Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

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Ländlicher Raum

Gut vernetzt – Chancen der Digitalisierung für ländliche Räume

Thema: 
Landwirtschaft & Tierschutz, Wohnen & Städtebau
15.08.2018Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser bei Praxisforum der Servicestelle Vitale Orte 2030 in Marburg

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Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser
Staatssekretärin Dr. Beatrix Tappeser
© HMUKLV / S. Feige

„Experten sind sich darüber einig, dass die Digitalisierung Chancen für ländliche Räume eröffnen kann: Online-Marktplätze, E-Health, digitale Verwaltung, Smart Homes, Car-Sharing, Co-Working, Online-Beteiligung – digitale Anwendungen lassen Entfernungen schrumpfen, vernetzen Menschen und schaffen Nachfrage und Auslastung. Ich freue mich, dass beim heutigen Praxisforum Referentinnen und Referenten aus Wissenschaft und Praxis über entsprechende Erfahrungen mit digitalen Lösungen informieren“, erklärte Staatssekretärin Dr. Tappeser bei der Eröffnung des Praxisforums in Marburg.

Das Praxisforum fand unter dem Motto „Gut vernetzt – Chancen der Digitalisierung für ländliche Räume“ statt. Professor Dr.-Ing. Peter Liggesmeyer, Leiter des Fraunhofer-Instituts für Experimentelles Software Engineering in Kaiserslautern berichtete über Chancen der Digitalisierung und das Projekt „Digitale Dörfer“ in Rheinland Pfalz. Weitere Beispiele aus der Praxis zu den Themen „Arbeit“ und „Bürgermitwirkung“ wurden von den Initiatoren vorgestellt. Sie gaben Anregungen dafür, wie die Digitalisierung genutzt werden kann, um im ländlichen Raum neue Zukunftsperspektiven zu eröff­nen. Als Beispiele lassen sich hier die Aktivitäten der Odenwald-Regionalgesellschaft und der dortigen Wirtschaftsförderung zur Sicherung von Wirtschaftsstandort und Lebensqualität durch Breitbandausbau nennen.

„Moderne Informations- und Kommunikationstechnik können in ländlichen Räumen ganz neue Arbeitsformen erschließen – bisher sind sogenannte Co-Working-Spaces eher aus Großstädten bekannt, sie werden heute aber auch mehr und mehr in ländlichen Regionen ausprobiert. Beispiele aus Baunatal und dem Landkreis Prüm (Eifel) zeigen, dass Freiberufler, Start-ups und sogenannte „digitale Nomaden“, die in unterschiedlichen Firmen und Projekten aktiv sind, zusammen arbeiten und voneinander profitieren können“, machte Dr. Beatrix Tappeser deutlich.

Die Entwicklung der Dörfer und Landstädte wird maßgeblich von der Mitwirkung der Bürgerinnen und Bürger geprägt. Auch dafür bieten Informations- und Kommunikations­techniken neue und vielfältige Möglichkeiten. So hat z.B. die Stadt Lampertheim im Rahmen der Konzepterarbeitung für die Stadtentwicklung ein Portal entwickelt, das eine interaktive Ideensammlung via Crowdmapping möglich machte. Kritikpunkte und Ideen der Einwohnerinnen und Einwohner wurden gesammelt und für das Konzept verarbeitet. Auch nach Abschluss der Konzepterarbeitung bleibt das System für die Online Kommunikation mit der Stadtverwaltung in Betrieb.

Anschauliche Dorfentwicklung mit 3 D-Visualisierungen bietet eine digitale Anwendung, die unter anderem in der Gemeinde Otzberg erfolgreich eingesetzt wird. Zusammen mit Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen, Politik und Verwaltung werden die Baustrukturen der Gemeinde samt ihren aktuellen und zukünftigen Entwicklungen dargestellt. So kann besser eingeschätzt werden, wie ein attraktives Lebensumfeld geschaffen werden kann.

„Die Experten sind sich aber auch darüber einig: Die klügste digitale Anwendung nützt nichts, wenn keine leistungsfähige Breitbandverbindung vorhanden ist“, so Staatssekretärin Dr. Tappeser. „Der Ausbau wird derzeit intensiv vorangetrieben und von der Hessischen Landesregierung unterstützt. Auch mein Haus beteiligt sich an der Förderung des Breitbandausbaus im ländlichen Raum.“ Das Hessische Landwirtschaftsministerium stellt Mittel aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) bereit, damit u.a. auch sehr entlegene Orte einen Breitbandanschluss erhalten können. „In der Förderperiode 2014-2020 stehen insgesamt 32 Millionen Euro ELER-Mittel für die Förderung von Breitbandinfrastrukturen im ländlichen Raum zur Verfügung. Damit wollen wir die entsprechenden Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich Unternehmen auch verstärkt im ländlichen Raum ansiedeln können und nicht nur in den Ballungsräumen, wo der Breitbandausbau bereits stattgefunden hat“, erklärte Dr. Beatrix Tappeser abschließend.

Hintergrund:

Die Servicestelle Vitale Orte 2030 wurde im Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes Hessen ins Leben gerufen. Sie steht unter Federführung des Hessischen Umweltministeriums und der Bürgermeisterin der Stadt Schotten als Vertreterin des Hessischen Städte- und Gemeindebundes. In der Projektgruppe wirken rund 30 Personen mit, die mit der Entwicklung des ländlichen Raums befasst sind. Sie arbeiten bei Kommunen, Landkreisen, Genehmigungsbehörden, Kirchen, für Naturschutz, Denkmalpflege oder in der Weiterbildung. Ihre unterschiedlichen Aufgaben und Qualifikationen, Zielgruppen, Netzwerke und langjährigen Erfahrungen erlauben einen vielseitigen Blick auf den ländlichen Raum, der Themen und Ansatzpunkte für die Erhaltung vitaler Orte und für die Arbeit der Servicestelle Vitale Orte 2030 identifiziert.

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Pressesprecherin: 
Frau Ira Spriestersbach
Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz
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