Beeinträchtigungen verringern

Bodenschutz beim Bauen

Bodenschutz beim Bauen bedeutet, während der Bauphase Flächen, die nicht tatsächlich überbaut werden, vor Beeinträchtigungen der Bodenfunktionen, insbesondere durch Verdichtung, zu schützen. Dies gilt für Flächen, die später gärtnerisch genutzt oder anderweitig bepflanzt werden sollen ebenso wie für land- oder forstwirtschaftliche Flächen. Weiterhin sind die Flächen zu schützen, die nur teilversiegelt werden und auf denen die Versickerung von Niederschlägen gewährleistet bleiben soll. Gerade die Versickerungsfähigkeit und das Rückhaltevermögen von Böden gewinnen an Bedeutung bei zunehmenden Starkregenereignissen.

Es geht dabei darum, die Funktionen des Bodens insbesondere als Wasserspeicher und Wuchsort für Pflanzen zu erhalten, und damit die Voraussetzungen für gesunde und ertragreiche Pflanzenbestände zu sichern. Das macht Bodenschutz beim Bauen sowohl für zukünftige Hausgartenbesitzer als auch für die Träger größerer Bauvorhaben interessant.

Die Zusammenhänge werden in verschiedenen hessischen Veröffentlichungen näher beleuchtet: 

Bodenschutz beim Hausbau

Die beiden Informationsblätter Bodenschutz für „Häuslebauer“ und Bodenschutz für Bauausführende erklären, warum es sich lohnt, schon beim Hausbau den zukünftigen Gartenboden im Blick zu behalten und worauf der Bauherr und die Baufirmen deshalb unbedingt achten sollen. Das Informationsblatt für Bauausführende wird ergänzt durch eine Liste der wesentlichen Ziele und Maßnahmen zum Bodenschutz, die beispielsweise bei Bauauftaktbesprechungen zur Anwendung kommen kann.

Die Übernahme und Weiterverwendung dieser Informationsblätter durch hessische Behörden, Kommunen oder andere Institutionen mit Angabe der Quelle sind gestattet und erwünscht. Für eventuelle Anpassungen können bei Interesse die entsprechenden Dateien im MS-Word-Format zur Verfügung gestellt werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an die Abteilung Wasser und Boden des hessischen Umweltministeriums.

Bodenschutz bei großen Bauvorhaben

Beispielhaft beschreibt die hessische Arbeitshilfe „Vorsorgender Bodenschutz bei Baumaßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur und der Durchgängigkeit“ die verschiedenen Wirkfaktoren, die bei Baumaßnahmen relevant sind, und Maßnahmen zum Schutz vor Beeinträchtigungen der Bodenfunktionen. Die Inhalte lassen sich in wesentlichen Teilen auf andere Vorhaben übertragen. Die Arbeitshilfe ist als Heft 10 der Reihe Böden und Bodenschutz in Hessen beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie erschienen und kann dort bezogen oder herunter geladen werden.

Informationen zu Bauvorhaben, die mit Flurbereinigungsverfahren zusammenhängen, finden Sie hier . Eine Anleitung zum Umgang mit Bodenmaterialien in Flurbereinigungsverfahren sowie Anwendungsbeispiele stehen dort als Download zur Verfügung.

Häufig ist im Zusammenhang mit Bauvorhaben die (Wieder)Herstellung einer durchwurzelbaren Bodenschicht erforderlich. Dies kann z. B. nach Entsiegelungen oder Rückbaumaßnahmen der Fall sein, wenn freigewordene Flächen natürliche Bodenfunktionen übernehmen sollen. Ebenso sind im Zusammenhang mit Geländemodellierungen regelmäßig Flächen vorhanden, die land- oder forstwirtschaftlich genutzt oder anderweitig begrünt werden sollen. Bei der Herstellung einer funktionsfähigen durchwurzelbaren Bodenschicht sind verschiedene Anforderungen insbesondere an die Materialeigenschaften, Mächtigkeit und Einbauverfahren zu beachten. Detaillierte Angaben, die auf vergleichbare Fragestellungen bei anderen Bauvorhaben übertragbar sind, enthält die Arbeitshilfe „Rekultivierung von Tagebau- und sonstigen Abgrabungsflächen – Herstellung einer durchwurzelbaren Bodenschicht“. Druckexemplare der Arbeitshilfe können beim HMUKLV  bestellt werden.

Unabhängig von der Größe eines Bauvorhabens liegen dem Bodenschutz beim Bauen folgende Überlegungen zugrunde:

Bei Baumaßnahmen können Beeinträchtigungen der Bodenfunktionen

  • durch die Baustelleneinrichtung,
  • im Bereich von Arbeitsstreifen,
  • durch die Befahrung ungeschützter Böden,
  • durch die Nutzung von Flächen zur Lagerung von Aushub, Baumaterial und Maschinen und
  • beim Umgang mit dem beim Vorhaben anfallenden Bodenaushub

auftreten.

Die resultierenden Beeinträchtigungen können insbesondere zu

  • Störungen des Bodengefüges durch Verdichtungen oder unsachgemäßen Einbau mit Vermischung unterschiedlicher Bodenarten und -horizonte sowie
  • zu Schadstoffeinträgen, z. B. durch Betriebsstoffe oder verfüllte und eingebaute Materialien

führen.

Schädigungen der Böden haben regelmäßig negative Auswirkungen auf die Folgenutzung. So ist die landwirtschaftliche Nutzung oder die Anlage von Gärten und Grünflächen auf verdichteten Böden mindestens erschwert. Eine verdichtungsbedingt gestörte Versickerung ist in der Regel unerwünscht und kann dem Abtrag von Boden Vorschub leisten.

Zu den Maßnahmen zur Vorsorge gegen entsprechende Beeinträchtigungen zählen unter anderem:

  • die Berücksichtigung der natürlichen und witterungsbedingt erhöhten Verdichtungsempfindlichkeit von Böden bei der Baustelleneinrichtung und –ausführung,
  • die Anlage rückbaubarer Baustraßen und Beschränkung von Befahrungen auf dafür vorgesehene und ausgelegte Bereiche,
  • der Einsatz bodenschonender Baumaschinen,
  • die Erstellung von Massenbilanzen zur Planung des Materialmanagements und die bodenschutzkonforme Anlage von Mieten oder
  • der Einsatz einer bodenkundlichen Baubegleitung, insbesondere bei komplexen, großflächigen, tiefgreifenden oder langwierigen Bauvorhaben und Geländeumgestaltungen.
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