Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Radioökologie

Die Radioökologie als Teil der allgemeinen Ökologie befasst sich mit dem Verhalten radioaktiver Stoffe in der Umwelt.  Im Einzelnen werden hierbei folgende Themen betrachtet:

  • Transport natürlicher und künstlicher radioaktiver Stoffe in Ökosystemen
  • Ausbreitung mit Luft, Wasser und in der Atmosphäre durch meteorologische Einflüsse
  • Ablagerung an Vegetation und auf dem Boden
  • Migration im Boden, in Grund-, Oberflächen- und Fließgewässern
  • Aufnahme durch Pflanzen und Tiere, Transfer in Lebensmittel
  • Aufnahme durch den Menschen und resultierende Strahlenexposition

Die Radioökologie übernimmt in diesem Zusammenhang auch wesentliche Aufgaben im Strahlenschutz und in der Strahlenschutzvorsorge, bspw. die Beschreibung der Auswirkungen von Freisetzungen radioaktiver Stoffe auf Mensch und Umwelt und die Quantifizierung der resultierenden Strahlenexpositionen. Dazu gehören die Rekonstruktion vergangener und die Bestimmung aktueller Expositionen auf der Basis von Messwerten und die Voraussage oder Abschätzung zukünftiger oder auch nur potentieller Expositionen. Anhand geeigneter Modelle werden die kritischen Expositionspfade identifiziert und beschrieben, die wiederum Basis sind für die Festlegung von Referenzwerten für Abluft und Abwasser, für Nahrungs- und Futtermittel, für Abfälle und Reststoffe.
Zu den angewandten Aspekten der Radioökologie gehören die messtechnische Überwachung der allgemeinen Umweltradioaktivität, die Bestimmung der Strahlenexposition durch Ableitungen aus Kernkraftwerken, Brennelementfabriken, Zwischen- und Endlagern, die Entwicklung radioökologischer Kriterien für die Stilllegung und Sanierung belasteter Anlagen, Einrichtungen oder Bodenflächen und die Freigabe oder geordnete Beseitigung radioaktiver Abfälle, ferner die Bereitstellung von Entscheidungshilfesystemen für die Bewertung der radiologischen Lage nach einer Freisetzung radioaktiver Stoffe.