Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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„Was bei Arzneimitteln gilt, muss auch für Bankprodukte gelten“

Um Risiken und Nebenwirkungen vorzubeugen – Ministerin fordert verpflichtende Beipackzettel für stark nachgefragte Bank-Produkte

Hessens Verbraucherschutzministerin Lucia Puttrich hat sich dafür ausgesprochen, dass Produktinformationsblätter bei stark nachgefragten Bank-Produkten wie Tagesgeld, Termingeld und Sparanlagen gesetzlich verpflichtend angeboten werden müssen. „Der Verbraucher hat ein Recht gut informiert zu werden, bevor er ein Bankprodukt kauft. Es ist wie bei Arzneimitteln – der Kunde will über Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt werden“, sagte die Vorsitzende der Verbraucherschutzministerkonferenz am Dienstag in Wiesbaden. Manche Banken würden laut Puttrich bereits Produktinformationsblätter für Tagesgeld, Termingeld und Sparanlagen bieten, aber eben nicht alle. Eine gesetzlich verbindliche Regelung gibt es bisher nicht. „Wir kommen nicht um eine flächendeckende Regelung herum, um dem Verbraucher die Vergleichbarkeit der Produkte zu ermöglichen.“ Die Ministerin verwies darauf, dass sich auch die Verbraucherschutzminister auf ihrer diesjährigen Konferenz auf Initiative Hessens für eine derartige Regelung ausgesprochen hätten.

Laut Puttrich seien hier zudem generelle Verbesserungen bei der Ausgestaltung der Produktinformationsblätter notwendig. „Verständlichkeit, Einheitlichkeit und Vollständigkeit sind nicht gegeben, wie die Ergebnisse einer Studie der Stiftung Warentest zeigen. Hier muss was passieren“, so die Ministerin. Von befragten 63 Kreditinstituten wenden nur rund ein Drittel Produktinformationsblätter für Tagesgeld, Termingeld, Festgeld oder Sparformen an. Die Bewertungen der Produktinformationsblätter reichen laut Studie, die in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Finanztest erscheint, dabei von gut bis mangelhaft. Problem laut Stiftung Warentest ist vor allem die fehlende Einheitlichkeit. Auch das Weglassen von wichtigen Fakten wie der Zinsangabe und die komplexe Sprache zählten zu den Mängeln der Blätter.

Puttrich sieht klare, verständliche Produktinformationsblätter als unbedingt notwendig an. Diese wären nicht nur von Vorteil für die Kunden. Auch die Banken könnten nach Ansicht der Ministerin hierdurch verloren gegangenes Vertrauen zurückgewinnen. „Eine bessere Einheitlichkeit der Produktinformationsblätter kann etwa durch standardisierte, formulierte Angaben und eine verpflichtende Reihenfolge der Gliederung erzielt werden. Zudem würde ein Verbot von Verweisen auf Preisverzeichnisse und ein Verbot von Abkürzungen zu mehr Verbraucherfreundlichkeit beitragen“, betonte Puttrich.

Sie forderte den Bund auf, eine regelmäßige Evaluation der Produktinformationsblätter im Hinblick auf Verständlichkeit und ihre Eignung als Entscheidungshilfe für Anleger durchzuführen. „Das ist notwendig, um die Produktinformationsblätter auf ein verbraucherfreundliches Niveau zu bekommen“, unterstrich die Ministerin.

 

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