Ökomodellregionen

Mehr Bio aus Hessen für Hessen

Drei Modellregionen für den Ökolandbau ernannt

Landwirtschaftsministerin Priska Hinz mit Vertretern der drei Ökomodellregionen
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Landwirtschaftsministerin Priska Hinz mit Vertretern der drei Ökomodellregionen
© HMUKLV

"Wir wollen die hessische Nachfrage nach Biolebensmitteln soweit es geht auch mit hessischen Bioprodukten abdecken. Das geschieht derzeit nicht annährend und muss sich ändern. Um diesem Ziel näher zu kommen, haben wir jetzt drei Ökomodellregionen benannt um den Anbau, die Verarbeitung und den Vertrieb von Biolebensmittel zu stärken“, erklärte Landwirtschaftsministerin Priska Hinz bei der offiziellen Vorstellung der drei neuen Ökomodellregionen. Biolebensmittel, am besten aus regionaler Erzeugung, mit kurzen und transparenten Transport- und Vermarktungswegen liegen im Trend und die Nachfrage steigt kontinuierlich. Das Ziel des Ökoaktionsplans der Landesregierung ist es, den Anteil des ökologischen Landbaus in Hessen deutlich zu erhöhen. Die drei Ökomodellregionen sind ein Baustein aus dem Ökoaktionsplan.

Mit der Auswahl der drei Modellregionen konnte jetzt ein weiterer Baustein des, im vergangenen Jahr gestarteten, Ökoaktionsplans der Landesregierung umgesetzt werden. Im November wurde ein Wettbewerb um die „Hessische Ökolandbauregion“ ausgeschrieben. Die Bewerberregionen waren aufgerufen erfolgversprechende Konzepte zur Weiterentwicklung des Ökolandbaus in Erzeugung, Verarbeitung und Vermarktung einzureichen. Weitere Auswahlkriterien waren eine Verbindung zum Naturschutz und der Umweltbildung. Drei Regionen haben diesen Wettbewerb für sich entschieden. Die Gewinnerregionen erhalten einen Personalkostenzuschuss von 100.000 Euro für zwei Jahre. „Die wichtigste Hilfe zur Umsetzung von lokalen Projekten ist Personal. Oft fehlt die eine Person, die bestehende Netzwerke pflegt, diese aber deutlich ausbauen und neue potentielle Partner zusammenbringen kann“, sagte Hinz anlässlich der Präsentation der Preisträger in Wiesbaden. „Wir gehen hierfür ganz bewusst einen dezentralen Weg und setzen auf Ideen und Akteure vor Ort. Damit hat Hessen in der ländlichen Regionalentwicklung schon gute Erfahrungen gemacht. Wir wollen den Regionen die Möglichkeit geben, ihre eigenen Vorstellungen umzusetzen um so die Ziele des Ökoaktionsplans zu erreichen. Von den so gewonnen Erfahrungswerten können letztendlich auch alle anderen Regionen in Hessen profitieren“, fügte Hinz hinzu.

Wegen der positiven Rückmeldungen hatte Ministerin Hinz das Budget aus dem Ökoaktionsplan für die Ökomodellregionen erhöht. Jetzt werden drei, statt der ursprünglich geplanten zwei, Regionen durch das Land gefördert. Die Unterstützung des Landes als Ökomodellregionen erhält der Landkreis Fulda. „Der Kreis Fulda ist überregional bekannt als Teil des Biosphärenreservats Rhön, er bietet als Grünlandregion außerdem ein großes Potenzial für eine touristische Nutzung. Hier gibt es heute schon ein bestehendes, aber ausbaufähiges Netz von Direktvermarktern und Ökobetrieben“, erläuterte Ministerin Hinz.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde die Kooperation aus den Landkreisen Kassel und Werra-Meißner. „In der Region befindet sich in Witzenhausen eine europaweit anerkannte Hochschule für Ökolandbau mit Versuchsbetrieb und weiteren öko-landwirtschaftlichen Unternehmen im Umfeld. Hier besteht also eine umfassende Infrastruktur um die Ökolandwirtschaft ganzheitlich auszuweiten“, so Priska Hinz.

Der dritte Gewinner ist die Arbeitsgemeinschaft Ökolandbau unter Führung des Wetteraukreises. „Diese Auswahl ist besonders spannend. Denn die Wetterau ist eine Region deren Landwirtschaft bisher durch eine ganz andere Ausrichtung geprägt ist. Die Wetterau verfügt zwar über die nachweislich besten Ackerbaustandorte in Hessen und eine sehr günstige Lage zum wichtigen Absatzmarkt Rhein-Main. Trotzdem sind hier bisher nur sehr wenige Ökobetriebe anzufinden und die Region leidet unter großen Bodenverlusten durch Verkehrs- und Siedlungsflächen“, so Priska Hinz zur Auswahl der Wetterau.

Das Landwirtschaftsministerium will die Ökomodellregionen weiter intensiv begleiten und möchte auch andere Regionen zum Austausch mit den Preisträgern anregen.

„Regional erzeugte Bio-Produkte dienen nicht nur dem Naturschutz, weil sie die Qualität des Bodens, des Wassers und der Luft verbessern. Der Ökolandbau bringt auch den Vorteil, dass mehr Wertschöpfung in der hessischen Landwirtschaft, den Verarbeitern und dem Handel verbleibt. So kann dazu beigetragen werden die Arbeitsplätze und die Grundversorgung im ländlichen Raum zu erhalten“, sagte die Ministerin abschließend.

Hintergrund:

Hessens Ökolandbau hat seit dem vergangenen Jahr einen beträchtlichen Schritt nach vorne gemacht. Inzwischen werden 88.000 ha ökologisch bewirtschaftet. Das entspricht etwa 12 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Gleichzeitig ist die hessische Bevölkerung besonders nachfragestark, wenn es um Biolebensmittel geht. Es mangelt insbesondere an Bio-Obst und Gemüse, sowie Bio-Schweinefleisch aus hessischer Produktion. In Ihrem Koalitionsvertrag hatte die schwarz-grüne Landesregierung angekündigt, den Dialog zwischen konventioneller und ökologischer Landwirtschaft zu fördern, mit dem Ziel ein größeres Angebot an Biolebensmitteln aus Hessen zu schaffen.

 

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