Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Landessammelstelle Hessen

landessammelstelle

Fässer mit radioaktiven Abfällen aus Medizin, Forschung und Gewerbe in der Landessammelstelle
© HLNUG

Landessammelstellen für radioaktive Abfälle sind Zwischenlager für (schwach) radioaktive Abfälle, die von den Bundesländern unterhalten werden. Radioaktive Abfälle müssen gemäß Atomgesetz geordnet beseitigt werden. Hierfür ist nach dem Verursacherprinzip der jeweilige Abfallerzeuger verantwortlich. Die Beseitigung erfolgt letztlich in einem Endlager. Bis ein solches Endlager zur Verfügung steht, müssen die Abfälle zwischengelagert werden. Für radioaktive Abfälle aus Medizin, Industrie und Forschung hat das Gesetz den Bundesländern die Verpflichtung auferlegt, für die Zwischenlagerung der in ihrem Gebiet anfallenden radioaktiven Abfälle Sammelstellen einzurichten.

Mit der Einrichtung einer Landessammelstelle für radioaktive Abfälle im Forst Roßberg der Gemeinde Ebsdorfergrund (Kreis Marburg-Biedenkopf) Ende der 60er Jahre und deren Modernisierung Anfang der 90er Jahre hat das Land zur Erfüllung dieser Aufgabe eine Zwischenlagerstätte für Abfälle aus Medizin, Forschung, Industrie und Gewerbe geschaffen.

Radioaktive Abfälle aus dem kerntechnischen Brennstoffkreislauf und aus Kernkraftwerken waren von Anfang an für eine Zwischenlagerung in der Landessammelstelle nicht zugelassen und bleiben auch weiterhin von der Annahme ausgeschlossen. Der Betrieb der Landessammelstelle wird in Bundesauftragsverwaltung durchgeführt.

Das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG) übernimmt als Betreiberin der Landessammelstelle grundsätzlich alle radioaktiven Abfälle außerhalb des Kernbrennstoffkreislaufes, in den Landesbesitz und sorgt für die anschließende Weitergabe bzw. Beseitigung. Ausgenommen sind Abfälle, für die bereits eine Freigabe (Verwaltungsakt zur Entlassung aus dem Geltungsbereich des Atomrechts im Sinne von rechtlicher Wandlung in nicht radioaktive Stoffe) nach § 29 der Strahlenschutzverordnung erteilt worden ist. Dies bedeutet nicht, dass alle übernommenen Abfälle zur Landessammelstelle gebracht werden (z.B. Direkttransport zu Vertragspartnern zur Konditionierung des Abfalls).

Das Zwischenlagervolumen der Landessammelstelle beträgt etwa 400 m³, was bezogen auf 200 Liter-Behälter etwa 1.500 Einzelgebinden entspricht.

Zukünftig sollen die nicht wärmeentwickelnden Abfälle in der ehemaligen Schachtanlage Konrad bei Salzgitter endgelagert werden.