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Wertschöpfung der Windparks Langenberg und Farrenplatz im Reinhardswald bleibt in der Region

Umweltministerin Priska Hinz: „Der Vertrag zwischen dem Vorstand der Energiegenossenschaft Reinhardswald und Hessen-Forst ist ein wichtiger Beitrag zur bürgernahen Umsetzung der Energiewende in Nordhessen.“

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Ministerin Priska Hinz
Ministerin Priska Hinz
© HMUKLV / S. Feige

„Wann immer regionale Anbieter als starke Partner für Bürgerbeteiligung bei Windparkprojekten die besten Konditionen bieten, sollen sie bei der Vergabe zur Errichtung von Windkraftanlagen auch zum Zug kommen. Das entspricht unserer Politik und dafür haben wir auch den notwendigen Rahmen gesetzt. Ich freue mich daher sehr, dass uns dies hier im Reinhardswald gelungen ist. Die Wertschöpfung aus der regionalen Windenergie bleibt also auch hier in der Region“, kommentierte Umweltministerin Priska Hinz heute die Unterzeichnung des Gestattungsvertrags im Forstamt Reinhardshagen. Unterzeichnet wurde der Vertrag für den „Windpark Langenberg/Farrenplatz“ vom Land Hessen, vertreten durch den Landesbetrieb Hessen-Forst und der Energiegenossenschaft Reinhardswald. Damit steht der Errichtung von bis zu 20 neuen Windenergieanlagen im Staatswald des Forstamtes Reinhardshagen nichts mehr im Weg. „Hessen hat sich mit der Verabschiedung des Klimaschutzplanes 2025 ambitionierte Ziele gesetzt. Bis zum Jahr 2050 wollen wir klimaneutral werden. Dafür ist der kontinuierliche Ausbau der Windenergie ein wesentlicher Faktor. Selbstverständlich werden dabei alle relevanten Aspekte wie Naturschutz, Landschaftsbild und Bürgerinteressen geprüft und bedacht“, so Hinz weiter.

Der Genehmigungsentwurf des Teilregionalplans Energie Nordhessen wurde am 7. Oktober 2016 von der Regionalversammlung Nordhessen beschlossen. Der Entwurf sieht 169 Vorranggebiete für Windenergienutzung auf insgesamt 17.600 Hektar – damit ca. 2,05 Prozent der Regionsfläche – vor. Ein Schwerpunkt liegt im Reinhardswald, unter anderem in den Vorranggebieten KS 04a „Farrenplatz“ und KS 04b „Langenberg“.

Vorbildliche Einbindung kommunaler und regionaler Akteure

„Die Windvorranggebiete Langenberg und Farrenplatz mit etwa 800 Hektar Gesamtfläche sind Kulisse für das größte derzeit in der Umsetzung befindliche Windenergieprojekt im hessischen Staatswald“, erläuterte Ministerin Hinz im Rahmen der Veranstaltung. Ein dringendes Anliegen der Partner des Energiegipfels war die Einbindung kommunaler und regionaler Akteure. Durch die besondere Situation des Gutsbezirkes Reinhardswald und der Bildung der gleichnamigen Energiegenossenschaft aus umliegenden Kommunen wird dieses Anliegen jetzt vorbildlich erfüllt. An diesem positiven Beispiel möchte Ministerin Hinz bei künftigen Windkraftverfahren anknüpfen: „Bei der Vergabe weiterer Windkraftstandorte werden die Kriterien „Bürgerbeteiligung und regionale Wertschöpfung“ künftig ein stärkeres Gewicht in der Bewertung aller eingehenden Angebote erhalten. Das ist von Anfang an unser Ziel und dafür haben wir nach Verabschiedung eines neuen Haushaltsvermerks im Haushaltsplan 2017 mit konkretisierenden Regelungen für den Landesbetrieb Hessen-Forst auch gesorgt“, betonte die Umweltministerin.

Als Vertreter der Energiegenossenschaft sagte deren Vorsitzender, Bürgermeister Danny Sutor: „Mit der EGR übernehmen die Kommunen aktiv Verantwortung für die Erreichung der energiepolitischen Ziele in der Region. Bei der Standortwahl der Windkraftanlagen können somit kommunale Interessen berücksichtigt werden. Dabei findet eine gemeinsame Betrachtung von der Entwicklung des Naturparks und der Windkraft im Reinhardswald statt“. Nach Überzeugung von Umweltministerin Hinz ist dies der beste Weg, Akzeptanz in die Bürgerschaft und die Gemeinden vor Ort hineinzutragen und die wahrnehmbare Kritik gegen Windkraftprojekte im Reinhardswald abzubauen.

Das weitere Verfahren zur Windenergiegewinnung im Reinhardswald wird sehr transparent verlaufen, um interessierten Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit zu geben, sich selbst ein Bild vom aktuellen Planungsstand zu verschaffen. Im September werden Vertreter der Energiegenossenschaft Reinhardswald, deren Kooperationspartner EAM und SUN, die HessenAgentur, das Planungsbüro BÖF und der Landesbetrieb Hessen-Forst auf dem 2. Bürger-Info-Markt in Trendelburg/Gottsbüren Rede und Antwort stehen. Veranstaltungsort und -termin werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Hintergrund

Hessen hat sich im Energiegipfel 2011 festgelegt: Der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch soll bis zum Jahre 2050 auf 100 Prozent gesteigert werden. Auf dem Weg in ein neues Energiezeitalter ist der Windkraft besonderes Gewicht beizumessen, jährlich sollen 28 Terrawattstunden (TWh) Strom aus Wind erzeugt werden. Um dieses Ziel zu erreichen, soll nach den im Landesentwicklungsplan festgelegten Kriterien in den drei Teilregionalplänen Energie insgesamt zwei Prozent der Landesfläche für die Windenergienutzung zur Verfügung gestellt werden. Die Planungen von Bürgerenergiegesellschaften tragen maßgeblich auch Sinne des EEG 2017 dazu bei, den Ausbau der Energiewende in Hessen gemeinsam mit den Menschen vor Ort weiter voranzubringen und damit aktiv für den Klimaschutz zu sorgen.

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