Biologische Vielfalt

Artensterben muss gestoppt werden

Thema: 
Naturschutz & Klimaschutz
07.05.2019Hessisches Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Hessen fordert bei Umweltministerkonferenz umfassende Maßnahmen zum Erhalt der biologischen Vielfalt

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Ein Rebhuhn
Ein Rebhuhn
© ©waidmannsheil - stock.adobe.com

„Der Bericht des Weltbiodiversitätsrates hat deutlich gemacht, wie dramatisch das Artensterben auf der ganzen Welt voranschreitet. Bis zu eine Million Arten sind weltweit vom Aussterben bedroht. Auch hier in Hessen ist der Verlust von Arten deutlich zu beobachten. Deshalb werden wir bei der Umweltministerkonferenz darauf pochen, das Artensterben stärker in den Fokus zu nehmen und Maßnahmen zu ergreifen, um die biologische Vielfalt zu erhalten“, sagte die Hessische Umweltministerin Priska Hinz heute in Wiesbaden.

Hessen wird auf der Umweltministerkonferenz, die in dieser Woche stattfindet, einen entsprechenden Antrag einbringen. Darin wird die Bundesregierung aufgefordert, das von ihr angekündigte Aktionsprogramm Insektenschutz zügig umzusetzen und mit ausreichenden finanziellen Mitteln auszustatten. Der Antrag regt ebenfalls an, in der anstehenden EU-Ratspräsidentschaft im Jahr 2020 Artenschutz zum Schwerpunktthema zu machen. „Gleichzeitig muss auf der internationalen Ebene der Druck erhöht werden. Deutschland sollte sich bei der Weltartenschutzkonferenz im nächsten Jahr dafür einsetzen ein ambitioniertes Schutzregime aufzubauen“, erklärte Hinz.

„Eine der wesentlichen Artengruppen unseres Ökosystems sind Insekten. Vor allem die intensive Landwirtschaft, die auf Monokulturen setzt und chemische Spritzmittel verwendet, schadet Insekten und zerstört ihre Lebensräume. Insekten sind nicht nur Nahrungsmittel für Vögel, sondern erbringen auch wichtige Bestäubungsleistungen. Ihr Verlust hat massive Auswirkungen auf das komplexe, globale Ökosystem“, erklärte Hinz. Neben Insekten sind auch viele Vogelarten durch die intensive Landwirtschaft bedroht. In Hessen sind unter anderem Braunkehlchen, Grauammer, Kiebitz und Rebhuhn stark gefährdet. Beim Rebhuhn zeigt sich ein dramatischer Rückgang: Von 294 Revieren, die zwischen 1992 und 1994 erfasst wurden, konnte die Hessische Gesellschaft für Ornithologie und Naturschutz (HGON) 2018 nur noch 35 Reviere bestätigen. Das bedeutet eine Abnahme von 90 Prozent in 25 Jahren.

Hessen stärkt deshalb eine Landwirtschaft, die Lebensräume und Nahrung bietet. Auch zahlreiche Naturschutzprojekte zum Beispiel zum Schutz von Leitarten der Feldflure sowie Renaturierungen sorgen für den Erhalt von Lebensräumen. „Wir setzen in Hessen eine Politik um, die neben Insekten, auch Vögeln und kleinen Säugetieren zu Gute kommt und unser Ökosystem stärkt. Von der Bundesregierung erwarten wir ebenfalls ein konsequentes Vorgehen, um das Artensterben zu stoppen“, ergänzte Hinz.

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