Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Rohstoffgewinnung

Bergbau in Hessen

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Gipfel des Monte Kali
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In Hessen gibt es zahlreiche Lagerstätten, die teilweise bereits vor Jahrhunderten entdeckt und ausgebeutet wurden. Oftmals haben bergbauliche Gewinnungsstätten, Aufbereitungen und Verhüttungsanlagen die industrielle Entwicklung und die Erwerbstätigkeit ganzer Regionen bestimmt. So war der Eisen- und Manganerzbergbau im Lahn-Dill-Gebiet, in Oberhessen sowie im Bieberer und Waldeckschen Raum verbreitet, der Braunkohlenbergbau in Nordhessen, in der Wetterau und im Westerwald, der Kupferschieferbergbau bei Sontra. Die Ölschiefergewinnung und -verarbeitung war bei Messel konzentriert, die Erdöl- und Erdgasgewinnung im Hessischen Ried.

Der Kalibergbau an Werra und Fulda sowie die Steine- und Erdengewinnung in weiten Landesteilen besitzen im Hinblick auf die Rohstoffversorgung und die Erwerbstätigkeit auch heute noch eine erhebliche Bedeutung. Zugleich gewinnen die Speicherung von Erdgas und die Erdwärmegewinnung zunehmend an Bedeutung.

Unter der Aufsicht der hessischen Bergbehörden stehen insgesamt 283 Betriebe. Hierbei handelt es sich um Bergwerke, Tagebaue und Aufbereitungsanlagen sowie drei Untergrundspeicher, sechs Besucherbergwerke, drei Besucherhöhlen und eine Schaustollenanlage.

Die Rohstoffwirtschaft ist in Hessen ebenso wie in anderen Bundesländern mit ihren Teilbereichen Aufsuchen, Gewinnen, Aufbereiten und Verarbeiten mineralischer Rohstoffe ausgesprochen klein- und mittelständisch strukturiert. Das Bild ist geprägt durch eine Vielzahl von Betrieben mit weniger als 30, häufig auch weniger als 10 Beschäftigten. Letztere werden vom Statistischen Landesamt nicht erfasst, obwohl sie einen bedeutenden Teil der hessischen Rohstoffwirtschaft bilden. Die Sicherung heimischer Lagerstätten für die Rohstoffgewinnung trägt damit auch zur nachhaltigen Förderung von kleinen und mittleren Unternehmen bei.

Die Vermarktung von mineralischen Rohstoffen (Massenrohstoffe) wird in der Regel durch die Höhe der Transportkosten begrenzt. Die wirtschaftliche Entfernung liegt z. B. bei Sand und Kies bei einem Lieferradius von ca. 30 km. Ähnlich liegen Natursteine; dagegen ist die Transportentfernung für Naturwerksteine meist kein limitierender Faktor. Aufgrund ihrer charakteristischen Musterung, ihrer spezifischen bautechnischen Eigenschaften und begrenzten Vorräte - vielfach Unikate - gibt es für Naturwerkstoffe überregionale Vermarktungswege.