Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Altablagerungen und Altstandorte

Altlasten

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Beschädigte Ölfässer
© HIM-ASG

Gefahren für Böden können von alten Industrie- und Gewerbegrundstücken ausgehen, in denen mit umweltgefährdenden Stoffen gearbeitet wurde, sowie von Grundstücken, auf denen Abfälle behandelt oder gelagert wurden. Wenn die Böden dort so verunreinigt sind, dass dies zu Gefahren für die menschliche Gesundheit oder die Umwelt führt, bezeichnet man diese Altablagerungen und Altstandorte als Altlasten. Neben den Altlasten der industriellen Entwicklung gibt es auch Altlasten durch militärische Nutzung der Flächen und durch Rüstungsgüterproduktion.

Der Begriff Altlasten ist im Bundes-Bodenschutzgesetz (BBodSchG) definiert. Demnach sind Altlasten Altablagerungen und Altstandorte, durch die schädliche Bodenveränderungen oder sonstige Gefahren für den Einzelnen oder die Allgemeinheit hervorgerufen werden. Somit ist nicht jede Altablagerung oder jeder Altstandort automatisch auch gleich eine Altlast. Bevor ein Grundstück  als Altlast eingestuft wird, ist durch sorgfältige Untersuchung  zu klären, ob tatsächlich eine schädliche Bodenveränderung vorliegt.  Zeigen die durchgeführten Untersuchungen, dass ein Altstandort oder eine Altablagerung tatsächlich eine Altlast ist, also eine Gefahr von der Fläche ausgeht, so ist diese grundsätzlich zu sanieren.

Altflächen werden aufgrund einer flächendeckenden systematischen Suche oder im Einzelfall ermittelt. Die von ihnen ausgehenden Gefahren oder Risiken werden in einem mehrstufigen Prozess erkundet und bewertet. Dieses methodische Vorgehen versetzt Sanierungspflichtige oder Kostenträger in die Lage, den Aufwand der Erkundungen und den Umfang der Datenermittlung auf das notwendige Maß zu begrenzen, sowie private und öffentliche Mittel optimal einzusetzen. Auf jeder Stufe der Bearbeitung wird entschieden, wie im Einzelfall weiter vorzugehen ist: Eine Fläche kann ausgeschieden, zurückgestuft, in derselben Stufe vertieft untersucht oder in der nächsten Stufe weiterbearbeitet werden.

Damit schädliche Hinterlassenschaften erfasst, untersucht und beseitigt werden können, hat Hessen bereits seit Mitte der 80er Jahre die Grundlagen für die rechtlichen Regelungen, die fachlichen Vorgehensweisen und ein Finanzierungskonzept für die Altlastenbearbeitung entwickelt. Mit dem Inkrafttreten des Bundes-Bodenschutzgesetzes im März 1999 und der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung (BBodSchV) im Juli 1999 werden seither bundesweit einheitlich Aufgaben und Pflichten zur Behandlung altlastverdächtiger Flächen,  schädlicher Bodenveränderungen und von Altlasten geregelt. Das Hessische Altlasten- und Bodenschutzgesetz (HAltBodSchG) enthält ergänzende Bestimmungen zum Bundes-Bodenschutzgesetz, die den Vorsorgebereich, den Bereich der schädlichen Bodenveränderungen und die Altlastensanierung betreffen.

In einem zentralen Informationssystem, der Altflächendatei, erfasst die Landesverwaltung Daten über Altablagerungen, Altstandorte, altlastverdächtige Flächen und Altlasten in Hessen. Die Behörden benötigen diese Informationen unter anderem, um Gefahren zu bewerten, Maßnahmen anzuordnen und Sanierungen zu überwachen. Bürger können Auskünfte aus der Altflächendatei bei den zuständigen Regierungspräsidien erhalten; diese Möglichkeit wird häufig im Zusammenhang mit Grundstückskäufen genutzt.