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Kernkraftwerk Biblis

Letzte Brennstäbe aus dem Kernkraftwerk Biblis ins Standortzwischenlager verbracht

Kernbrennstofffreiheit nach letzter CASTOR-Abfertigung erreicht

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Verladung eines CASTOR-Behälters am Kernkraftwerk Biblis (Symbolbild)
Verladung eines CASTOR-Behälters am Kernkraftwerk Biblis (Symbolbild)
© RWE

„Beide Reaktorgebäude in Biblis – Block A und B – sind seit diesem Wochenende frei von Brennelementen und damit kernbrennstofffrei. Ein weiterer Meilenstein beim Rückbau des Kraftwerks Biblis ist damit erreicht“, verkündet Umweltministerin Priska Hinz heute in Wiesbaden. „Nach dem Kernkraftwerk Unterweser ist Biblis das zweite Kraftwerk in Deutschland, das nun kernbrennstofffrei ist. Damit sind 99,7 Prozent der Radioaktivität aus Betriebszeiten aus beiden Blöcken des Kraftwerks entfernt und lagern unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen im Standortzwischenlager. Der Rückbau der beiden Blöcke liegt damit im Plan und kann weiter vorangetrieben werden,“ erläutert Hinz.

Die Kernbrennstoffentsorgung beider Blöcke gehört mit insgesamt 51 CASTOR-Behältern zu der bisher längsten Verladung von Kernbrennstoff in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, die zudem reibungslos abgelaufen ist. „Dies zeigt, wie gut und sorgfältig alle Beteiligten gearbeitet haben. Immer mit dem Ziel vor Augen den Ausstieg aus der Kernenergieerzeugung Realität werden zu lassen. Die Ära der Atomenergie ist auf dem Papier beendet worden. In Hessen schaffen wir Fakten: Es gibt keinen Weg zurück. Der Rückbau des Kernkraftwerks Biblis schreitet mit großen Schritten voran“, so Hinz.

Hintergrund:

In den Brennelemente-Lagerbecken der beiden Blöcke des Kernkraftwerks Biblis befanden sich nach Einstellung des Betriebs nach dem Nuklearunfall in Fukushima 946 Brennelemente. Am 30. November 2015 begann die RWE Nuclear GmbH mit der Kernbrennstoffentsorgung in Block A. Dabei werden Brennelemente in Spezialbehälter für radioaktiver Stoffe, die CASTOR-Behälter, verladen. Insgesamt wurden in Block A 23 CASTOR-Behälter beladen und abgefertigt. Nach etwa einem Jahr war Block A am 22. November 2016 kernbrennstofffrei. Am 12. April 2017 begann die RWE Nuclear GmbH schließlich mit der Kernbrennstoffentsorgung in Block B. Nach Beladung und Abfertigung von 27 CASTOR-Behältern mit 509 Brennelementen war dieser Block am 23. September 2018 frei von Kernbrennelementen.

Es verblieben im Block B noch 276 sogenannte Sonderbrennstäbe, die im laufenden Betrieb der Anlage aus ihrem Brennelementverbund herausgelöst wurden. Nach Entsorgung der in Köchern verpackten Sonderbrennstäbe über einen weiteren CASTOR-Behälter wurde an diesem Wochenende auch für den Block B und mithin für die Gesamtanlage die Kernbrennstofffreiheit erreicht.

 

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