Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Bienen und Wildbienen konsequent schützen

Thema: 
Naturschutz & Klimaschutz, Landwirtschaft & ländlicher Raum
17.05.2019Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Hessens Umweltministerin Priska Hinz appelliert an Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner sich für eine vollständige und zeitnahe Umsetzung der EFSA-Bienenleitlinien einzusetzen.

Den konsequenten Schutz von Bienen und Wildbienen fordert die Hessische Umweltministerin Priska Hinz in einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Hinz appelliert die aktuell diskutierten Bienenleitlinien der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) umzusetzen. „Mehr als die Hälfte der rund 560 Wildbienenarten in Deutschland ist laut Roter Liste gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Wildbienen leisten wichtige Arbeit als Bestäuber und sind für ein funktionierendes Ökosystem und damit für den gesamten Artenschutz von großer Bedeutung. Das hat auch der Weltbiodiversitätsrat bestätigt“, so Hinz. „Deshalb müssen die EFSA-Leitlinien im Sinne des Bienenschutzes endlich ernst genommen werden. Ich hoffe, dass die Bundesregierung die Chance nutzt und sich in der anstehenden Sitzung des zuständigen Fachausschusses, für die Bestäuber einsetzt“, ergänzte Hinz.

„Pestizide wirken sich schädlich auf Insekten und insbesondere die Bienen aus. Deshalb ist es enorm wichtig, dass die von EFSA vorgeschlagenen Risikobewertungen bei der Zulassung von Pestiziden vollständig angewendet werden. Nur so können die Auswirkungen auf die Bienen erkannt und bewertet werden“, erläuterte Hinz ihr Anliegen. In den vergangenen Jahren konnte keine Annahme dieser neuen Leitlinien durch den EU-Ministerrat erzielt werden. Eine verzögerte und nur partielle Anwendung der Leitlinie, wie sie derzeit diskutiert wird, verhindert wirksame Maßnahmen zum Schutz der Bienen und anderer Bestäuber.

Die Hessische Landesregierung setzt auf verschiedenen Ebenen an, um die Situation für bestäubende Insekten zu verbessern. Dazu gehören die Förderung des Ökolandbaus und die Unterstützung der Landwirtschaft beim Insektenschutz, beispielsweise bei der Anlage von Blühstreifen. Hessen setzt sich mit der Glyphosatausstiegsstrategie für die Beendigung des Einsatzes des Herbizids ein. Im Rahmen der Kampagne ‚Bienenfreundliches Hessen‘ arbeitet das Umweltministerium zudem mit Landwirtschaft, Imkerinnen und Imkern, Gartenbau und Kommunen zusammen, um gemeinsam Verbesserungen zu erzielen. „Wir sind schon sehr weit in Hessen, das Artensterben können wir aber nur stoppen, wenn auch auf Bundes- und EU-Ebene entschieden gehandelt wird“, sagte Umweltministerin Priska Hinz.

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