Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Leguminosentag

Hessische Initiative Gentechnikfreies Futter auf Erfolgskurs

Thema: 
Veterinärwesen & Tierschutz
09.11.2017Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Staatssekretärin Dr. Tappeser beim Hessischen Leguminosentag: „Der Anbau von Leguminosen nützt dem Boden, bindet Stickstoff und ersetzt importiertes Gensoja.“

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Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser
Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser
© HMUKLV / S.Feige

„Unsere Hessische Initiative Gentechnikfreies Futter ist ein wesentlicher Baustein unseres Öko-Aktionsplans. Mit dieser Initiative verfolgen wir das Ziel, die Nutzung heimischer und in Hessen angebauter Futtermittel zu stärken und damit gleichzeitig die Soja-Importe zu verringern“, erklärte Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser beim dritten Hessischen Leguminosentag auf dem Eichhof, dem Hessischen Landwirtschaftszentrum. Hier fand auch im Sommer 2015 der erste Leguminosentag statt, bei dem der Startschuss für die Hessische Initiative Gentechnikfreies Futter gegeben wurde.

„Auch wenn die Branche in Folge des Verbots der chemischen Pflanzenschutzmittelanwen­dung auf Greening-Flächen im kommenden Jahr mit einem Rückgang des Eiweißpflan­zenanbaus rechnet, bleiben wir mit unserer Initiative Gentechnikfreies Futter optimistisch“, so die Staatssekretärin. In den vergangenen Jahren war schon ein deutlicher Anstieg der Anbaufläche zu erkennen. Der Anbau von Sojabohnen stieg von rund 89 Hektar im Jahr 2013 auf 556 Hektar im Jahr 2017. Für Leguminosen insgesamt nahm die Anbaufläche von 3.463 Hektar im Jahr 2014 auf 9.368 Hektar im Jahr 2017 zu.

Im Zentrum der hessischen Initiative stehen weiterhin der verstärkte Anbau von Eiweißpflanzen wie Ackerbohnen, Erbsen und Sojabohnen, der effizientere Einsatz dieser pflanzlichen Erzeugnisse als Futtermittel in der Tierernährung, die Auflockerung der Frucht­folgen und die mögliche Reduzierung des Einsatzes von mineralischen Stickstoff-Düngemit­teln. „Es wird deutlich, dass Anbau und Nutzung sogenannter Eiweißpflanzen gleich mehrere Vorteile hat: Die Zwischenfrucht versorgt den Boden mit Nährstoffen, bindet Stickstoff und ersetzt importiertes Gensoja. Dazu passt auch das Motto des heutigen Leguminosentages: ‚Mehr Wertschöpfung mit Körnerleguminosen‘“, erläuterte Dr. Tappeser.

Um diese Ziele in die Praxis umzusetzen, bietet das Land den hessischen Betrieben eine intensive Beratung an, um ihnen den Anbau von Leguminosen als heimisches Futtermittel näher zu bringen. Darüber hinaus werden im Hessischen Programm für Agrarumwelt- und Landschaftspflege-Maßnahmen (HALM) Betriebe zusätzlich gefördert, die sich im Jahr 2014 verpflichtet haben, mindestens zehn Prozent ihrer Ackerfläche mit Leguminosen wie Erbsen, Ackerbohnen oder Sojabohnen zu bestellen. „Die Hessische Landesregierung setzt aber auch an anderer Stelle konsequent auf eine gentech­nikfreie Landwirtschaft“, so die Staatssekretärin weiter. „Bereits im April 2014 ist Hessen dem Europäischen Netzwerk gentechnikfreier Regionen beigetreten. Am 18. Oktober habe ich zudem in Brüssel die Präsidentschaft des Netzwerks übernommen.“

Im Juni 2014 hatte zudem das Hessische Kabinett entschieden, auf landeseigenen Flächen einen Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen oder eine Ausbringung von gentech­nisch veränderten Organismen zu untersagen. „Wir sind also auf einem konsequenten und guten Weg der gentechnikfreien Fütterung, und ich möchte alle landwirtschaftlichen Betriebe in Hessen ermuntern, uns auf diesem zu folgen und den Anbau heimischer Eiweißfutterpflanzen zu intensivieren. Denn heimische Eiweißpflanzen sind wichtige Bausteine für eine nachhaltige und regionale Nutztierfütterung und ermöglichen eine gentechnikfreie Fütterung“, erklärte Staatssekretärin Dr. Tappeser abschließend.

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