Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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Fachliche Grundlage

Bodenfunktionsbewertung

Das Bundes-Bodenschutzgesetz bestimmt, dass bei Einwirkungen auf den Boden Beeinträchtigungen seiner natürlichen Funktionen sowie seiner Funktion als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte so weit wie möglich vermieden werden sollen. Die natürlichen Funktionen werden unterschieden in

  • Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Bodenorganismen,
  • Bestandteil des Naturhaushalts, insbesondere mit seinen Wasser- und Nährstoffkreisläufen,
  • Abbau-, Ausgleichs- und Aufbaumedium für stoffliche Einwirkungen auf Grund der Filter-, Puffer- und Stoffumwandlungseigenschaften, insbesondere auch zum Schutz des Grundwassers.

Die Bodenfunktionen bilden daher die fachliche Grundlage für die Betrachtung des Schutzguts Boden bei der Durchführung von Umweltprüfungen oder als eigenständiger Belang in Planungs- und Genehmigungsverfahren. Entsprechend werden Daten zur Bewertung der Bodenfunktionen auf unterschiedlichen Maßstabsebenen benötigt, die das Hessische Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie mit dem Fachinformationssystem Boden (FISBO) bzw. im hessischen BodenViewer bereitstellt.

In einem gemeinsamen Projekt mit dem Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz wurden Funktionen und Eigenschaften der Böden großmaßstäbig und flächendeckend für die landwirtschaftliche Nutzfläche erfasst. Dazu wurden die Daten der Bodenschätzung aufbereitet und ausgewertet. Das auf diese Weise entwickelte Karten- und Informationssystem BFD5L (Bodenflächendaten Hessen 1:5.000, landwirtschaftliche Nutzfläche) liefert fachlich fundierte und räumlich hochaufgelöste Auswertungen im Maßstab 1:2.000 bis 1:10.000 für Fragen des Bodenschutzes und für angewandte Fragestellungen, insbesondere für die Bereiche Bauleitplanung, Landwirtschaft und Bodenordnung sowie Wasserwirtschaft.

Seit November 2012 steht in diesem Maßstab eine bodenfunktionale Gesamtbewertung zur Verfügung, die auf einen Blick erkennen lässt, wo Böden die natürlichen Funktionen in besonderem Maß erfüllen. Hierzu wurden die

  • Bodenfunktion Lebensraum für Pflanzen: Kriterien Standorttypisierung für die Biotopentwicklung und Ertragspotenzial des Bodens,
  • Funktion des Bodens im Wasserhaushalt: Kriterium Wasserspeicherfähigkeit des Bodens und
  • Funktion des Bodens als Abbau-, Ausgleichs- und Aufbaumedium: Kriterium Nitratrückhaltevermögen des Bodens

aggregiert. Nähere Informationen finden sich beim HLNUG. Für die Anwendung in der Bauleitplanung steht eine kompakte Erläuterung der Methode zur Verfügung.

Für die obere und mittlere Planungsebene liegen mit der Bodenübersichtskarte im Maßstab 1:500.000 (BÜK500) und den Bodenflächendaten im Maßstab 1:50.000 (BFD50) ebenfalls Daten zu Bodenfunktionen vor.