Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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Beeinträchtigungen verringern

Bodenschutz beim Bauen

Eine der Nutzungsfunktionen des Bodens besteht in seiner Eigenschaft als Standort für Siedlung, Verkehr, Ver- und Entsorgung sowie andere bauliche Nutzungen und Infrastruktur. Dass Bauvorhaben mit Eingriffen in den Boden verbunden sind, liegt in der Natur der Sache. Neben der mit dem Vorhaben bezweckten Versiegelung oder Überbauung kommt es jedoch häufig zu Beeinträchtigung von Böden im Zuge der Baumaßnahme. Negative Wirkungen können beispielsweise

  • durch die Baustelleneinrichtung,
  • im Bereich von Arbeitsstreifen,
  • durch die Befahrung ungeschützter Böden,
  • durch die Nutzung von Flächen zur Lagerung von Aushub, Baumaterial und Maschinen und
  • beim Umgang mit dem beim Vorhaben anfallenden Bodenaushub auftreten.

Die resultierenden Beeinträchtigungen können insbesondere zu

  • Störungen des Bodengefüges durch Verdichtungen oder unsachgemäßen Einbau mit Vermischung unterschiedlicher Bodenarten und -horizonte sowie
  • zu Schadstoffeinträgen, z.B. durch Betriebsstoffe oder verfüllte und eingebaute Materialien führen.

Schädigungen der Böden haben wiederum oft negative Auswirkungen auf die Folgenutzung. So ist die landwirtschaftliche Nutzung oder die Anlage von Gärten und Grünflächen auf verdichteten Böden mindestens erschwert. Eine verdichtungsbedingt gestörte Versickerung ist in der Regel unerwünscht und kann dem Abtrag von Boden Vorschub leisten.

Es gibt viele Möglichkeiten, gegen entsprechende Beeinträchtigungen Vorsorge zu treffen. Zu nennen sind unter anderem:

  • die Berücksichtigung der natürlichen und witterungsbedingt erhöhten Verdichtungsempfindlichkeit von Böden bei der Baustelleneinrichtung und –ausführung,
  • die Anlage rückbaubarer Baustraßen und Beschränkung von Befahrungen auf dafür vorgesehene und ausgelegte Bereiche,
  • der Einsatz bodenschonender Baumaschinen,
  • die Erstellung von Massenbilanzen zur Planung des Materialmanagements und die bodenschutzkonforme Anlage von Mieten oder
  • der Einsatz einer bodenkundlichen Baubegleitung, insbesondere bei komplexen, großflächigen, tiefgreifenden oder langwierigen Bauvorhaben und Geländeumgestaltungen.

Beispielhaft werden die Zusammenhänge in der hessischen Arbeitshilfe „Vorsorgender Bodenschutz bei Baumaßnahmen zur Verbesserung der Gewässerstruktur und der Durchgängigkeit“ dargestellt. Die darin beschriebenen Wirkfaktoren und Lösungsmöglichkeiten lassen sich in wesentlichen Teilen auch auf andere Vorhaben übertragen. Die Arbeitshilfe ist als Heft 10 der Reihe Böden und Bodenschutz in Hessen beim Hessischen Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie erschienen und kann dort bezogen oder herunter geladen werden.

Informationen zu Bauvorhaben, die mit Flurbereinigungsverfahren zusammenhängen, finden Sie hier . Eine Anleitung zum Umgang mit Bodenmaterialien in Flurbereinigungsverfahren sowie Anwendungsbeispiele stehen dort als Download zur Verfügung.

Häufig ist im Zusammenhang mit Bauvorhaben die (Wieder)Herstellung einer durchwurzelbaren Bodenschicht erforderlich. Dies kann zum Beispiel der Fall sein, wenn Entsiegelungen oder Rückbaumaßnahmen durchgeführt wurden und freigewordene Flächen wieder natürliche Bodenfunktionen übernehmen sollen. Ebenso sind im Zusammenhang mit Bauvorhaben, die mit Geländemodellierungen oder dem Ab- und Auftrag von Bodenmaterial verbunden sind, regelmäßig Flächen vorhanden, die wieder land- oder forstwirtschaftlich genutzt oder anderweitig begrünt werden sollen. Dies setzt eine funktionsfähige durchwurzelbare Bodenschicht voraus. Bei deren Herstellung sind verschiedene Anforderungen insbesondere an die Materialeigenschaften, Mächtigkeit und Einbauverfahren zu beachten. Detaillierte Angaben, die auf vergleichbare Fragestellungen bei anderen Bauvorhaben übertragbar sind, enthält die Arbeitshilfe „Rekultivierung von Tagebau- und sonstigen Abgrabungsflächen – Herstellung einer durchwurzelbaren Bodenschicht“. Druckexemplare der Arbeitshilfe können beim HMUKLV  bestellt werden.