Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Ökoaktionsplan

Öko-Landbau erhält deutlich verbesserte Förderung

Landwirtschaftsministerin Hinz stellt Hessens Ökoaktionsplan (ÖAP) vor

Steigende Förderprämien

Der ÖAP trägt den vielen positiven Effekten des ökologischen Landbaus Rechnung. So erhalten Öko-Landwirte in der jetzt beginnenden Förderperiode 2014-2020 deutlich höhere Prämienzahlungen als bisher. Das umfasst sowohl den Ackerbau (260€/ha – bisher 170€/ha), Dauerkulturen (750€/ha – bisher 630€/ha), Gemüseanbau (420€/ha – bisher 360€/ha) als auch die Grünlandbewirtschaftung (190€/ha – bisher 170€/ha). Durch zusätzliche naturschutzfachliche Leistungen, können die Beträge noch aufgestockt werden.

„Das ist eine klare Schwerpunktsetzung und ein deutliches Signal  zu Gunsten des ökologischen Landbaus. Die dafür notwendigen Landesmittel in Höhe von 12 Millionen Euro aufzubringen war nicht leicht. Wir sichern damit aber nicht nur den Bestand an ökologisch wirtschaftenden Betrieben in Hessen auf hohem Niveau, sondern bieten auch einen attraktiven Anreiz zur Umstellung. Ich bin optimistisch, dass Hessen damit seinen Spitzenplatz im bundesweiten Vergleich behaupten kann“, verdeutlichte Landwirtschaftsministerin Hinz bei der Vorstellung des ÖAP. Wegen der höheren Kosten pro Hektar Land erwirtschaften Öko-Landwirte einen geringeren Ertrag als ihre konventionell arbeitenden Kollegen. Dieser strukturelle Wettbewerbsnachteil soll durch die höheren Förderprämien ausgeglichen werden. „Unser Ökoaktionsplan soll es den bestehenden Öko-Landwirten erleichtern sich am Markt zu etablieren, ist aber auch ein Anreiz für Landwirte auf eine ökologische Produktion umzustellen. Jedoch braucht kein konventioneller Landwirt sich vor dem was wir vorhaben zu fürchten.“ Das Ziel sei es eine insgesamt mehr nach den Belangen der Natur und der Tiere ausgerichtete Landwirtschaft in Hessen zu etablieren. Trotz des Schwerpunktes auf den ökologischen Landbau wird die konventionelle Landwirtschaft auch in Zukunft nicht weniger Förderung erhalten.

Agrarinvestitionen ausgerichtet am Tierwohl

Anders als bisher werden die Mittel aus dem sogenannten Agrarinvestitionsförderprogramm (AFP), also Zuschüsse z.B. für landwirtschaftliche Bauprojekte wie Stallungen, künftig sehr stark an das Tierwohl geknüpft. Die Basisförderung wird von bisher 15% auf jetzt 20% der förderfähigen Kosten angehoben. Schon für den Erhalt dieser Basisförderung müssen Auflagen erfüllt werden, die eine tiergerechte Unterbringung sicherstellen. Um sich aber für die sogenannte Premiumförderung von 40% der Investition zu qualifizieren, muss ein Betrieb sehr strikte Auflagen für artgerechte Tierhaltung erfüllen. „Wir wollen möglichst viele Landwirtinnen und Landwirte dabei unterstützen das Tierwohl bei ihren Planungen von Anfang an mitzudenken. „Das Angebot des AFP richtet sich also sich nicht nur an Ökobetriebe, sondern ausdrücklich auch an die konventionelle Landwirtschaft. Ein artgerechter Umgang mit Nutztieren ist ein essentieller Baustein einer modernen Landwirtschaft und muss zum Standard werden“, so Ministerin Hinz.

Vermarktungsstrategie für Bio-Produkte

Die Einzelaspekte des Ökoaktionsplans gehen über eine rein finanzielle Förderung hinaus. So sollen die Rahmenbedingungen für die Vermarktung, die Produktion und den Vertrieb von ökologisch produzierten Lebensmitteln verbessert werden. „Es kann nicht angehen, dass wir in Hessen die große Nachfrage nach Öko-Lebensmitteln nicht einmal annähernd aus lokaler oder regionaler Produktion abdecken können. Diese Lücke wollen wir beginnen zu schließen“, betonte Priska Hinz. Hier liege ein riesiges Marktpotential von dem hessischen Landwirte profitieren könnten, das bisher aber brach liege. „Zurzeit muss sehr viel hessisches Biofleisch zum Beispiel in die konventionelle Schlachtung. Das kann nicht Sinn der Sache sein und hier wollen wir etwas ändern. Auch für die Klimabilanz von Bio-Produkten ist es sicherlich nicht förderlich, wenn wir sie aus der EU, aus Drittländern oder anderen Regionen Deutschlands nach Hessen importieren müssen.“ Die Nachfrage besonders im Ballungsgebiet Rhein-Main müsse noch besser mit hessischen Angeboten abgedeckt werden, wofür der ökologische Landbau auch in den sogenannten Gunstflächen, also Regionen mit besonders fruchtbaren Böden, verstärkt werden muss. Dafür ist es notwendig die Erträge von Bioprodukten zu verbessern.

Hessische Eiweißintiative

Einen besonderen Fokus legt der Ökoaktionsplan auch auf den heimischen Anbau eiweißhaltiger Futtermittel. Alle Umfragen unter Verbraucherinnen und Verbrauchern machen deutlich, dass gentechnisch veränderte Organismen (GVO) mehrheitlich abgelehnt werden. Dies schließt auch die Verwendung von GVO-Soja aus Nord- und Südamerika ein. Um die Abhängigkeit von dieser Importware zu senken, ist die hessische Eiweißinitiative ins Leben gerufen worden. Ziel ist es durch den Anbau von eiweißhaltigen Ackerfrüchten wie Erbsen und Ackerbohnen aber auch von Sojabohnen den Import von Futtermitteln mittelfristig auf null zurückfahren zu können. „Dies entspricht nicht nur dem Willen der hessischen Verbraucherinnen und Verbraucher, es eröffnet auch den hessischen Landwirten zusätzlicher Absatzmärkte“ verdeutlichte Ministerin Priska Hinz.

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