Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Lichtverschmutzung

Lichtimmissionen

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Frankfurter Skyline bei Nacht
© Roman Sigaev - Fotolia.com

Zur heutigen urbanen Wohn-, Arbeits- und Lebenskultur gehört es dazu, dass gerade am Abend und in der Nacht das Leben in unseren Städten pulsiert. Ohne elektrisches Licht wäre dies nicht denkbar. Künstliches Licht stellt jedoch auch einen weit verbreiteten und häufig wenig beachteten Umweltfaktor dar, der in seiner großräumigen Auswirkung auch als „Lichtverschmutzung“ oder „Lichtsmog“ bezeichnet wird.

Lichtverschmutzung (aus dem engl. Light Pollution) bezeichnet die Aufhellung des Nachthimmels durch künstliche Lichtquellen, die vor allem in dicht besiedelten Regionen auftritt. Ursache für die Lichtverschmutzung ist hauptsächlich der nach oben abgestrahlte oder reflektierte Anteil des Lichts, der an den Schichten der Atmosphäre, atmosphärischen Stäuben oder Wasser reflektiert und zerstreut wird. Dadurch entstehen die bekannten Lichtglocken über den Städten.

Lichtverschmutzung beeinträchtigt sowohl die Fauna als auch die Flora negativ. Vor allem Insekten sind davon betroffen. Für sie ist die Straßenbeleuchtung eine tödliche Gefahr. Hunderte verenden alleine in einer Sommernacht an einer einzigen Laterne. Nachtaktive Tiere werden aus den Städten vertrieben und Zugvögel können durch die künstlichen Lichtquellen leicht die Orientierung verlieren.

Sternenpark Rhön

Aufgrund von Industrialisierung, Zersiedelung und großflächigen Ballungsräumen herrscht nur noch an wenigen Orten in Europa nach Sonnenuntergang natürliche Dunkelheit. Dazu gehört die Rhön im Drei-Länder-Eck Hessen, Bayern und Thüringen. Sie weist noch Gebiete mit nahezu natürlichen Nachtlandschaften und einem sternreichen Himmel auf. Diese Gebiete sind wichtig, weil sie neben der Schönheit des Sternenhimmels auch Lebensraum für zahlreiche tag- und nachtaktive Tiere und Pflanzen bieten. Die Auszeichnung „Sternenpark“ soll diese Gebiete nachhaltig schützen. In Deutschland gibt es mittlerweile drei Sternenparks, die Rhön, das West-Havelland und - bislang erst vorläufig anerkannt, der Naturpark Eifel. Weitere Informationen  

Gesetzliche Regelungen

Lichtimmissionen gehören nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) zu den schädlichen Umwelteinwirkungen, wenn sie nach Art, Ausmaß oder Dauer geeignet sind, Gefahren, erhebliche Nachteile oder erhebliche Belästigungen für die Allgemeinheit oder für die Nachbarschaft herbeizuführen.

Wenn von Lichtimmissionen gesprochen wird, unterscheidet man im Wesentlichen zwei Wirkungsbereiche: die Raumaufhellung und die Blendung.

Licht emittierende Anlagen sind nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz so zu errichten und betreiben, dass schädliche Umwelteinwirkungen verhindert beziehungsweise vermindert werden. Eine bundesweit rechtsverbindliche Klärung der Frage, wann Lichtimmissionen als schädliche Umwelteinwirkung gelten, existiert nicht. Die Bewertung der Erheblichkeit von Belästigungen durch Lichteinwirkungen wird daher einzelfallbezogen vorgenommen. Eine wesentliche Erkenntnisquelle ist dabei die von der Deutschen Lichttechnischen Gesellschaft e.V. Berlin herausgegebene Publikation: Messung und Beurteilung von Lichtimmissionen, 01.SL01/03.2011. Darauf aufbauend hat die Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft für Immissionsschutz (LAI) im Oktober 2012 entsprechende Hinweise zur Messung, Beurteilung und Minderung von Lichtimmissionen herausgegeben.

Die Hinweise werden herangezogen bei der Beurteilung lichtemittierender Anlagen mit künstlichen Lichtquellen wie zum Beispiel Flutlichtanlagen von Sportstätten, Beleuchtungsanlagen von Industrie- und Gewerbebetrieben, Leuchtreklame oder angestrahlte Fassaden. Für Anlagen zur Beleuchtung des öffentlichen Straßenraums, Beleuchtungsanlagen von Kraftfahrzeugen und dem Verkehr zuzuordnende Signalleuchten sowie Laseranlagen existieren eigene Regelungen.

Die drei Regierungspräsidien sind Ansprechpartner wenn Belästigungen durch Lichtimmissionen von Lichtquellen und/oder Beleuchtungsanlagen von Industrie- und Gewerbebetrieben oder Sportanlagen ausgehen. Der Kreisausschuss bzw. bei kreisfreien Städten der Magistrat ist zuständig für Beleuchtungsanlagen von Gaststätten, Baustellen und der  Straßenbeleuchtung.