschutz zu engagieren. Zahlreiche Aktionen vermitteln dazu wertvolle Ideen und die nötige Motivation. Weiterlesen
  • Jungen Menschen  bietet die Nachhaltigkeitsstrategie eine Plattform, um eigene Ideen für ein nachhaltiges Hessen zu entwickeln und zu verwirklichen. Weiterlesen
  • Vereine und Verbände  nutzen die Nachhaltigkeitsstrategie beispielsweise, um das ehrenamtliche Engagement junger Menschen in ganz Hessen zu fördern und mit kreativen Aktionen neue Mitglieder zu gewinnen. Weiterlesen
  • Verwaltung und Kommunen  machen sich beispielsweise für den Klima- und Ressourcenschutz stark oder entwickeln Ideen zum demografischen Wandel, um das Leben für Alt und Jung zukunftsfähig zu gestalten. Weiterlesen
  • Unternehmen  tauschen untereinander nicht nur gute Ansätze zur CO2 –Einsparung und zur Steigerung der Energieeffizienz aus, sie sensibilisieren auch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zum Thema Nachhaltigkeit. Weiterlesen

Erfolg messbar machen

Nachhaltige Entwicklung braucht konkrete Ziele als Orientierung für alle Akteure. Die Ziele und Indikatoren  der Nachhaltigkeitsstrategie Hessen sind Ergebnis eines intensiven Austauschs zwischen Akteuren aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Verwaltung sowie der Gesellschaft. Sie fokussieren alle drei Säulen der Nachhaltigkeit (Ökologie, Ökonomie und Soziales) und wurden, angelehnt an die Ziele der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie, speziell für Hessen entwickelt.
Die Ziele und Indikatoren dienen als Leitlinie für alle Aktivitäten innerhalb der Nachhaltigkeitsstrategie, aber auch darüber hinaus im politischen Alltag und in der Verwaltung.

Komplexe Herausforderungen gemeinsam bearbeiten

Seit 2011 fokussiert die Nachhaltigkeitsstrategie ihre Aktivitäten auf die Bearbeitung wechselnder Schwerpunkthemen  . Den Anfang machte das Thema Energie, das bis April 2014 intensiv bearbeitet wurde. Die nächsten drei Schwerpunktthemen Biologische Vielfalt, Nachhaltiger Konsum und Bildung für nachhaltige Entwicklung hatte die Nachhaltigkeitskonferenz bei ihrer 6. Sitzung im Mai 2014 beschlossen. Bei ihrer 7. Sitzung im Mai 2015 kam als neues Schwerpunktthema Klimaschutz und Klimafolgenanpassung dazu.
Steuerungskreise übernehmen die detaillierte Ausgestaltung der Schwerpunktthemen: Sie verantworten Auswahl und Umsetzung der konkreten Aktivitäten.

Kriterien bei Auswahl der Schwerpunktthemen

Die Auswahl der Schwerpunktthemen erfolgt nicht willkürlich - denn es gilt, die größten und dringendsten Herausforderungen zuerst zu bearbeiten. Deswegen hat die Nachhaltigkeitskonferenz Kriterien beschlossen, an denen sie sich bei der Auswahl neuer Themen orientiert:

  • Hoher Handlungsbedarf und Handlungsspielraum in Hessen sind vorhanden.
  • Anknüpfungspunkte zum Gesamtkonzept der Nachhaltigkeitsstrategie, insbesondere zu den Zielen und Indikatoren, sind vorhanden.
  • Hohe Priorisierung durch die beteiligten Akteure, insbesondere durch die Mitglieder der Nachhaltigkeitskonferenz.
  • Hoher Innovationsgrad bei Maßnahmen und Aktivitäten ist möglich und Ergebnisse und Entwicklungen im Thema sind möglichst messbar.
  • Anschubwirkung ist sicher gestellt, laufende Aktivitäten werden eingebunden und unterstützt sowie Verstetigung der Aktivitäten ist sichergestellt.

Schwerpunktthema Biologische Vielfalt

Der Begriff „Biologische Vielfalt“ oder auch „Biodiversität“ meint kurz gesagt die Vielfalt des Lebens auf unserer Erde. Er umfasst die Vielfalt der Gene, Arten und Ökosysteme. Die Hessische Biodiversitätsstrategie wurde im Sommer 2013 vom Kabinett verabschiedet und wird auch im Steuerungskreis berücksichtigt. Weiterlesen

Bei der öffentlichen Wahrnehmung von Biologischer Vielfalt besteht noch ein hoher Handlungsbedarf. Laut einer Forsa-Umfrage zum „Naturbewusstsein in Hessen“ weiß ein Drittel der Befragten nicht, was sich hinter dem Begriff Biologische Vielfalt verbirgt. 32 Prozent haben ihn zwar schon mal gehört. Doch lediglich 37 Prozent glauben zu wissen, was er bedeutet. Demgegenüber kann sich immerhin mehr als die Hälfte der Befragten vorstellen, sich persönlich für Biologische Vielfalt zu engagieren. Daher sind umfassende Informationen zum Thema und zu den Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden, ein zentraler Schlüssel für breiteres Engagement.

Schwerpunktthema Nachhaltiger Konsum

In den Industrieländern wird unverändert viel konsumiert und auch in den Schwellenländern nimmt der Konsum stetig zu. Gleichzeitig kann unser Kaufverhalten unerwünschte ökologische und soziale Konsequenzen haben. Ressourcenknappheit, Müllberge, der Anstieg von Treibhausgasemissionen, aber auch schwierige Arbeits- und Lebensbedingungen insbesondere in Ländern mit niedrigen Sozial- und Umweltstandards sind Konsequenzen der steigenden Produktion von Konsumgütern zu möglichst niedrigen Preisen. Ein nachhaltiges Konsumverhalten wirkt dieser Entwicklung entgegen. Hierbei geht es sowohl um die Produktion als auch um die Nutzung von Gütern und Dienstleistungen - in Unternehmen, Institutionen und bei allen Bürgerinnen und Bürgern. Weiterlesen

Schwerpunktthema Bildung für nachhaltige Entwicklung

Nachhaltiges Handeln braucht ein Umdenken: Nicht nur Regierungen, Organisationen und Unternehmen sondern alle Bürgerinnen und Bürger sowie vor allem Kinder und Jugendliche müssen lernen, verantwortungsvoll mit natürlichen Ressourcen umzugehen. Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) vermittelt Wissen über und Gestaltungskompetenz für globale Herausforderungen. Dabei werden die komplexen wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Ursachen dieser Probleme einbezogen. Die "Hessische Bildungsinitiative Nachhaltigkeit“ bietet hierzu bereits viele erprobte Ansätze und wird für die gemeinsame Arbeit im Steuerungskreis als Grundlage genutzt, um das Angebot weiter auszubauen. Weiterlesen

Schwerpunktthema Klimaschutz und Klimawandelanpassung

Der Klimawandel gilt als eine der größten Herausforderungen der Menschheit. Um die globale Erderwärmung zu begrenzen, hat sich Deutschland, wie viele andere Länder auch, zu einer Senkung der Treibhausgasemissionen verpflichtet.

Klimaschutz und Klimawandelanpassung sind Querschnittsthemen. Sie betreffen eine Vielzahl von Lebens- und Wirtschaftsbereichen und zielen darauf ab, Treibhausgasemissionen in all diesen Bereichen zu senken sowie Strategien und Maßnahmen zur bestmöglichen Anpassung an die Folgen des Klimawandels zu erarbeiten und umzusetzen.

Die Mitglieder der Nachhaltigkeitskonferenz haben im Rahmen ihrer 7. Sitzung im Mai 2015 beschlossen, dass Klimaschutz und Klimawandelanpassung als neues Schwerpunktthema auf die Agenda der gemeinsamen Arbeit genommen werden soll. Die Bearbeitung des Schwerpunktthemas unter dem Dach der Nachhaltigkeitsstrategie ist am 21. Juli gestartet und soll in Vorschlägen für einen „Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025“ münden. Zur Bearbeitung des neuen Schwerpunktthemas wurde ein weiterer Steuerungskreis eingesetzt.

Nachhaltigkeitsgremien

Nachhaltigkeitskonferenz

Im obersten Entscheidungsgremium diskutieren führende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft über Schwerpunkte und Ausrichtung der Strategie.

Steuerungskreise

Die Steuerungskreise übernehmen die detaillierte Ausgestaltung der Schwerpunktthemen, unterstützen konkrete Maßnahmen und berichten in der Nachhaltigkeitskonferenz.

Task Force Ziele und Indikatoren

Die Task Force erarbeitete ab 2009 ein hessen-spezifisches Set von Zielen und Indikatoren, um Handlungsorientierungen für ein nachhaltiges Hessen zu geben.

Geschäftsstelle

In der Geschäftsstelle im Umweltministerium laufen alle Fäden zusammen.