Kernkraftwerk Biblis

Aktuelle Maßnahmen in der Anlage

Auch beim Abbau des Kraftwerks haben die Sicherheit und der Schutz der Bevölkerung vor radioaktiver Strahlung oberste Priorität. Solange sich noch Kernbrennstoff in der Anlage befindet, sind die folgenden Schutzziele sicherzustellen:

  • Kontrolle der Reaktivität (Unterkritikalität)
  • Kühlung des Kernbrennstoffs (Nachwärmeabfuhr)
  • Einschluss der radioaktiven Stoffe (Aktivitätsrückhaltung)
  • Begrenzung der Strahlenexposition

Kernbrennstoffentsorgung:

Nach Entfernen des Kernbrennstoffs werden die Schutzziele „Kontrolle der Reaktivität“ und „Kühlung des Kernbrennstoffs“ gegenstandslos.

Block A des KKW Biblis ist seit dem 22.11.2016 frei von Kernbrennstoffen. Im Block B wurde der Anlagenzustand „Brennelementfrei“ im Oktober 2018 erreicht. Gegenwärtig werden die noch vorhandenen Sonderbrennstäbe entsorgt, dies wird bis Mitte 2019 dauern.

Stillsetzungs- und Abbaumaßnahmen:

Die Genehmigungen nach § 7 Abs. 3 AtG legen den Rahmen der Abbaumaßnahmen, die Verfahren, sowie die Schutzmaßnahmen fest, nach denen die Stillsetzungs- und Abbaumaßnahmen durchgeführt werden dürfen. Die Prüfung der einzelnen Abbaumaßnahmen erfolgt im Rahmen der staatlichen Aufsicht nach § 19 Atomgesetz.

Gegenwärtig werden in der Anlage folgende Maßnahmen durchgeführt:

  • Anpassung der Infrastruktur an den Abbau, z.B. Einrichtung von Pufferlagerflächen und Transportwegen, Errichtung einer Abrasivstrahlanlage, Modernisierung des Dekontraums
  • Ersatz von Komponenten und Systemen, die für den Restbetrieb überdimensioniert sind, z.B. neue Abwasserverdampfer
  • technische Stillsetzungen von Systemen, die für den Restbetrieb nicht mehr benötigt und abgebaut werden sollen
  • Abbau von Systemen, die für den Restbetrieb nicht mehr benötigt werden und schon stillgesetzt sind, z.B. wurden die Hauptkühlmittelleitungen im Block A abgebaut. Zur Zeit wird der Abbau der Dampferzeuger in Block A vorbereitet
  • Maßnahmen zur Entsorgung bzw. Vorbehandlung von Abfällen, z.B. Zerkleinern und Verpacken von Kernbauteilen aus Block A gemäß Ablaufplänen, die vom Bundesamt für kerntechnische Entsorgung genehmigt sind
  • Das Betriebsreglement wird laufend an den aktuellen Zustand der Anlage und den Abbaufortschritt angepasst.

Daneben werden weiterhin wiederkehrende Prüfungen (WKP) an Restbetriebssystemen, sowie Wartungs- und Instandhaltungsmaßnahmen durchgeführt.

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