Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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Rohstoffe

Abbau von Bodenschätzen

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Eine Förderanlage
© Industrieverband Steine und Erden e.V.

In den Regionalplänen Hessens sind lediglich 0,3 Prozent der Fläche des Landes als Abbaufläche ausgewiesen. Daran ändert sich auch in Zukunft wenig, weil die nach der Rohstoffgewinnung nicht mehr benötigten Flächen anderen Nutzungen wieder zur Verfügung gestellt werden.

Deutschland zählt nach Russland, Weißrussland, Kanada, China und den USA zu den wichtigsten Kali produzierenden Ländern der Welt. Etwa die Hälfte der deutschen Kaliprodukte wird in den hessischen Kaliwerken an der Werra und südlich von Fulda hergestellt. Die Rohsalzförderung in Hessen liegt bei 21 Millionen Tonnen pro Jahr. Während weltweit üblicherweise chloridhaltige Kalivorkommen abgebaut werden, sind ein Teil der deutschen Lagerstätten durch ihren Sulfatgehalt geprägt. Daher können neben den Kali- Standardprodukten hochwertige sulfathaltige Spezialitäten produziert werden.

Sande und Kiese werden vor allem längs der Flüsse Rhein, Main, Lahn, Eder, Fulda und Werra gewonnen. Abbaugebiete im Odenwald, Taunus, Lahn-Dill-Gebiet und Vogelsberg, in der Rhön und in Nordhessen liefern dagegen Festgesteine, wie z.B. Basalt, Diabas, Granit, Grauwacke und Sandstein, die fast ausschließlich als Schotter und Splitt gebrochen werden. Tone werden überwiegend im Westerwald abgebaut.

Aus Nord- und Osthessen kommen Gipssteine. Ebenfalls in Nord- und Osthessen, aber auch im Lahn-Dill-Gebiet sowie im Raum Wiesbaden werden verschiedene Kalksteinarten für die Zement-, Chemie-, Stahl-, Düngemittel- und die Bauindustrie gewonnen.

Hessen steht mit einer Jahresförderung von über 30 Millionen Tonnen mineralischer Rohstoffe im Steine- und Erdenbereich nach Bayern, Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg an vierter Stelle in Deutschland. Dies entspricht landesweit einer durchschnittlichen Fördermenge von etwa 7 Tonnen pro Einwohner und Jahr.

Nach Angaben der Wirtschaftsverbände Steine & Erden, der Bergverwaltung und des Hessischen Landesamtes für Naturschutz, Umwelt und Geologie  wurden in den ca. 400 Gewinnungsstellen in Hessen, die zu ca. 65 Prozent unter das Bundesberggesetz (BBergG) fallen, in den letzten 3 bis 4 Jahren jährlich etwa folgende Mengen Gesteinsrohstoffe abgebaut:

  • Natur- und Naturwerksteine    15,0 Millionen Tonnen
  • Sande und Kiese                         9,3 Millionen Tonnen
  • Kalk- und Zementrohstoffe       6,5  Millionen Tonnen
  • Tonrohstoffe                              0,8  Millionen Tonnen
  • Gipsrohstoffe                             1,0  Millionen Tonnen

Rund 90 Prozent dieser abgebauten Rohstoffe finden im Bauwesen Verwendung. Der Rest verteilt sich hauptsächlich auf die keramische, chemische und Metall verarbeitende Industrie sowie die Land- und Forstwirtschaft.