Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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Umweltradioaktivität und Strahlenschutzvorsorge

Überwachung der Umweltradioaktivität

Überwachung der Umweltradioaktivität

Seit Urzeiten sind alle Lebewesen auf der Erde der Einwirkung ionisierender Strahlung natürlichen Ursprungs ausgesetzt. Diese setzt sich zusammen aus einem Anteil, der durch die in der Erdkruste vorhandenen radioaktiven Elementen verursacht wird (terrestrische Strahlung), einem Anteil aus gasförmigen Radionukliden natürlichen Ursprungs wie Radon, die aus dem Erdboden entweichen und eingeatmet werden können, und zuletzt einem Anteil, der durch die sog. kosmische Strahlung entsteht.

Überwachung der Umweltradioaktivität - IMIS nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz

Das "Integrierten Mess- und Informationssystems für die Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt" (IMIS) dient zur Erfassung der Umweltradioaktivität und deren Änderung, insbesondere nach Ereignissen mit radiologischen Auswirkungen. Dazu betreibt das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie  die beiden hessischen Landesmessstellen sowie die hessische Landeszentrale zur Überwachung der Radioaktivität in der Umwelt nach dem Strahlenschutzvorsorgegesetz.

Dabei werden zwei grundsätzliche Betriebsmodi unterschieden: der Normalbetrieb und der Intensivbetrieb. Im Normalbetrieb wird das sog. Routinemessprogramm gefahren, in dessen Rahmen das Hessische Landesamt für Umwelt und Geologie jährlich etwa 600 Umweltproben auf Radioaktivität untersucht. Die Radioaktivitätsmessstellen in Kassel und Darmstadt bestimmen unter anderem die in diesen Proben enthaltene Aktivitäten der künstlichen Radionuklide Cäsium 137 oder Strontium 90, aber auch die natürliche Radioaktivität z.B. des Kalium 40 oder verschiedener Uranisotope. Wenn hingegen durch z.B. einen Störfall zu befürchten ist (Stichwort "Tschernobyl"), dass ein größeres Gebiet durch radioaktive Immissionen betroffen sein könnte, dann wird das möglicherweise betroffene Gebiet durch eine deutlich häufigere Beprobung verstärkt überwacht. Dieser IMIS-Modus wird als Intensivbetrieb bezeichnet und dient dazu, etwaige Kontaminationen möglichst schnell erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Aktuelle und in den letzten Jahren ermittelte Untersuchungsergebnisse finden Sie hier.

Radon in Gebäuden

Seit jeher ist der Mensch natürlichen Strahlungsquellen ausgesetzt. Dazu gehören z.B.

  • Strahlung von der Sonne und aus dem Weltraum
  • Strahlung aus dem Erdboden
  • radioaktive Stoffe im Körper, in Nahrung und Atemluft

In der Regel ist diese Strahlung aufgrund ihrer geringen Intensität ungefährlich oder, wie z.B. das Sonnenlicht, sogar lebensnotwendig. Bei bestimmten Strahlungsquellen kann es aber unter besonderen Umständen zu Ausnahmen kommen. Eine spezielle derartige Strahlungsquelle ist das seit kurzem verstärkt diskutierte Radon, ein in der Natur vorkommendes geruchloses, geschmackloses, farbloses und radioaktives Edelgas.

Radon entsteht im Erdboden durch den Zerfall dort natürlich vorkommender radioaktiver Stoffe. Als Edelgaswird das Radon im Erdreich nicht gebunden, sondern wandert zur Erdoberfläche und vermischt sich dort mit der bodennahen Luft. Durch die ständigen Luftbewegungen wird das Radon im Freien verteilt und verdünnt, dort entstehen keine gesundheitsgefährdenden Konzentrationen.

Wenn das Radon aber durch undichte Stellen in Fundament oder Kellermauern in ein Haus eindringt, kann es sich in geschlossenen, schlecht belüfteten Räumen unter bestimmten Voraussetzungen in solchen Konzentrationen anreichern, dass es durch Einatmen gesundheitliche Schäden, im schlimmsten Fall Lungenkrebs verursachen kann.

Diesem Problem stehen wir aber keinesfalls hilflos gegenüber:

  • das Risiko durch erhöhte Radonkonzentrationen in der Atemluft ist gründlich erforscht, es gibt international anerkannte Richtwerte
  • bei Anwendung der heute üblichen baulichen Schutzmaßnahmen gegen Feuchtigkeit ist i.d.R. automatisch sichergestellt, dass das Haus auch ausreichend „Radon-dicht“ ist
  • mit einfachen Messungen kann für das einzelne Haus festgestellt werden, ob Schutzmaßnahmen zu empfehlen sind oder nicht

Die vom Hessischen Umweltministerium herausgegebene Broschüre "Radon in Gebäuden - ein Gesundheitsrisiko?" informiert auf allgemein verständlichem Niveau über alle Fragen zu dieser Problematik und steht als PDF-Datei zum Download zur Verfügung.