Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
Forst

Nachhaltigkeit im Wald – heute wie damals wichtig

Ministerin Priska Hinz verleiht Dr. Claude Martin den Georg-Ludwig-Hartig-Preis für sein jahrelanges Engagement

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Der Preisträger Dr. Claude Martin
Der Preisträger Dr. Claude Martin
© Dr. Claude Martin

„Hessen ist fast zur Hälfte von Wald bedeckt. Der Wald ist Erholungsraum, Lebensraum für Tiere und Pflanzen sowie Rohstofflieferant. Unsere Aufgabe ist es daher, den Wald nachhaltig zu schützen und zu bewahren. Diese Idee ist nicht neu – der Gedanke der Nachhaltigkeit wurde schon vor mehr als 300 Jahren in der Forstwirtschaft geprägt, aber heute wichtiger denn je“, erklärte Hessens Umweltministerin Priska Hinz anlässlich der Verleihung des Georg-Ludwig-Hartig-Preises im Schloss Hungen. Der Preis würdigt Persönlichkeiten, die sich im Sinne der Nachhaltigkeit und der nachhaltigen Forstwirtschaft verdient gemacht haben. Er ist mit 5.000 Euro dotiert und wird alle zwei Jahre von der landeseigenen Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung vergeben. In diesem Jahr erhält  der Schweizer Dr. Claude Martin, von 1993 bis 2005 Generaldirektor des WWF International, die Auszeichnung.

„Ich freue mich, dass die Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung mit Ihnen einen Preisträger ausgewählt hat, der sich seit vielen Jahrzehnten für eine nachhaltige Lebensweise im Kleinen wie im Großen einsetzt und auch international ein hohes Ansehen genießt“, betonte die Ministerin in ihrer Ansprache. „Mit dem heute verliehenen Preis wird der langjährige Einsatz von Dr. Martin zur Verbreitung und Umsetzung des forstlichen Nachhaltigkeitsgedankens und zum Schutz der Wälder weltweit gewürdigt.“

Dr. Claude Martin hat sich in seinem Berufsleben engagiert für den Schutz der tropischen Regenwälder eingesetzt. So ist es ihm gelungen, eine Zusammenarbeit zwischen großen Firmen, der Weltbank und Umweltschutzorganisationen zu organisieren. Dr. Martin hat als Direktor des WWF International zudem an der Gründung des FSC (Forest Stewardship Council) und des MSC (Marine Stewardship Council) mitgewirkt. Des Weiteren ist Dr. Martin Vorsitzender des Nachhaltigkeitsrates von Precious Woods, einer Firma, die sich auf die nachhaltige Bewirtschaftung von Tropenwäldern und den Handel mit Hölzern aus diesen Quellen spezialisiert hat.

Stellvertretend für die Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung hielt Dillenburgs Bürgermeister, Michael Lotz, die Laudatio auf den Preisträger und würdigte ihn für seinen Einsatz im Sinne der Nachhaltigkeit. Ministerin Hinz betonte bei der Übergabe des Preises, dass sich auch das Land Hessen für die Nachhaltigkeit im Wald einsetzt: „Von 2014 bis 2016 wurden 21 Forstämter mit über 140.000 Hektar Staatswaldfläche FSC-zertifiziert. Zudem sind acht Prozent des hessischen Staatswaldes aus der Nutzung heraus genommen und dienen als Rückzugsorte für die Natur. Damit sichern wir nicht nur eine nachhaltige Forstwirtschaft in Hessens Wäldern, sondern leisten auch einen wichtige Beitrag zum Erhalt der Biodiversität“, so die Ministerin abschließend.

Hintergrund:

Der Namensgeber des Preises, Georg Ludwig Hartig, wurde 1764 im hessischen Gladenbach geboren und gilt heute als einer der wichtigsten Vertreter der modernen und nachhaltigen Forstwirtschaft. Er wirkte als Oberförster in Hungen, war Landforstmeister im damals nassauischen Dillenburg, Oberforstrat in der württembergischen Forstverwaltung und schließlich Leiter der preußischen Forstverwaltung. Unermüdlich setzte er sich für die Verbesserung des Zustandes der ihm anvertrauten Wälder ein. Daneben entfaltete er eine rege schriftstellerische und Lehrtätigkeit. Er gilt als der bedeutendste „forstliche Klassiker“ und als einer der Begründer des forstlichen Nachhaltigkeitsgedankens.

Um das Wirken dieses wichtigen hessischen Forstmannes einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen, hat die Hessische Landesforstverwaltung im Jahr 1987 die Georg-Ludwig-Hartig-Stiftung gegründet. Diese Stiftung hat drei wesentliche Ziele: Die Archivierung und Veröffentlichung des umfangreichen literarischen Werks von Georg Ludwig Hartig, die Förderung von Arbeiten forstlicher Nachwuchskräfte, die im Sinne des Nachhaltigkeitsgedankes tätig sind und schließlich die Verleihung des Georg-Ludwig Hartig-Preises an Persönlichkeiten, die sich im Sinne der Nachhaltigkeit besonders verdient gemacht haben.  Darüber hinaus ermöglicht die Stiftung Forstleuten aus Entwicklungsländern den Studienaufenthalt in Hessen, um im Sinne der Stiftungsverfassung die Umsetzung der Nachhaltigkeitsidee kennen zu lernen und in das Heimatland übertragen zu können.

Kontakt für Pressevertreter

Pressesprecher: 
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