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Zirkustiere

Bundesrat beschließt Initiative zum Verbot bestimmter Wildtiere im Zirkus

Umweltministerin Priska Hinz freut sich über Zustimmung zur hessischen Initiative für artgerechte Tierhaltung

Ministerin Hinz erhält von "Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz" Unterstützung für die hessische Bundesrats-Initiative
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Ministerin Hinz erhält von "Vier Pfoten - Stiftung für Tierschutz" Unterstützung für die hessische Bundesrats-Initiative
© VIER PFOTEN, Lotte Ostermann.

„Alle guten Dinge sind drei: ich hoffe, dass diese alte Weisheit auch jetzt zutreffen wird. Denn mit dem heutigen Beschluss fordert der Bundesrat die Bundesregierung bereits zum dritten Mal auf, sich für ein Verbot bestimmter Wildtiere im Zirkus einzusetzen. Weiterhin gilt, dass Elefanten, Affen, Bären, Giraffen, Nilpferde oder auch Nashörner nicht in Zirkuszelte gehören“, erklärte die hessische Umweltministerin Priska Hinz zum Abstimmungserfolg der hessischen Initiative im Bundesrat.

„Wir haben nicht die Absicht, die Zirkustradition einzuschränken. Im Gegenteil: viele beliebte Zirkusprogramme belegen, dass eine moderne und gute Unterhaltung, gerade auch für Kinder, völlig ohne Wildtiere geboten werden kann“, betonte die für Tierschutz zuständige hessische Umweltministerin Hinz. Langjährige Erfahrungen zeigen, dass die bestehenden Regelungen zum Tierschutz bei bestimmten Wildtierarten im täglichen Zirkusbetrieb nicht ausreichen. Anders als in Zoologischen Gärten etwa ist eine art- und verhaltensgerechte Unterbringung bei reisenden Zirkusunternehmen für Elefanten, Bären, Giraffen oder auch Nilpferden praktisch nicht möglich.

Wildtiere werden durch ihr Leben in einem Zirkusunternehmen in ihrer Bewegung und artgerechten Verhalten eingeschränkt. Besonders der häufige Transport in engen Wagen und die Unterbringung in deutlich kleineren Gehegen, als sie etwa für Zoos vorgeschrieben sind, stellt ein großes Problem dar. Zudem muss ein Zirkus ausbruchssichere Gehege am Gastspielort gewährleisten, was in der Realität leider oftmals nicht eingehalten wird. „Der traurige Zwischenfall mit dem entlaufenen Elefanten, der voriges Jahr einen Menschen in Baden-Württemberg getötet hat, zeigt warum so dringend gehandelt werden muss“ so Hinz.

Die Ministerin betonte zugleich: „Es geht uns nicht um einen tierfreien Zirkus! Viele Tierarten lassen sich auch in mobilen Unternehmen artgerecht halten. Aber wissenschaftliche Erkenntnisse zu bestimmten Wildtierarten und langjährige Erfahrung in der Vollzugspraxis müssen auch zeitgemäß bewerten und berücksichtigt werden“. Während in anderen Ländern zukunftsorientierte Zirkusunternehmen inzwischen freiwillig etwa auf Elefanten verzichten, ist eine solche Entwicklung in Deutschland bedauerlicherweise noch nicht weit verbreitet.

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